Die bandkeramische Kultur im heutigen Rhein-Sieg-Kreis markiert den Beginn von sesshaften Steinzeitbauern vor etwa 7.500 Jahren. Frühe Fundorte in der Region lagen etwa im Bereich von Niederkassel und Meckenheim. Und Funde von Bronzegefäßen (etwa in Kaldauen) sowie Siedlungsspuren von der Hallstattzeit bis zur Eisenzeit belegen eine frühe und anhaltende Besiedlung im Sieg- und Rheintal.

Teilstück der Römischen Wasserleitung in Buschhoven

Auch von den Römern wurde die Region in vielfältiger Weise geprägt. Ein Bronzemodell des Bonner Römerlagers steht an der in 2024 neu gestalteten Präsentationsfläche an der Wohnanlage Didinkirica, die über das römische Legionslager und das UNESCO-Weltkulturerbe Niedergermanischer Limes im Bereich von Bonn informiert. Über 400 Jahre (von etwa 30 bis 430 nach Christus) war das Bonner Legionslager einer der wichtigsten Standorte des niedergermanischen Heeres und mit einer Gesamtfläche von 27,8 Hektar zugleich eines der größten für eine Legion im Römischen Reich.

Bis heute sind auch an verschiedenen Stellen des heutigen Kreisgebiets noch Relikte der Römischen Wasserleitung vorhanden, die einst von der Eifel bis zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), dem heutigen Köln verlief, auch durch das Gebiet des heutigen linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises.

Und im Jahr 2002 fanden im Rahmen der Erschließung für ein Neubaugebiet in Bornheim-Botzdorf archäologische Ausgrabungen statt. Auf einer Fläche von 1,3 Hektar wurde ein typisch römischer Gutshof entdeckt, der aus mehreren Bauten bestand mit einem gut erhalten Thermentrakt des Hauptgebäudes sowie zwei Töpferöfen. Die „Villa Fortuna“, benannt nach einem Relief der Glücksgöttin, das während der Ausgrabungen gefunden wurde, lag einst am Osthang des Vorgebirges mit Blick über das Rheintal.

Ein Teilbereich der in 2026 neu eingerichteten Radroute Niedergermanischer Limes führt aus Richtung Remagen auch in den Rhein-Sieg-Kreis und hier über Wachtberg und Bad Godesberg am Rhein entlang bis nach Bornheim. Auf der Route sind historische Fundorte aus römischer Zeit zu finden, etwa der Ort eines ehemaligen Übungslagers beim Fundort „Kottenforst Süd“, nahe der heutigen Gemeinde Alfter, das dort vor rund 2.000 Jahren entstand.

In nachrömischer Zeit besiedelten die Franken die Region und es entstanden Festungen, wie etwa die Ringwallanlage „Rennenburg“ bei Ruppichteroth. Der Auelgau war bereits im frühen Mittelalter ein fränkischer Verwaltungsbezirk mit dem Kerngebiet an der Mündung der Sieg und am rechten Ufer des Rheins, der an den Bonngau grenzte. Auf dem Siegberg (dem heutigen Michaelsberg in Siegburg) befand sich eine frühe Grafenburg.

Johannistürmchen auf dem Siegburger Michaelsberg
Ruine der Löwenburg
Chorruine Heisterbach

Später entwickelten sich zahlreiche Burgen und Klöster im heutigen Kreisgebiet.

Im Jahr 1064 wurde die Abtei auf dem Michaelsberg in Siegburg gegründet, die das religiöse und politische Leben stark prägte.

Die Burg Blankenberg, von der heute noch die Burgruine erhalten ist, wurde etwa 80 Meter oberhalb der Sieg zwischen 1150 und 1180 errichtet, in Sichtweite der Siegburger Abtei. An der Sieg lag einst das Grenzgebiet zwischen den Grafen von Sayn und den Grafen von Berg. Hier gewannen im 12. Jahrhundert die Grafen Heinrich und Eberhard von Sayn ihren Einfluss an der mittleren Sieg und die Burg auf dem unbewaldeten „blanken“ Berg verschaffte die Kontrolle der Zugänge zum Siegtal, ins Bergische Land sowie zum Westerwald und zum Siebengebirge.

Im Jahr 1174 er­mög­lich­te es die dau­er­haf­te Be­leh­nung mit der Burg Windeck im heutigen Rhein-Sieg-Kreis, den Grafen von Berg an der mitt­le­ren Sieg Fuß zu fas­sen. Die Burg bot einen wich­ti­gen Stütz­punkt ge­genüber der Graf­schaf­t Sayn mit Sitz auf Burg Blankenberg. Das Wappen des Rhein-Sieg-Kreises wird bis heute von einem roten Löwen dominiert, der an die frühere Landesherrschaft der Herzöge von Berg erinnert.

Ein weiteres Zeugnis aus dieser Zeit ist die Ruine der Löwenburg im Siebengebirge. Die einstige Höhenburg wurde wahrscheinlich um 1200 vom damaligen Grafen Heinrich II. von Sayn als Grenzfeste gegen die kurkölnischen Burgen Drachenfels und Wolkenburg errichtet. Hauptburg, Vorburg und nördlicher Außenring entstanden im 13. Jahrhundert. Auch diese Burg fiel später an das Herzogtum Berg und war bis ins 16. Jahrhundert hinein der Verwaltungssitz des Amtes Löwenburg.

Als bedeutenstes Relikt einer ehemaligen mittelalterlichen Klosteranlage gilt Kloster Heisterbach, ursprünglich Kloster „Maria im Peterstal in Heisterbach“ genannt. Das Kloster war eine ehemalige Zisterzienserabtei im Tal des Heisterbachs im Siebengebirge. Bis in Beethovens Bonner Zeit (1770–1792) prägten die Heisterbacher Mönche nicht nur das Siebengebirge, sondern hatten auch großen Einfluss in der Region.

In Heisterbach entstand die damals wohl größte Kirche des Rheinlands, die der Gottesmutter Maria geweiht wurde und mit 17 Altären ausgestattet war. Der Ausbau dieser 88 m langen Abteikirche als dreischiffige Pfeilerbasilika im romanischem Stil erfolgte ab dem Jahr 1202, die Weihe fand am 18. Oktober 1237 statt. Der verwendete Latit für die Kirche wurde im Steinbruch am Stenzelberg gewonnen.

Alte Scherben und die Überreste von Keramik und von Töpfen zeugen von einer bedeutenden Töpfer-Produktion im mittelalterlichen Siegburg. Archäologen machten dort vor Jahrzehnten eine wichtige Grabungsstätte an der Aulgasse aus. In den 1960-er Jahren begannen die Ausgrabungen, die letztlich einen Überblick über die Produktionspalette vom 13. bis zum beginnenden 16. Jahrhundert gaben.

Bis 1794 verteilte sich das Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises, von kleineren Herrschaften abgesehen, vornehmlich auf das katholisch geprägte Kurfürstentum Köln sowie auf die Herzogtümer Jülich und Berg. Besonders im Herzogtum Berg etablierten sich im 16. Jahrhundert auch erste evangelische Gemeinden. Bereits seit 1557 ist die Bartholomäuskirche auf dem Berge in Wahlscheid, von Unterbrechungen im 17. Jahrhundert (1624-44) abgesehen, eine evangelische Kirche. Damit ist sie die älteste evangelische Kirche in der Region Bonn/ Rhein-Sieg.

Schloss Miel

Im heute linksrheinischen Kreisgebiet entstand in den Jahren 1767 bis 1772 Schloss Miel nach Plänen von Johann Georg Leydel. An Stelle eines Wasserschlosses ließ der kurkölnische Staatsminister unter Kurfürst Max Friedrich und spätere Reichsgraf Caspar Anton von Belderbusch ab dem Jahr 1767 einen barocken Schlossbau errichten, der einem französischen Jagdschloss nachempfunden wurde.

Ein weiteres Beispiel aus dieser Zeit ist Burg Heimerzheim, die mitten im Wasser steht. Die heutige Anlage besteht aus einer Vorburg mit Mittelflügel und zwei Seitenflügeln, einem Torbogen und zwei Ecktürmen. Im Zentrum der Vorburg liegt ein großzügiger Hof, der den Blick auf das Herrenhaus mit gezackten Giebeln freigibt, vermutlich gegen Ende des 17. Jahrhunderts umgebaut und erweitert. Das dreiflügelige Hauptgebäude öffnet sich nach Süden hin zu einem prächtigen Landschaftspark, der vom Swistbach durchflossen wird, mit „point de vue“ nach Südosten zur Tomburg hin.

Eingang zur Burg Lüftelberg

Weitaus bescheidener präsentiert sich Burg Lüftelberg, eine zweiflügelige Wasserburg oberhalb der Swist und ebenfalls an der heutigen Wasserburgen-Route gelegen, mit einer Hauptburg auf einer annähernd quadratischen Insel und einer außerhalb des Grabens liegenden Vorburg. Sie wurde einst von den Rittern von Lüftelberg nahe bei der Kirche Sankt Petrus errichtet und im 9. und 10. Jahrhundert befestigt. Das heutige Gebäude stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und wurde von dem Architekten Johann Heinrich Roth als barockes Landschloss im Stil eines "Maison de plaisance" gestaltet.

Ab 1794 wurde das linksrheinische Gebiet von Frankreich besetzt, von 1798 an gehörte der linksrheinische Teil des heutigen Rhein-Sieg-Kreises zum Rhein-Mosel-Département. Mit der Aufhebung der Klöster und Stifte im Rahmen der Säkularisation, der Einführung der Gewerbefreiheit oder des Code civil entstand eine neue Ordnung. Systematisch vollzog sich die Angleichung an die rechtlichen, administrativen und politischen Gegebenheiten Frankreichs. 1804 wurde der "Code Civil" (später auch "Code Napoléon" genannt) eingeführt, der den Bereich des Bürgerlichen Rechts regelte und bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahre 1900 im Rheinland fortwirkte.

Die links­rhei­ni­schen Ge­bie­te wurden 1801 dem Rhein-Mo­sel- so­wie dem Ro­er­de­par­te­ment ein­ge­glie­dert. Dort ge­hör­ten sie zu den Ar­ron­dis­se­ments Bonn und Köln. Die rechts­rhei­ni­schen Ge­bie­te zähl­ten seit 1806 zum Großherzogtum Berg und wur­den 1808 den Ar­ron­dis­se­ments Mül­heim und Sie­gen im Rhein- be­zie­hungs­wei­se Sieg­de­par­te­ment ein­ge­glie­dert.

Nach den Franzosen kamen die Preußen. Beim Wiener Kongress war das Rheinland Preußen zugesprochen worden. 1816 entstanden auf dem heutigen Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises zunächst die Kreise Rheinbach, Bonn, Siegburg, Uckerath und Waldbröl, die zur Provinz Jülich-Kleve-Berg und von 1822 an zur Rheinprovinz gehörten.

Siegburg - Blick zur Kirche Sankt Servatius. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Im Jahr 1820 wurden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Kreis Siegburg mit Sitz in Siegburg vereinigt und 1925 in Siegkreis umbenannt.

Erste wichtige Zeugnisse der Industrialisierung im Kreisgebiet entstanden etwa mit der Friedrich-Wilhelms-Hütte (heute zu Troisdorf), den Rüstungsbetrieben in Siegburg oder dem Maschinenbau in Hennef.

Ein Ursprungsunternehmen der Mannstaedt-Werke Troisdorf war die im Jahr 1825 gegründete Friedrich-Wilhelms-Hütte im heutigen gleichnamigen Troisdorfer Ortsteil. Unternehmer Louis Mannstaedt, der mit seinem Eisenwalzwerk von Köln-Kalk nach Troisdorf zog, wollte auch seine Mitarbeiter zum Umzug bewegen und schaffte Wohnsiedlungen, in denen die einfachen Arbeiter, die Vorarbeiter und die Büroangestellten Häuser und Gärten bekamen. Im Umfeld der Werke entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert Werkssiedlungen, neben dem Kasino-Viertel insbesondere die „Rote Kolonie" und die „Schwarze Kolonie".

Dem Eisenwerk im heutigen Stadtteil Friedrich-Wilhelms-Hütte folgte die Ansiedlung einer Zündhütchen- und Sprengkapselfabrik, später Dynamit Nobel AG. Die Lage an der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke, an der Siegstrecke und an der Güterzugstrecke nach Speldorf machte Troisdorf in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch für andere Industrieunternehmen interessant. Im Jahr 1887 nahm die Rheinisch-Westfälische Sprengstoff-AG (RWS) unter ihrem Generaldirektor Emil Müller eine Zünderfabrik in Troisdorf (die Züfa) zur Herstellung von Zündhütchen und Sprengkapseln in Betrieb, die später ein Standort der Dynamit Nobel AG wurde. Bereits im Jahr 1900 beschäftigte die Rheinisch-Westfälische Sprengstoff-Gesellschaft in Troisdorf rund 1.600 Mitarbeiter.

An Meys Fabrik in Hennef

Der Zissendorfer Hof gilt als „Wiege der Hennefer Industrie“. Hier entstand im 19. Jahrhundert eine erste Werkstatt von Carl Reuther, einem Industriepionier in Hennef. Dort stellte er für die damals vorwiegend bäuerliche Bevölkerung ab 1869 Maschinen für die Landwirtschaft her. Finanzielle Unterstützung fand er durch Peter Joseph Schmitz de Prée, der sich auch als Ratsmitglied große Verdienste um die Entwicklung von Hennef erworben hat. Drei frühere Meister der Carl Reuther Maschinenfabrik gründeten in der Folgezeit in Hennef eigene Unternehmen, 1878 der Schlossermeister Johann Steimel mit der Johann Steimel Maschinenfabrik, Johann Friedrich Jacobi mit der Joh. Fried. Jacobi Eisen- und Metallgießerei sowie Joseph Meys 1881 mit der Josef Meys Maschinenfabrik.

Im Jahr 1878 erfolgte die Gründung der „Johann Steimel Maschinenfabrik“ mit der Produktion landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte, später auch von Zentrifugen. Die Maschinenfabrik Jacobi Hennef wurde im Jahr 1879 gegründet. Zunächst war das Unternehmen ein reiner Gießereibetrieb, später wurden auch Landmaschinen hergestellt, von Sämaschinen, darunter auch die Drillmaschine „Hennef“, bis hin zu einem umfangreichen Heumaschinenprogramm. Und Philipp Löhe gründete eine Firma, in der neben Fahrrädern und landwirtschaftlichen Maschinen besonders Waggons für die Bröltalbahn gebaut wurden. Es folgte im Jahr 1881 die Gründung der „Joseph Meys & Comp., G.m.b.H., Landwirtschaftliche Maschinenfabrik und Eisengießerei“ und 1881 begann auch der große Erfolg der Firma C. Reuther & Reisert mit der ersten eichfähigen Waage der Welt.

Siegburg - Siegessäule auf dem Siegburger Markt. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Mit der beginnenden Industrialisierung kam es zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch zu ersten Industrieansiedlungen in der Kreisstadt Siegburg, die aufgrund ihrer verkehrstechnisch günstigen Lage bereits 1856 einen ersten Bahnhof erhielt. Schon im Jahr 1840 war die Kattun-Druckerei und Färberei Rolffs & Cie. (Vorläufer des Sieg-Werks) von Köln nach Siegburg verlegt worden, wo sie der erste große Industriebetrieb war. Im Jahr 1875 wurde Siegburg dann zum Standort einer großen, reichseigenen Munitionsfabrik, der Königlich-Preußischen Geschoßfabrik und 1893 folgte die Eröffnung des Zweigwerks des Königlich-Preußischen Feuerwerkslaboratoriums.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Siegburg die Häuser gleichsam aus dem Boden gestampft. Mit der Ansiedlung der Königlich Preußischen Geschoßfabrik und des Königlich Preußischen Feuerwerkslaboratoriums, die zeitweise bis zu 4.000 Arbeiter beschäftigten, schnellte die Einwohnerzahl in die Höhe. „Neuer Weg“ hieß die prächtige Straße in Siegburg zunächst, die erst mit der Kaiserproklamation 1871 in Kaiserstraße umbenannt wurde. Von der damaligen Expansionsphase zeugen im Stadtgebiet noch zahlreiche Straßen mit preußischer Namensgebung, wie Kronprinzenstraße, Elisabethstraße, Augustastraße, Luisenstraße, Kaiserstraße, Wilhelmstraße oder Kaiser-Wilhelm-Platz. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Versailler Friedensvertrag mussten die Munitionsfabriken schließen, was zu einer hohen Arbeitslosigkeit führte.

Die NS-Zeit im Siegkreis war geprägt von der Machtübernahme der NSDAP bis Ende 1933, der Verfolgung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung, der Zerstörung demokratischer Strukturen und Arbeiterstrukturen sowie von Zwangsarbeit und NS-Medizinverbrechen. Wo heu­te der Rhein-Sieg-Kreis liegt, gab es da­mals zwei Land­krei­se, den Land­kreis Bonn mit 1933 rund 100.000 und den Sieg­kreis mit knapp 150.000 Ein­woh­nern. Bereits seit Be­ginn der 1930-er Jah­re er­ziel­te die NS­DAP an Sieg und Rhein im­mer grö­ße­re Mo­bi­li­sie­rungs­er­fol­ge, nicht zu­letzt in der Mit­tel­schicht.

Die am Schluss des Artikels folgende Literatur-Übersicht fasst einige wichtige Arbeiten zu dieser Zeit zusammen.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs war im März und April 1945 vom Einmarsch amerikanischer Truppen (nach der Rheinüberquerung bei Remagen) und von Kämpfen an der Sieg gekennzeichnet. Am 9. April 1945 erfolgte der Einmarsch amerikanischer Soldaten (97. Infanteriedivision) in Siegburg.

  • Albert Schulte beschreibt im Aufsatz „40 Tage Krieg an der Sieg“ das Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 bei Troisdorf und Sankt Augustin und dokumentiert auch die Räumung von Dörfern und das Ausharren der Zivilbevölkerung in Kellern im Frühjahr 1945 (erschienen in den Troisdorfer Jahresheften, Ausgabe 8 (1978), S. 15 - 52).

Am 3. November 1949 bestätigte der Deutsche Bundestag das Votum des Parlamentarischen Rates und Bonn wurde zur vorläufigen Bundeshauptstadt. Besonders in der unmittelbaren Nähe zur Bundeshauptstadt wuchs die Bevölkerung auch im Kreisgebiet in den Nachkriegsjahren stark.

Kreishaus in Siegburg
An der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg

Ein Beispiel ist die Stadt Sankt Augustin, die im Zuge der kommunalen Neugliederung durch den Zusammenschluss der Gemeinden Menden, Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Mülldorf, Niederpleis und Birlinghoven sowie Sankt Augustin-Ort entstand und im Jahr 1977 Stadtrechte erhielt. Hier stiegen die Einwohnerzahlen im Zeitraum von 1950 bis 1969 von 13.000 im Jahr 1950 auf über 31.500 im Jahr 1969. Bis zum Jahr 1980 waren es bereits 48.500 Einwohnerinnen und Einwohner.

Im August 1969 trat die kommunale Neuordnung des Bonner Raums in Kraft. Große Teile des aufgelösten Landkreises Bonn wurden dem Siegkreis zugeschlagen, der den Namen Rhein-Sieg-Kreis erhielt und nun aus 19 links- und rechtsrheinischen Städten und Gemeinden bestand.

In den Jahren 1974–1978 erfolgte der Abriss des ehemaligen Landratsamtes am Kaiser-Wilhelm-Platz in der Kreisstadt Siegburg und der Bau des heutigen Kreishauses an gleicher Stelle.

Im Juni 1991 fasste der Bundestag den Bonn-Berlin-Beschluss, der Berlin zum Parlaments- und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland erklärte und einen erheblichen Strukturwandel in der Region einläutete. Drei Jahre später wurde das Berlin-Bonn-Gesetz verkündet. Neben dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin wurde eine Arbeitsteilung zwischen Berlin und der Region Bonn/Rhein-Sieg-Ahrweiler mit Ausgleichsregelungen für den Hauptstadtverlust festgeschrieben.

Ein Ergebnis war etwa Mitte der 1990-er Jahre der Bau und die Errichtung der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, der heutigen Hochschule Bonn/ Rhein-Sieg mit ihren Standorten in Sankt Augustin und in Rheinbach. Sie ist inzwischen auch in Hennef und in der Bundesstadt Bonn vertreten. Der Internationale Titel lautet University of Applied Sciences Bonn-Rhein-Sieg.

Streiflichter und Einblicke

Artikel im Bonn.wiki

A

 
Klosterkirche auf dem Michaelsberg
 
Brückenhofmuseum in Oberdollendorf
 
Am Bahnhof Kottenforst

B

Burgen im linksrheinischen Kreisgebiet:

 
Burg Lüftelberg
 
Wasserburg Gudenau. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Burgen im rechtsrheinischen Kreisgebiet:

 
Burgruine Blankenberg
 
Ruine Burg Drachenfels

C

D

 
Grünes C - Infotafel zur Belagerungsschanze "Kick in die Mütz"
 
Fränkischer Grabstein in Niederdollendorf
 
Ansicht der Wallfahrtskirche Bödingen
 
Haus der Alfterer Geschichte

E

F

G

H

I

 
Eingang Meys Fabrik in Hennef
 
Jüdischer Friedhof an der Lessingstraße in Bornheim

J

K

 
Ansicht Propsteikirche Oberpleis
 
Franziskanerkirche in Seligenthal
 
Am ehemaligen Kloster in Geistingen
 
Am Museumsdorf Altwindeck
 
Denkmal Grube Pilot in Wahlscheid
Einige Beispiele:

L

M

N

O

P

 
Hotel Petersberg

Q

 
Quartier Chronos an der Sieg in Hennef

R

S

 
Schloss Auel
 
Katharinenkirche Stadt Blankenberg

T

 
Burg Wissem und Remise

U

V

 
Ausgrabungen Villa Fortuna in Bornheim-Botzdorf
 
Am Zehnthaus in Odendorf

W

Z

Aus der Geschichte der Städte und Gemeinden im Kreisgebiet

 
Aalschocker Aranka in Bad Honnef. -
Foto: Hans-Dieter Weber.
 
Gimmersdorf - Ortsansicht mit Sankt Josef - Kapelle
 
Hexenturm in Bornheim-Walberberg
 
Blick zum Glasmuseum Rheinbach im Himmeroder Hof
 
Augustinus am Skulpturenweg in Sankt Augustin
 
Blick zur ehemaligen Stadtmühle in Siegburg
 
Bahnhof in Windeck-Schladern

Alfter:

Bad Honnef:

Bornheim:

Eitorf:

Hennef:

Königswinter:

Lohmar:

Meckenheim:

Much:

Neunkirchen-Seelscheid:

Niederkassel:

Rheinbach:

Ruppichteroth:

Sankt Augustin:

Siegburg:

Swisttal:

Troisdorf:

Wachtberg:

Windeck:

Heimat-Museen

Literatur

 
An der Sieg (bei der Siegfähre Geislar - Bergheim) nahe der Mündung in den Rhein

(eine Auswahl)

  • Daniel Robbel, 111 Orte an der Sieg die man gesehen haben muss, Emons-Verlag Köln 2025
  • Ursula Gilbert, Michael Klein, 111 Orte im Siebengebirge die man gesehen haben muss, Emons-Verlag Köln 2025
  • Barbara und Hans Otzen, 118 Ausflugsziele - Bonn-Rhein-Sieg-Kreis, Bonn 2023
  • Karl-Heinz Zuber, Rhein-Sieg-Kreis, 55 Highlights aus der Geschichte, Sutton-Verlag Erfurt 2021
  • Josef Dietz und Norbert Zerlett, 900 Jahre Alfter 1067-1967, Festschrift zum Jubiläum der Gemeinde Alter 1967
  • Werner Dahm und Hans Nettekoven, „Königswinterer Häuser und Villen“, 2021
  • Biesing, Winfried, Drachenfelser Chronik - Geschichte eines Berges, seiner Burg und seiner Burggrafen, Bonn 1980
  • Unser Much von A-Z : Much - bergisch schön, digital abrufbar unter: epflicht.ulb.uni-bonn.de
  • Stadt für alle. Siegburg - tourismus-siegburg.de/imagebroschuere-der-kreisstadt-siegburg.pdf
  • Troisdorf im Wandel der Zeit (pdf)
  • Norbert Kühn und Bruno P. Kremer (Hrsg.), 600 Jahre Drachenfelser Ländchen - Natur- und kulturgeschichtliche Streifzüge, Köln 2002
  • Wolf-Rüdiger Weisbach, Herchen, Perle an der Sieg - Wege durch das ehemalige Künstlerdorf, seine Umgebung und seine spannende Geschichte, 2011
  • … und: das Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises erscheint seit 1986 und seit vielen Jahren schon mit einem jährlich wechselnden Schwerpunkt zur vielfältigen Kultur- und Heimatgeschichte im Kreisgebiet.

Literatur zur NS-Zeit im Kreisgebiet

 
Am Jüdischen Friedhof Königswinter
 
Standort der ehemaligen Synagoge in Geistingen mit Namensliste der Opfer
 
Gedenkstätte Landjuden an der Sieg in Windeck-Rosbach
 
Eingang zum jüdischen Friedhof in Geistingen
 
Jüdischer Friedhof in Alfter
 
Jüdischer Friedhof an der Lessingstraße in Bornheim

(eine Auswahl)

  • Arndt, Clau­dia Ma­ria (Hg.), Un­wie­der­bring­lich vor­bei. Ge­schich­te und Kul­tur der Ju­den an Sieg und Rhein. Zehn Jah­re Ge­denk­stät­te „Land­ju­den an der Sie­g“, Sieg­burg 2005
  • Arndt, Clau­dia Ma­ria/ Fuchs, Vol­ker, Spu­ren jü­di­schen Le­bens im Rhein-Sieg-Kreis, in: Jahr­buch des Rhein-Sieg-Krei­ses 2009, S. 154-160
  • Bar­gel, Mi­ke, Die NS­DAP und die Ge­mein­de­or­ga­ne des Am­tes Men­den (Rhein­land) und sei­ner Ge­mein­den, Sankt Au­gus­tin 2018
  • Bau­er, Mar­kus, Macht­er­grei­fung und Gleich­schal­tung in Sieg­burg. Der Lo­kal­teil der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Zei­tung „West­deut­scher Be­ob­ach­ter“ von 1932 bis 1939, Sieg­burg 2009
  • Bro­des­ser, Hein­rich, Mon­dorf im Drit­ten Reich, Nie­der­kas­sel 2003
  • Bon­dy, Dan/ Hei­mig, Hil­de­gard, „Bet Hach­a­jim“ - Haus des Le­bens. Die jü­di­schen Fried­hö­fe in Born­heim, Her­sel und Wal­ber­berg, Sieg­burg 2004
  • Bütt­gen­bach, Heinz Wil­helm, Die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung in der Stadt Rhein­bach, 1918-1946, Rhein­bach 2013
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  • Klein, Ans­gar Sebastian, „Eu­tha­na­sie“, Zwangs­ste­ri­li­sa­tio­nen, Hu­man­ex­pe­ri­men­te. NS-Me­di­zin­ver­bre­chen an Rhein und Sieg 1933-1945, Köln u.a. 2020
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  • Mül­ler, Ste­phan, Os­kar Grimm – Pfar­rer von Nie­der­kas­sel in der Zeit der na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Herr­schaft, in: Jahr­buch des Rhein-Sieg-Krei­ses 1989, S. 139-144
  • Neuf­eind, Wolf­gang (Hg.), 100 Jah­re Ge­fäng­nis Sieg­burg. Straf­voll­zug im Wan­del der Zeit, 1896-1996, Sieg­burg 1996
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  • Schrö­der, Karl, Vor 50 Jah­ren: Die Exe­ku­ti­on der lu­xem­bur­gi­schen Gei­seln Jean Buck, Mar­cel Char­pan­tier und Ca­mil­le Ko­er­ner auf dem Schieß­stand „Ul­ra­ther Hof“ bei Sieg­burg am 23. Au­gust 1944, in: Jahr­buch des Rhein-Sieg-Krei­ses 1994, S. 96-113
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  • Uhl, Harald, Geschichte jüdischen Lebens im Gebiet des heutigen Wachtbergs, in: Schriftenreihe „GedenkSchriften“, herausgegeben vom Förderverein „Gedenkstätte Landjuden an der Sieg“, Siegburg 2012
  • Zen­ker, Pe­ter, Zwangs­ar­beit in Sieg­burg, Sieg­burg 2005 - abrufbar unter: peter-zenker.de/Zwangsarbeit.pdf
  • Zen­ker, Pe­ter, Zwangs­ar­beit in Sieg­burg, in: Hei­mat­blät­ter des Rhein-Sieg-Krei­ses 75 (2007), S. 162-177.