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Siegburger Innenstadt

Aus Bonn.wiki
Blick zum Michaelsberg mit Katholisch-Sozialem Institut (KSI)

Die Siegburger Innenstadt ist das historisch gewachsene Zentrum der Kreisstadt Siegburg, wo kurze Wege die vorhandenen Einkaufs-Möglichkeiten, Cafés und Restaurants verbinden und etliche kulturelle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen sind.

Auf dem Michaelsberg, einer rund 118 m hohen Felsenkuppe oberhalb von Siegburg, befinden sich die Gebäude der ehemaligen Benediktinerabtei St. Michael. Die ehemalige Abtei auf dem Michaelsberg ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt Siegburg und wird in den nachfolgenden Rundgang einbezogen. Die Aufstiege, etwa über die Bergstraße oder den Felsen- und Johannisgarten, bieten herrliche Ausblicke und entschädigen am Ziel mit einem weiten Blick über die Region bis hin zum Siebengebirge.

Ein Rundweg …

S-Carré in Siegburg
Siegburg St. Servatius und Haus zum Winter. - Foto: Hans-Dieter Weber.
Ansicht am oberen Markt

… beginnt am Siegburger Bahnhof oder am benachbarten Busbahnhof und führt über die Neue Poststraße unmittelbar in die Fußgängerzone. Vorbei am Amtsgericht und über die Brücke über den Mühlengraben führt der Weg durch den „Torbogen“ des S-Carrés. In der Nähe können noch Reste der Siegburger Stadtmauer in einem kleinen Park besichtigt werden.

Weiter führt der Weg über die Annostraße zum Siegburger Markt, einem Schwerpunkt des Rundwegs. Bereits seit 1069 wurde in Siegburg am Fuße des Michaelsbergs Markt gehalten. Unweit erhebt sich am nahe gelegenen Kirchplatz die romanische Kirche St. Servatius, bekannt für ihren Kirchenschatz, dessen Grundstock Stadtgründer Anno durch die Schenkung bedeutender Reliquien legte.

Stadtmuseum in Siegburg
Siegburger Brauhaus in der Holzgasse
Brauhof-Galerie in Siegburg
Restaurant Anno 17 auf dem Siegburger Michaelsberg
Felsengarten am Michaelsberg
Ansicht - Kreishaus in Siegburg vom Mühlengraben her.

In unmittelbarer Nähe der Kirche steht am Markt mit dem „Haus zum Winter“ der älteste profane Steinbau Siegburgs, der Anfang des 13. Jahrhunderts als Pfarrhaus errichtet wurde. Bereits die unverputzte Giebelwand lässt die 800-jährige Geschichte des Hauses erahnen, die neben dem Keller zu den erhaltenen spätromanischen Bauteilen gehört. Sie zeigt im unteren Bereich noch den romanischen Baustil und ein spätmittelalterliches Kreuzstockfenster. Seine heutige Gestalt erhielt das Haus im 19. Jahrhundert.

Die Siegessäule auf dem oberen Siegburger Markt wurde 1877 nach dem Krieg von 1870/71 errichtet. Die Figur der Viktoria wurde seinerzeit im Zinkgussverfahren nach einem Modell des Bildhauers Christian Daniel Rauch gefertigt und der Bonner Steinmetz Johann Josef Olzem fertigte den Unterbau aus Udelfanger Sandstein.

Unterhalb der Siegessäule finden sich auch heute noch wochentags einige Marktstände, die ihre Waren anbieten und auch das bekannte Café Fassbender.

Am unteren Markt steht das Gebäude der ehemaligen Lateinschule. In seiner wechselvollen Geschichte war es auch das Geburtshaus der aus Siegburg stammenden Komponisten Joseph Hermann Mohr (1834) und Engelbert Humperdinck (1854). Nach Engelbert Humperdinck sind in Siegburg die Musikschule und die Humperdinckstraße benannt. Stelen im Stadtgebiet erinnern zudem an den berühmten Komponisten und sein Werk.

Im heutigen Stadtmuseum sind seit 1990 unter anderem keramische Kostbarkeiten zu sehen. „Siegburger Krüge“ und andere Töpferwaren machten Siegburg im Hochmittelalter überregional bekannt. Entstanden ist hier ein regelrechtes Siegburger Kulturhaus, das mit dem Stadtmuseum, der Bibliothek und der Tourist Information drei kulturell ausgerichtete Sparten der Stadtbetriebe Siegburg beheimatet.

Im Rahmen der Sanierung des Siegburger Rathauses am nahen Nogenter Platz wurde der Künstler Udo Zembok mit der Gestaltung der bodentiefen Verglasungen im Erdgeschoss des Verwaltungstrakts in Richtung Nogenter Platz/ Friedensplatz beauftragt. Das Kunstprojekt „Siegburger Bilderfries“ zeigt von innen wie von außen Stadtgeschichte in Form aneinandergereihter Porträts von Siegburger Persönlichkeiten.

Im Bereich zwischen Burggasse, Sebastiangasse, Markt und Orestiadastraße steht die inzwischen fast vollständig sanierte Marktpassage am Siegburger Markt mit der Thalia-Buchhandlung, inzwischen allerdings ohne den hinteren Ausgang zum sog. Allianz-Parkplatz. Der Siegburger Architekt Hartmut de Corné hatte sie in den 1980-er Jahren entworfen und im Auftrag des Immobilienhändlers Norbert Klein war sie entstanden. Neben Einzelhandel, Büroräumen und Gastronomie gab es damals ein Kino im Obergeschoss sowie eine Diskothek im Keller. Das ist lange her. Im Kino lief der letzte Film schon 2007 und auch die Diskothek gibt es schon lange nicht mehr.

Vom oberen Markt her lohnt ein Abstecher in die nahe Holzgasse, neben der Kaiserstraße eine zentrale Geschäftsstraße in Siegburg. Im Siegburger Brauhaus „Zum roten Löwen“ werden neben rheinischen Spezialitäten auch eigene Biere angeboten werden, darunter das Siegburger und das Michel, ein obergäriges Bier, das seinen Namen vom Michaelsberg ableitet.

Ab etwa 2027 ist in der Holzgasse die Sanierung der Kanäle und Versorgungsleitungen und eine Neugestaltung geplant. Die bisherige Detailplanung sieht unter anderem neues Altstadtpflaster mit „rau-schattierten Steinen“ vor, durchsetzt von breiten Betonsteinen, die an Dielenbretter erinnern und darauf hinweisen, dass die Holzgasse tatsächlich einmal aus Holz bestand. Auch 18 neue Bäume sollen den zukünftigen Weg säumen.

Von der Holzgasse her führt der Weg in die Scheerengasse und vorbei an einem Brunnen-Denkmal, das hier seit 1985 (erneuert 1998) am einstigen Standort der Synagoge steht. Der in Form eines Davidsterns gestaltete sechseckige Brunnen (geschaffen vom Siegburger Steinmetz Karl-Josef Schneider), erinnert zugleich an die jüdische Gemeinde Siegburgs. In seinem kreisförmigen Textband inmitten der Pflasterung ist zu lesen: „Hier stand seit 1841 die Synagoge der jüdischen Gemeinde, der mehr als 300 Mitglieder angehörten. Die Synagoge fiel am 10.11.1938 den Flammen der Pogromnacht - Reichskristallnacht - zum Opfer. Durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft - 1933 - 1945 - wurde der größte Teil der Gemeindemitglieder ermordet. Ihr Tod soll uns mahnend sein.“

Über die Brauhof-Galerie und über die Kaiserstraße führt der Weg zum oberen Markt zurück. Der anschließende Aufstieg über die Bergstraße zur ehemaligen Abtei auf dem Michaelsberg bietet beeindruckende Ausblicke und am Ziel den Zugang zur Abteikirche St. Michael. Bereits im Jahr 2017 wurde auf dem Michaelsberg - nach dem Umzug von Bad Honnef nach Siegburg - das Katholisch-Soziale Institut mit seinem Tagungshaus eröffnet.

Besonders von der Terrasse des Restaurants anno17 bietet sich ein herrlicher Ausblick. Es liegt in den alten Abteistuben des Klosters im Bereich der Vorburg. Der hl. Anno und die Jahreszahl des Umbaus in 2017 fungieren hier als Namenspate.

Die ehemalige Abtei auf dem Michaelsberg ist auch eine Station auf dem Beethoven-Rundgang im Rhein-Sieg-Kreis. Erinnert wird in Siegburg an das Orgelspiel des jungen Beethoven in der Abteikirche.

Über den Felsen- und Johannisgarten führt der Weg wieder herab vom Berg und zum Mühlengraben. Bereits im 12. Jahrhundert wird der zu einem Großteil künstlich angelegte Mühlengraben urkundlich erwähnt. Zur Abtei auf dem Michaelsberg gehörten seinerzeit alle fünf Mühlen am Graben, neben der Mahlmühle die Walkmühle, Lohmühle, Papiermühle und Ölmühle. Nur die Mahlmühle lag innerhalb der Stadtmauer. Die Erwähnung der Mahlmühle als Kornmühle erfolgte in 1355. Das heutige Gebäude der Stadtmühle entstand erst im Jahr 1878 als fünfgeschossiges Mühlengebäude in nüchterner Backsteinarchitektur. Die Mühle ist das letzte alte Gebäude des Mühlenviertels in Siegburg. Sie wird seit den 1980-er Jahren nach entsprechenden Umbauten zu Wohnzwecken genutzt. Das renovierte Zuppinger-Wasserrad aus dem Jahr 1877 läuft nur als Attrappe.

Vorbei am Kreishaus, dem Sitz der Kreisverwaltung des Rhein-Sieg-Kreises, geht es wieder zurück zum Bahnhof.

Flyer

Stadtbibliothek in Siegburg

ISEK Siegburg Innenstadt

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Siegburger Innenstadt bündelt mehrere Projekte, die das Zentrum stärken und die Entwicklung positiv gestalten sollen. Ziel ist es, Siegburg nachhaltig zu modernisieren und öffentliche Räume aufzuwerten. Einige der Projekte sind inzwischen abgeschlossen, etwa die Umgestaltung des Michaelsbergs oder der Mehrgenerationengarten an der Cecilienstraße.

Restaurants und Gasthäuser

Café und Dining-Bar Roestburg (ehemals Felder's) am Bahnhof in Siegburg

Streiflichter und Einblicke

Blick zur ehemaligen Stadtmühle in Siegburg
Johannistürmchen auf dem Siegburger Michaelsberg