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Siegburg

Aus Bonn.wiki
Blick zum Michaelsberg mit Katholisch-Sozialem Institut (KSI)
Siegburg: Blick vom Michaelsberg auf das Kreishaus. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Siegburg ist die Kreisstadt im Rhein-Sieg-Kreis mit rund 42.000 Einwohnern.

Das Stadtgebiet ist gegliedert in die Stadtteile

Siegburg

Wolsdorf

Braschoß

sowie Seligenthal.

Nachbarkommunen sind Troisdorf, Lohmar, Neunkirchen-Seelscheid, Hennef und Sankt Augustin.

Namensgeberinnen der Stadt sind die ehemalige Burg auf dem Michaelsberg und die Sieg, die westlich der Stadt bei Niederkassel in den Rhein mündet. Deren Nebenfluss, die Agger, bildet die natürliche Grenze zur Nachbarstadt Troisdorf im Westen. Von der Sieg zweigt im Osten der Stadt der Mühlengraben in der Höhe des Siegwehrs ab und fließt durch das Stadtgebiet.

Eine Siedlung entwickelte sich nach der Gründung der Abtei St. Michael durch den Kölner Erzbischof Anno II. um 1064 am Fuße des Berges, der ursprünglich „Siegberg“ hieß. Im 13. Jahrhundert wurde die Siedlung mit einer Stadtmauer umgeben, die nach einer Erweiterung im 15. Jahrhundert vier Stadttore umfasste.

Bereits im 12. Jahrhundert wird der zu einem Großteil künstlich angelegte Mühlengraben urkundlich erwähnt. Zur Abtei auf dem Michaelsberg gehörten seinerzeit alle fünf Mühlen am Graben, neben der Stadtmühle (auch: Mahlmühle) die Walkmühle, Lohmühle, Papiermühle und Ölmühle. Nur die Mahlmühle lag innerhalb der Stadtmauer.

Das 950. Stadtjubiläum feierte die Stadt Siegburg im Jahr 2014.

Aus der Geschichte

Siegburg - Blick zur Kirche Sankt Servatius. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Anno II., Erzbischof von Köln, stiftete 1064 die Benediktiner-Abtei auf dem Siegburger Michaelsberg. Bereits seit dem 9. Jahrhundert gab es dort eine Burg.

Der Aufstieg zur ehemaligen Abtei über die Bergstraße bietet herrliche Ausblicke und den Zugang zur renovierten Abteikirche St. Michael. Im Jahr 2017 wurde hier nach dem Umzug von Bad Honnef nach Siegburg das Katholisch-Soziale Institut mit seinem Tagungshaus eröffnet.

Bereits seit 1069 wurde am Fuße des Michaelsbergs Markt gehalten. Unweit erhebt sich am nahe gelegenen Kirchplatz die romanische Kirche St. Servatius, bekannt für ihren Kirchenschatz, dessen Grundstock Stadtgründer Anno durch die Schenkung bedeutender Reliquien legte.

Nikolaus von Verdun fertigte den prächtigen Anno-Schrein, das bedeutendste Objekt des Siegburger Kirchenschatzes. Insgesamt gehören zur Schatzkammer fünf große Reliquiare in Schreinsform, vier davon aus der Spätromanik. Heute enthält der moderne Annoschrein aus dem Jahr 2021 die Reliquien des im Jahr 1183 heiliggesprochenen Erzbischofs.

Stadtmuseum in Siegburg

Reste der Siegburger Stadtmauer können noch in der Ankergasse, am kleinen Park am S-Carré und am Mühlengraben auf Höhe des Restaurants Medo besichtigt werden.

Am unteren Markt ist das Gebäude der ehemaligen Lateinschule zu finden, in dem seit 1990 das Stadtmuseum untergebracht ist, in seiner wechselvollen Geschichte auch Geburtshaus der aus Siegburg stammenden Komponisten Joseph Hermann Mohr (1834) und Engelbert Humperdinck (1854).

Im Stadtmuseum sind unter anderem keramische Kostbarkeiten zu sehen. „Siegburger Krüge“ und andere Töpferwaren machten Siegburg im Hochmittelalter überregional bekannt.

Siegburg - Blick vom Michaelsberg auf das Siegwerk. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Mit der beginnenden Industrialisierung kam es zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu ersten Industrieansiedlungen in der Kreisstadt, die aufgrund ihrer verkehrstechnisch günstigen Lage bereits 1856 einen ersten Bahnhof erhielt. Bereits im Jahr 1840 war die Kattun-Druckerei und Färberei Rolffs & Cie. (Vorläufer des Sieg-Werks) von Köln nach Siegburg verlegt worden, wo sie der erste große Industriebetrieb war. Im Jahr 1875 wurde Siegburg dann zum Standort einer großen, reichseigenen Munitionsfabrik, der Königlich-Preußischen Geschoßfabrik und 1893 folgte die Eröffnung des Zweigwerks des Königlich-Preußischen Feuerwerkslaboratoriums. Von der damaligen Expansionsphase zeugen im Stadtgebiet noch zahlreiche Straßen mit preußischer Namensgebung, wie Kronprinzenstraße, Elisabethstraße, Augustastraße, Luisenstraße, Kaiserstraße, Wilhelmstraße oder Kaiser-Wilhelm-Platz. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Versailler Friedensvertrag mussten die Munitionsfabriken schließen, was zu einer hohen Arbeitslosigkeit führte.

Die 1841 in Siegburg errichtete Synagoge wurde in der Pogromnacht von 1938 in Brand gesetzt und vollständig zerstört. Ein Brunnen und ein Hinweis auf dem Straßenschild "Am Brauhof" erinnern heute an den früheren Standort. Der in Form eines Davidsterns gestaltete sechseckige Brunnen (geschaffen von Steinmetz Karl-Josef Schneider), erinnert zugleich an die jüdische Gemeinde Siegburgs. In seinem kreisförmigen Textband inmitten der Pflasterung ist zu lesen: „Hier stand seit 1841 die Synagoge der jüdischen Gemeinde, der mehr als 300 Mitglieder angehörten. Die Synagoge fiel am 10.11.1938 den Flammen der Pogromnacht - Reichskristallnacht - zum Opfer. Durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft - 1933 - 1945 - wurde der größte Teil der Gemeindemitglieder ermordet. Ihr Tod soll uns mahnend sein.“

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs nahmen im April 1945 nach letzten Gefechten US-amerikanische Truppen die Stadt ein, die schwere Kriegsschäden davongetragen hatte; auch die Abteikirche auf dem Michaelsberg war zerstört. Unter britischer Besatzung begann der allmähliche Wiederaufbau.

Saniertes Rathaus in Siegburg

Am 1. August 1969 wurde Siegburg die Kreisstadt des neu gebildeten Rhein-Sieg-Kreises. Von 1974 bis 1978 entstand in Siegburg das neue Kreishaus als Sitz von Kreistag und Kreisverwaltung des Rhein-Sieg-Kreises.

Bereits im Jahr 1968 war das neue Rathaus der Stadt eingeweiht worden, das nach Plänen des Kölner Architekt Peter Busmann entstand.

Im Rahmen der Sanierung des Siegburger Rathauses wurde der Künstler Udo Zembok mit der Gestaltung der bodentiefen Verglasungen im Erdgeschoss des Verwaltungstrakts in Richtung Nogenter Platz/ Friedensplatz beauftragt. Das Kunstprojekt „Siegburger Bilderfries“ zeigt von innen wie von außen Stadtgeschichte in Form aneinandergereihter Porträts von Siegburger Persönlichkeiten.

Interessantes und Sehenswertes

Café und Dining-Bar Roestburg (ehemals Felder's) in Siegburg
Klosterkirche Seligenthal und Karmel Elia in Siegburg-Seligenthal

Bürgermeister und Stadtrat

Essen und Trinken

Kirchen

Live-Bilder

Schulen

Siegburgs Partnerstädte

  • Siegburgs Partnerstädte sind Nogent-sur-Marne (Frankreich), Guarda (Portugal), Selçuk (Türkei), Boleslawiec (Polen) und Orestiada (Griechenland).
  • Informationen auf siegburg.de

Streiflichter und Einblicke

Bahnhof Siegburg/Bonn
Brauhof-Galerie in Siegburg
S-Carré in Siegburg
Anbau an das Amtsgericht in Siegburg
An der Wahnbachtalsperre
siehe auch: tourismus-siegburg.de/stadtrundgang

Stadtführungen und Stadtrundgänge in Siegburg online

Johannistürmchen auf dem Siegburger Michaelsberg
Informationstafel am Mönchweg Sieg

Veranstaltungen

Wohnen in Siegburg

Zu Fuß und mit dem Rad

Literatur

  • Daniel Robbel, 111 Orte an der Sieg die man gesehen haben muss, Emons-Verlag Köln 2025

Vereine in Siegburg

In Siegburg gibt es eine Vielzahl von Verbänden und Vereinen, die in der Stadt aktiv sind.

Die Stadtverwaltung unterhält eine Übersicht, die nach Kategorien unterteilt ist.

siehe dazu auch:

Helios Klinikum in Siegburg
Rhenag-Gebäude in Siegburg
Am Rhein-Sieg-Forum in Siegburg

Kultur.Landschaft.Digital.:

Zeitungsartikel: