Bröckemännche

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Foto: Hans-Dieter Weber.

Stadtbekannte Skulptur am Brückenpfeiler der Kennedybrücke am Bonner Rheinufer. Das „Bröckemännche“ (Brückenmännchen) streckt dem Betrachter sein Hinterteil entgegen, das allerdings entgegen landläufiger Meinung nicht nackt ist, sondern in einer Hose (mit Flicken) steckt.

Die Geschichte dazu ist typisch „rheinisch“: Die Bonner hatten eine Brücke bauen lassen, die erste seit Menschengedenken zwischen Bonn und Beuel, die im Dezember 1898 nach drei Jahren Bauzeit auch feierlich dem Verkehr übergeben wurde. Ärgerlich aus Bonner Sicht war allerdings, dass sich weder der preußische Staat noch die Stadt Beuel an den Baukosten beteiligt hatten – damals immerhin stolze vier Millionen Mark, für die man eine Anleihe aufnehmen musste. Mit dem Bröckemännche und seinem nach Beuel zeigenden Hinterteil machten die Bonner drastisch klar, was sie von dieser finanziellen Zurückhaltung hielten. Der Zerstörung der Brücke mit ihren zwei Turmbauten am jeweiligen Ufer in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs war auch das Bröckemännche zum Opfer gefallen. Doch auch an der neuen, erst später Kennedybrücke getauften Rheinüberquerung, die 1948 fertig gestellt wurde, brachten die Bonner eine Replik an, nur zeigte sie diesmal gen Frankfurt – den damals ernsthaftesten Mitbewerber um die provisorische Hauptstadt der im Werden begriffenen Bundesrepublik Deutschland. Auf der anderen Rheinseite, der „Schäl Sick“, findet sich übrigens das weibliche Pendant, das Brückenweibchen.

Der Bonner Medienclub (BMC) vergibt seit dem Jahr 2000 alljährlich im Rahmen seines Neujahrsempfangs einen „Bröckemännche-Preis“ an eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die „wider den Stachel löckt“, also durch eher unkonformistisches Verhalten von sich reden macht.