Abtei Michaelsberg

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Wahrzeichen von Siegburg: die ehemalige Abtei auf dem Michaelsberg. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Auf dem Michaelsberg, einer vulkanischen und rund 118 m hohen Felsenkuppe oberhalb von Siegburg, befinden sich die Gebäude der ehemaligen Benediktinerabtei St. Michael. Bereits seit dem 9. Jahrhundert gab es dort eine Burg.

Anno II., Erzbischof von Köln, stiftete im Jahr 1064 die Abtei. Er starb 1075 und wurde in „seinem“ Kloster beigesetzt. Berichte von Wundern an seiner Grabstätte führten schon im Jahr 1183 zu seiner Heiligsprechung.

Die ehemalige Abtei auf dem Michaelsberg ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt Siegburg. Der Aufstieg über die Bergstraße bietet herrliche Ausblicke und den Zugang zur renovierten Abteikirche St. Michael.

Nach der Auflösung der Abtei im Zuge der Säkularisation im Jahr 1803 wurden die Gebäude als Kaserne, Schule und Krankenhaus, dann als Irrenanstalt und später als Zuchthaus genutzt. Ab 1914 war die Abtei - mit kurzer Unterbrechung im 2. Weltkrieg - wieder von einem Benediktinerkonvent bewohnt, bevor dieser in 2011 geschlossen wurde.

Im Jahr 2017 wurde auf dem Michaelsberg das ursprünglich in Bad Honnef ansässige Katholisch-Soziale Institut mit seinem neuen Tagungshaus eröffnet. Seit fast 950 Jahren - bis 2011 - war hier der Lebensort für Mönche des Benediktinerordens, seit 2013 noch von einigen Ordensmitgliedern der Unbeschuhten Karmeliter. Das Katholisch-Soziale Institut (KSI) und die Karmeliten beleben seither auf dem Michaelsberg die alten Klostermauern mit den hinzu gekommenen Neubauten.

Die Stadt Siegburg begann 2013 damit, den Berg zu sichern, alte Wegeverbindungen wieder herzustellen und das Areal aufzuwerten, mit Felsen- und Johannisgarten oder dem Gang über die Seufzerallee, vorbei an Bastionswiese, Rosengarten und Spielplatz bis zum Terrassengarten. Seit dem Frühjahr 2024 sind die Arbeiten abgeschlossen.

Abteikirche St. Michael

Gebäude der ehemaligen Abtei auf dem Siegburger Michaelsberg. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Das Vorgängerbauwerk der heutigen Kirche war eine romanische Basilika. An Stelle der romanischen Rundapsis entstand im frühen 15. Jahrhundert ein gotischer Hochchor. Offenbar 1649 durch einen Brand zerstört wurde die Kirche Mitte des 17. Jahrhunderts im Stile des Barocks verändert, besonders durch ein breites und hohes Querhaus. Seither wird das Gebäude durch eine mächtige Vierung geprägt, mit gleicher Höhe wie das Langhaus und entsprechender Höhe im Chor. Das bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg (1944) völlig zerstörte Bauwerk wurde auf Grundlage der Mauerreste bis 1953 neu errichtet. Die sehenswerten Kirchenfenster stammen von dem Künstler Ernst Jansen-Winkeln.

Der Schrein mit den Reliquien des hl. Anno kann in der Anno-Kapelle besichtigt werden.

Katholisch Soziales Institut

Das Katholisch-Soziale Institut wurde nach seinem Umzug von Bad Honnef nach Siegburg im Mai 2017 im modernisierten Gebäude der ehemaligen Benediktinerabtei eröffnet. Unterhalb ist ein Neubau entstanden, der über zwei Brücken mit dem Bestandsbau verbunden wurde (Forum). Hier befinden sich Restaurant und Tagungsräume, Büros und Parkdecks. Die 1947 von Kardinal Frings gegründete Bildungsakademie hat ihren thematischen Schwerpunkt in der katholischen Soziallehre und der Arbeitnehmerbildung.

Siegburger Abtei-Liqueur

Der Siegburger Abtei-Liqueur ist ein Kräuterlikör, der in Siegburg nach einer überlieferten Benediktinerrezeptur destilliert und vertrieben wird. Nach dem Weggang der Mönche aus Siegburg im Jahr 2011 wurden die Lizenzrechte von den Brüdern Bernd und Rüdiger Kranz übernommen, und die Herstellung des Likörs fortgesetzt.

siehe auch

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