Jüdische Gemeinde Siegburg
Nach schriftlichen Zeugnisse existierte in Siegburg bereits Ende des 12. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde. Nach mehreren Jahrhunderten der Abwesenheit siedelte sie sich zum Ende des 17. Jahrhunderts in der Siegburger Holzgasse wieder an. Hier befanden sich auch die Synagoge und das Ritualbad (Mikwe).
Der alte jüdische Friedhof an der Heinrichstrasse stellt mit seinen zahlreichen, etwa 350 Grabstellen ein noch heute sichtbares Zeichen für die Existenz einer jüdischen Gemeinde dar. Obwohl er schon im späten Mittelalter an dieser Stelle bestand, wird der älteste Grabstein auf das Jahr 1696 datiert. Die Belegungszeit erstreckte sich bis ins 20. Jahrhundert.
Im Jahr 1816 hatte die jüdische Gemeinde in Siegburg 82 Mitglieder, 1901 dann 341 Mitglieder. Mitte des 18. Jahrhunderts besaß sie eine eigene Synagoge in Form eines Betraumes im Haus Holzgasse 10. Am 22. Oktober 1841 wurde die neue Synagoge auf dem Gebiet des heutigen „Am Brauhof“ eingeweiht, die am 10. November 1938 vernichtet wurde. Daran erinnert heute das Brunnen-Denkmal, das hier seit 1985 (erneuert 1998) am einstigen Standort der Synagoge steht.
Gedenkstätten
Am 23. September 1962 wurde auf dem jüdischen Friedhof in Siegburg ein Gedenkstein für die Opfer des NS-Regimes in deutscher und hebräischer Sprache errichtet.
Eine weitere Gedenkstätte stellt der Brunnen "Am Brauhof" dar. Die 1841 in Siegburg errichtete Synagoge wurde in der Pogromnacht von 1938 in Brand gesetzt und vollständig zerstört. Der Brunnen und ein Hinweis auf dem Straßenschild "Am Brauhof" erinnern an den früheren Standort.
Der in Form eines Davidsterns gestaltete sechseckige Brunnen (geschaffen von Steinmetz Karl-Josef Schneider), erinnert zugleich an die jüdische Gemeinde Siegburgs. In seinem kreisförmigen Textband inmitten der Pflasterung ist zu lesen: „Hier stand seit 1841 die Synagoge der jüdischen Gemeinde, der mehr als 300 Mitglieder angehörten. Die Synagoge fiel am 10.11.1938 den Flammen der Pogromnacht - Reichskristallnacht - zum Opfer. Durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft - 1933 - 1945 - wurde der größte Teil der Gemeindemitglieder ermordet. Ihr Tod soll uns mahnend sein.“
siehe auch
Weblinks und Quellen
- Jüdischer Friedhof Siegburg. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-12941-20110704-8 (Abgerufen: 7. Juli 2023)
- jüdische-gemeinden.de/siegburg
- Wikipedia-Eintrag