Geschichte an Sieg und Rhein



Von den Römern wurde die Region in vielfältiger Weise geprägt. Ein Bronzemodell des Bonner Römerlagers steht inzwischen an der in 2024 neu gestalteten Präsentationsfläche an der Wohnanlage Didinkirica, die über das römische Legionslager und das UNESCO-Weltkulturerbe Niedergermanischer Limes im Bereich von Bonn informiert. Bis heute sind auch Relikte der Römischen Wasserleitung vorhanden, die einst von der Eifel bis zur Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA), dem heutige Köln verlief, auch durch das Gebiet des heutigen linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreises.
In nachrömischer Zeit besiedelten die Franken die Region und es entstanden Festungen, wie etwa die Ringwallanlage „Rennenburg“ bei Ruppichteroth.
Später entwickelten sich zahlreiche Burgen und Klöster.
Im Jahr 1064 wurde die Abtei auf dem Michaelsberg in Siegburg gegründet, die das religiöse und politische Leben stark prägte.
Die Burg Blankenberg, von der heute noch die Burgruine erhalten ist, wurde etwa 80 Meter oberhalb der Sieg zwischen 1150 und 1180 errichtet, in Sichtweite der Siegburger Abtei. An der Sieg lag einst das Grenzgebiet zwischen den Grafen von Sayn und den Grafen von Berg. Hier gewannen im 12. Jahrhundert die Grafen Heinrich und Eberhard von Sayn ihren Einfluss an der mittleren Sieg und die Burg auf dem unbewaldeten „blanken“ Berg verschaffte die Kontrolle der Zugänge zum Siegtal, ins Bergische Land sowie zum Westerwald und zum Siebengebirge.
Im Jahr 1174 ermöglichte es die dauerhafte Belehnung der Grafen von Berg mit der Burg Windeck im heutigen Rhein-Sieg-Kreis, auch an der mittleren Sieg Fuß zu fassen. Die Burg bot einen wichtigen Stützpunkt gegenüber der Grafschaft Sayn mit Sitz auf Burg Blankenberg. Das Wappen des Rhein-Sieg-Kreises wird bis heute von einem roten Löwen dominiert, der an die frühere Landesherrschaft der Herzöge von Berg erinnert.
Als bedeutenstes Relikt einer ehemaligen mittelalterlichen Klosteranlage gilt Kloster Heisterbach, ursprünglich Kloster „Maria im Peterstal in Heisterbach“ genannt. Das Kloster war eine ehemalige Zisterzienserabtei im Tal des Heisterbachs im Siebengebirge. Bis in Beethovens Bonner Zeit (1770–1792) prägten die Heisterbacher Mönche nicht nur das Siebengebirge, sondern hatten auch großen Einfluss in der Region.
Bis 1794 verteilte sich das Gebiet des heutigen Rhein-Sieg-Kreises, von kleineren Herrschaften abgesehen, vornehmlich auf das Kurfürstentum Köln sowie auf die Herzogtümer Jülich und Berg.
Ab 1794 wurde das linksrheinische Gebiet von Frankreich besetzt, von 1798 an gehörte der linksrheinische Teil des heutigen Rhein-Sieg-Kreises zum Rhein-Mosel-Département. Der rechtsrheinische Teil gehörte ab 1806 zum Großherzogtum Berg.
Nach dem Wiener Kongress wurde das Rheinland Teil von Preußen; ab 1816 entstanden auf dem heutigen Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises zunächst die Kreise Rheinbach, Bonn, Siegburg, Uckerath und Waldbröl, die zur Provinz Jülich-Kleve-Berg und von 1822 an zur Rheinprovinz gehörten.
Im Jahr 1820 wurden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Kreis Siegburg mit Sitz in Siegburg vereinigt und 1925 in Siegkreis umbenannt.
Im August 1969 trat die kommunale Neuordnung des Bonner Raums in Kraft. Große Teile des aufgelösten Landkreises Bonn wurden dem Siegkreis zugeschlagen, der den Namen Rhein-Sieg-Kreis erhielt und nun aus 19 links- und rechtsrheinischen Städten und Gemeinden bestand.
Im Juni 1991 fasste der Bundestag den Bonn/Berlin-Beschluss, der Berlin zum Parlaments- und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland erklärte und einen erheblichen Strukturwandel in der Region einläutete. Drei Jahre später wurde das Berlin-Bonn-Gesetz verkündet. Neben dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin wurde eine Arbeitsteilung zwischen Berlin und der Region Bonn/Rhein-Sieg-Ahrweiler mit Ausgleichsregelungen für den Hauptstadtverlust festgeschrieben. Ein Ergebnis war Mitte der 1990er Jahre der Bau und die Errichtung der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, der heutigen Hochschule Bonn/ Rhein-Sieg mit ihren Standorten in Rheinbach und in Sankt Augustin.
siehe auch
Weblinks und Quellen
- Rönz, Andrea, Rhein-Sieg-Kreis, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Orte-und-Raeume/rhein-sieg-kreis/DE-2086/lido/57d125b713f011.89253337 (abgerufen am 29.07.2026)