Geschichtlicher Rundgang in Rheinbach





Rheinbach mit Wurzeln in der Römerzeit wurde urkundlich erstmals im Jahr 762 erwähnt. Die Stadt mit historischer Altstadt ist geprägt von kurkölnischer Geschichte und mittelalterlichen Befestigungen.
Ein geschichtlicher Rundgang beginnt am Himmeroder Hof und führt zu den Sehenswürdigkeiten der Kernstadt. Das Glasmuseum Rheinbach im Himmeroder Hof beherbergt über 1000 Glasobjekte und erzählt die Geschichte des Glases bis hin zur modernen und zeitgenössischen Glasgestaltung. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich Teile der böhmischen Glasindustrie an und auch eine Glasfachschule wurde in Rheinbach eingerichtet. Weiterhin sind das Naturparkzentrum und das Römerkanal-Infozentrum hier zu finden, letzteres zur ehemaligen römischen Wasserleitung, einem beeindruckenden Beispiel für die römische Ingenieurskunst.
Zu den Rheinbacher Sehenswürdigkeiten gehört natürlich der nahe liegende Hexenturm, der mächtige Rundturm der alten Stadtbefestigung. Als Teil der ehemaligen Stadtmauer errichtet, ragt er rund 34,5 Meter in die Höhe und besitzt Mauern von etwa 2,2 Metern Stärke.
Auch der nahe Wasemer Turm und der erhaltene Kallenturm in der Kernstadt sind Überreste der Stadtbefestigung aus dem Mittelalter. Sie entstanden, nachdem Rheinbach von verlustreichen Kämpfen heimgesucht worden war und in der Folge eine große Stadtmauer mit insgesamt sieben Türmen errichtet wurde.
Südlich vom Hexenturm liegt der Rheinbacher Stadtpark mit dem alten Wasserturm, der heute als Atelier für Glaskünstler dient. Er ist von Grünflächen umgeben, die zum Spaziergang einladen. An drei hingerichtete ukrainische Zwangsarbeiter erinnert im Stadtpark zudem ein Mahnmal, dass aus drei Stelen besteht, geschaffen von Steinmetzmeister Hans-Josef Samulewitz.
Der Rheinbacher „Geschichtliche Rundgang“ führt besonders durch die historische Altstadt, vorbei an mittelalterlichen Befestigungsanlagen und fränkischen Höfen. Ein Flyer (pdf) hilft bei der Orientierung. Dabei wird auch die Pfarrkirche St. Martin erreicht, die das Bild der Innenstadt prägt. Sie liegt in der Kernstadt zwischen Hauptstraße und Langgasse. Nachdem das ursprüngliche Bauwerk im Zweiten Weltkrieg am 5. März 1945 durch Bomben fast vollkommen zerstört wurde, entstand in den Jahren 1948 und 1950 der heutige Kirchbau, wobei der Turm der alten Kirche erhalten blieb.
Am Ende der Gasse, die neben der Kirche verläuft, steht der rechteckige Kallenturm. Er wurde im 13. Jahrhundert errichtet und sicherte den Wasserauslass der Stadt (Kalle = Rinne).
Über die Hauptstraße führt der Weg zum verkehrsreichen Wilhelmsplatz, dem früheren „Platz am Dreeserthore“, zugleich ein Hinweis auf das 1821 niedergelegte westliche Stadttor. Erst im Jahr 1871 wurde der Platz zu Ehren des deutschen Kaisers Wilhelm I. benannt.
An mehreren Stellen der Stadt sind Teilstücke der römischen Wasserleitung zu finden, so z. B. am Gründer- und Technologiezentrum, an der Straße „Am Römerkanal“ oder an der Ecke Münstereifeler Straße und Euskirchener Weg. Die „Römerkanal“ genannte Wasserleitung brachte über eine Strecke von etwa 90 km Länge frisches Wasser aus der Eifel bis zum heutigen Köln. Im frühen Mittelalter verfiel die Wasserleitung und wurde als Steinbruch genutzt. Ihr Gußmauerwerk findet sich, oft in Quader zersägt, auch in den Mauern von Burgen und Kirchen der Umgegend oder in der Rheinbacher Burg.
Das 725-jähriges Stadtjubiläum hat Rheinbach übrigens mit einem historischen Stadtfest am 20. August 2023 gefeiert, mit einer Zeitreise in die Vergangenheit zur Zeit der Stadtgründung 1298 und mit Veranstaltungen in der Innenstadt, rund um den Bereich der ehemaligen Rheinbacher Burg mit ihrem Bergfried, auf dem Kirchplatz der Kirche Sankt Martin, am Himmeroder Hof und am Hof Raaf. Seit dem Spätsommer 1995 befindet sich hier das Stadtarchiv Rheinbach im ehemaligen Wohnhaus der Hofanlage an der Ecke Polligsstraße/ Bachstraße.
Streiflichter und Einblicke
- Burg Rheinbach
- Glasmuseum Rheinbach
- Hexenturm Rheinbach (Bergfried der ehemaligen Rheinbacher Burg)
- Himmeroder Hof
- Kallenturm Rheinbach
- Kirche Sankt Martin Rheinbach
- Römische Wasserleitung („Römerkanal“)
- Stadtpark Rheinbach
- Wasemer Turm Rheinbach
- Wasserturm Rheinbach