Mit dem Rad: Bonner Innenstadt

Das Radfahren in der Bonner Innenstadt ist attraktiver geworden, mit zusätzlichen Radwegen, Umweltspuren und sicheren Parkmöglichkeiten, etwa in der Stadthausgarage oder in der Fahrradgarage am Stiftsplatz.

Informationen zur RadRegionRheinland

Besonders das Bürgerbegehren „Bonner Radentscheid“ definierte sieben verkehrspolitische Ziele für die Verbesserung der Rad- und Fußverkehrs-Infrastruktur in Bonn.

Dabei ist die Bonner Fußgängerzone grundsätzlich den Fußgängern vorbehalten. Damit Radfahrende aber gut ans Ziel kommen und die Geschäfte in der Innenstadt erreichen können, wurden einige Bereiche der Fußgängerzone für das Befahren mit Fahrrädern freigegeben. Hier ist dann eine besondere Rücksichtnahme erforderlich.

Dort, wo das blaue Verkehrsschild mit weißem Fahrrad angebracht ist, müssen Radfahrende den Radweg benutzen. Eine Ausnahme von der Benutzungspflicht besteht nur, wenn die Wege eindeutig nicht befahrbar sind.

Damit gewünschte Wege gefunden oder neue Verbindungen entdeckt werden können, sind ausgewählte Routen mit Wegweisern ausgestattet. Landesweit verbindet das Radverkehrsnetz Nordrhein-Westfalen alle Städte und Gemeinden. Die Radregion Rheinland gibt durch das Knotenpunktsystem Orientierung für Radfahrende.

Tourvorschlag 1

 
Am Beethovenhaus in Bonn
 
Das restaurierte Beethovendenkmal auf dem Bonner Münsterplatz
 
Blick zum Alten Rathaus am Markt

Eine rund 30 km lange Rundtour in Bonn beginnt und endet vor dem Beethoven-Haus in der Bonner Fußgängerzone. Der Weg dieser Tour führt durch die Bonner Innenstadt, die Nordstadt, die Südstadt, das geschichtsträchtige Bundesviertel und wer mag fährt bis zur Rheinaue oder am Rheinufer entlang gar bis nach Bad Godesberg. Am Rheinufer entlang geht es dann auch wieder zurück in die Bonner Innenstadt.

Stationen sind:

Tourvorschlag 2

 
Am Fritz-Schroeder-Ufer in Bonn
 
Die Beethovenhalle am Rhein. - Foto: Hans-Dieter Weber.
 
Alter Zoll am Bonner Rheinufer
 
Graffiti-Wand am Rhein: Sommer-Mural 2025
 
Pavillon am Bonner Rathenau-Ufer/ Ecke Zweite Fährgasse
 
Ernst Moritz Arndt - Haus an der Adenauerallee in Bonn

Die nachfolgende Tour beginnt am Bonner Rheinufer unterhalb der sanierten Beethovenhalle und endet auch dort.

Nach aufwändiger Instandsetzung und Modernisierung ist die denkmalgeschützte Beethovenhalle in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 16. Dezember 2025 mit einer langen „BeethovenNacht“ wiedereröffnet worden als Veranstaltungsstätte mit exzellenter Akustik.

Am Rheinufer verläuft hier das Fritz-Schroeder-Ufer, das bald in das Erzbergerufer übergeht. Die Tour führt nach Süden in Richtung Kennedybrücke. In diesem Streckenbereich führen sowohl eine Promenade als auch ein großzügiger Radweg am Rhein entlang.

Unmittelbar vor der Brücke erinnert am Moses-Hess-Ufer ein kleines Mahnmal aus Mauerresten und einem ausgesparten Davidstern an die ehemalige jüdische Synagoge. Die 1878/79 nach den Plänen des Architekten Hermann Eduard Maertens erbaute alte Synagoge von Bonn lag am Rheinufer (heute Moses-Hess-Ufer) an der nördlichen Seite der damaligen Tempelstraße und an der Nordseite der Alten Rheinbrücke. Sie wurde am 10. November 1938 von Nationalsozialisten gebrandschatzt und zerstört.

Hinter der Brücke liegen rechts die Bonner Oper und die RheinLogen, links sind etliche Schiffsanleger für die Personenschifffahrt auf dem Rhein zu finden. Rechts erhebt sich schon bald der Alte Zoll, einst Teil der Stadtbefestigung. 15 Meter hoch ragt die Mauer der Eckbastion am Rhein empor, die schon im 18. Jahrhundert zur Schlossterrasse wurde.

Ein Abstecher vom Rheinufer hoch zum Stadtgarten (mit Biergarten) und weiter zur Aussichtsterrasse des Alten Zoll wird mit einem beeindruckenden Ausblick auf den Rhein und auf das Siebengebirge belohnt. Zwei aus der Zeit der Napoleonischen Kriege stammende Kanonen erinnern hier an die militärische Vergangenheit.

Ganz in der Nähe der Aussichtsplattform liegen das ehemalige Kurfürstliche Schloss (heute: Uni-Hauptgebäude) und das Geburtshaus von Peter Joseph Lenné (Kon­vikt­stra­ße 4), dem späteren General-Gartendirektor der Königlich-Preußischen Gärten. In Bonn wurde er als Spross ei­ner Gärt­nerfamilie ge­bo­ren, die über meh­re­re Ge­ne­ra­tio­nen Hof­gärt­ner her­vor­ge­bracht hat.

Wieder zurück am Rheinufer führt der Weg am Brassertufer entlang und vorbei an einer Graffiti-Wand („Hall of Fame") unterhalb des „Hotels Königshof“, die bereits wiederholt Austragungsort von Graffiti-Jams war.

Wenig später wird auf der linken Seite der Rheinpavillon erreicht, mit seinem Biergarten unmittelbar am Rhein. Anstelle eines Kioskes aus der Nachkriegszeit entstand bereits im Jahr 1953 das Bauwerk mit etwa 70 Plätzen und mit außergewöhnlicher Architektur, etwa den Panorama-Fenstern in der Kanzel.

Der folgende Uferabschnitt (das Rathenauufer) liegt zwischen der Ersten - und Zweiten Fährgasse und führt u.a. an der Rückseite des Bonner Beethoven-Gymnasiums vorbei. Danach folgt der Weg der nach rechts abzweigenden Zweiten Fährgasse bis zur Adenauerallee, die an der Ampel überquert wird.

An der Ampel lohnt nach rechts ein Blick zum Ernst-Moritz-Arndt-Haus, heute eine Dependance des Stadtmuseums Bonn, links steht das Gebäude des Bundesrechnungshofs (früher Postministerium). Das Wohn- und Sterbehaus von Ernst Moritz Arndt wurde Anfang des 19. Jahrhunderts (1819) nach Plänen des Universitätsbaumeisters Hermann-Friedrich Waesemann erbaut. Es ist das einzig erhaltene Bonner Professorenhaus aus dieser Zeit. Damals lag es nahe der Universität inmitten von Weinbergen außerhalb der eigentlichen Stadtmauern, heute in der Bonner Innenstadt an der vielbefahrenen Adenauerallee.

Die geradeaus folgende Weberstraße führt zur Bonner Südstadt mit zahlreichen herrschaftlichen Häusern, die etwa in der Zeit zwischen 1860 und dem Beginn des Ersten Weltkrieges gebaut worden. Als Gründerzeitviertel im Historismus-Baustil hat das Viertel den Zweiten Weltkrieg oft unversehrt überstanden.

 
Poppelsdorfer Schloss. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Die Radtour folgt der Weberstraße, überquert die Kaiserstraße und die Schienen der Deutschen Bahn und später den Bonner Talweg, die Goebenstraße und die Argelanderstraße, folgt ab hier der Wilhelm-Levison-Straße und (nach rechts) einem Teil der Schloßstraße und erreicht das Poppelsdorfer Schloss. Das heutige Schloss ist das Nachfolgegebäude einer in 1583 zerstörten gotischen Wasserburg. Es wurde ab 1715 neu geplant und errichtet, ursprünglich als Lustschloss „Clemensruhe“. In seiner heutigen Form entstand es letztlich ab dem Jahr 1723 und wurde über die Poppelsdorfer Allee mit dem Stadtschloss verbunden. Die heute noch sichtbare Achse vom Kurfürstlichen Schloss (heute Hauptgebäude der Universität Bonn) zum Poppelsdorfer Schloss war ursprünglich als Kanal geplant, wurde aus Geldmangel aber letztlich parkartig als Allee angelegt.

Ganz in der Nähe des Schlosses laden die Botanischen Gärten zum Verweilen ein und nicht zuletzt das Nees, wo Café und Kuchen aus der Siegburger Produktion Fassbender angeboten werden.

 
Kurfürstliches Gärtnerhaus im Baumschulwäldchen
 
Museum August Macke Haus in Bonn
 
Blick in die Heerstraße mit Jupiter-Säule

Über die Meckenheimer Allee führt die Tour in Richtung Baumschulallee und folgt dieser nach links in Richtung Baumschulwäldchen, der grünen Oase vor allem für die Leute aus dem Musikerviertel. Ein paar der Pflanzenveteranen sollen tatsächlich noch aus Kurfürstenzeiten stammen.

An der Ecke Colmantstraße lohnt ein Abstecher zum Rheinischen Landesmuseum (Colmantstr. 14 - 16). Von der Steinzeit bis heute werden Geschichten aus 400.000 Jahren Rheinland im Museum präsentiert, darunter Funde aus dem Doppelgrab von Oberkassel oder aus der Kelten- und Römerzeit. Das Museum bietet einen einzigartigen Einblick in die Kulturgeschichte des Rheinlands.

Zurück am Baumschulwäldchen mit dem kurfürstlichen Gärtnerhaus (hier heißt die Straße Wittelsbacher Ring) verläuft der Weg weiter zur Guido-Westerwelle-Brücke (vormals: Viktoriabrücke), die überquert wird.

An der Kreuzung hinter der Brücke (Ecke Bornheimer Straße) liegt links das August-Macke-Haus (Hochstadenring 36). Das ehemalige Wohn- und Atelierhaus des Malers August Macke verdankt sein Überleben einer tatkräftigen Bürgerinitiative, die es schaffte, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen und Landes- sowie Privatmittel für die Restaurierung aufzutreiben. Im Rahmen der Erforschung des rheinischen Expressionismus nimmt das Haus inzwischen einen wichtigen Platz ein. Im Dezember 2017 wurde dem Altbau ein moderner Erweiterungsbau des renommierten Bonner Architekten Karl-Heinz Schommer hinzugefügt. In ihm ist Raum für Wechselausstellungen, Büros, Depots, Museumspädagogik, Gastronomie und Veranstaltungen.

Entlang des Hochstadenrings führt die Radtour weiter bis zur Vorgebirgsstraße, die (nach rechts) bis zur Heerstraße (direkt in der Bonner Altstadt) führt. Die Namensherkunft wird mit der alten Römerstraße erklärt, die einst bis nach Trier führte. Nachbildungen eines Meilensteins, einer Jupitersäule und eines Weihesteins zieren die Heerstraße und verdeutlichen die Geschichte des ehemals römischen Heerlagers. Das Legionslager „Castra Bonnensia“ war Teil des Niedergermanischen Limes, einem bedeutenden Grenzabschnitt des Römischen Reiches.

Über die Heerstraße verläuft die Tour bis zur Kölnstraße, die überquert wird. Danach verläuft die Radtour über die Straße Rosental wieder zum Aushangspunkt am Fritz-Schroeder-Ufer zurück.

siehe auch