Röttgen ist ein Stadtteil der Bundesstadt Bonn im Stadtbezirk Bonn und liegt auf dem Höhenzug der Ville.

Der südwestlichste Ortsteil des Stadtbezirks Bonn, am Rande des Kottenforstes gelegen, kann sich rühmen, der mit Abstand größte Bonner Ortsteil zu sein – zumindest flächenmäßig. Denn das weitaus meiste Areal (etwa Zweidrittel) wird eben vom Wald in Anspruch genommen.

Dank seiner idyllischen Höhenlage wurde Röttgen ein beliebtes Wohngebiet für Bonner bzw. Neubonner.

Der Stadtteil grenzt im Norden an Brüser Berg, Ückesdorf, Ippendorf und Venusberg und im Osten an Friesdorf und Schweinheim. Weitere Nachbargemeinden im Rhein-Sieg-Kreis sind Alfter und Meckenheim.

Heute zählt der einst landwirtschaftlich geprägte Ort mit seinen Ein- und Mehrfamilienhäusern an die 5.000 Einwohner.

Am Hölder

Zwischen Röttgen und dem benachbarten Ückesdorf entstand das Neubaugebiet „Am Hölder“ mit einer Fläche zwischen der Reichsstraße, der Heidegartenstraße und der Straße „Am Hölder“ von ungefähr 250.000 Quadratmetern.

Zu Römerzeiten lag hier eine villa rustica, deren Überreste vor einiger Zeit zwischen Röttgen und Ückesdorf freigelegt wurden. Bei Röttgen wurden auch Überreste von Soldatenlagern entdeckt, die hier vermutlich zu Übungszwecken errichtet worden waren.

Am Kottenforst

 
Venantiuskapelle in Röttgen.
Foto: Hans-Dieter Weber

In Röttgen stand einst das Jagdschloss „Herzogsfreude“ des Kurfürsten Clemens August. Der letzte und größte barocke Schlossbau des Kurfürsten wurde 1755 bis auf den Innenausbau fertig gestellt und sollte als Jagdschloss für die damals hoch angesehene Parforcejagd dienen. Allein das Hauptgebäude der dreiflügeligen Anlage soll eine 70 Meter breite Fassade gehabt haben, mit 19 Fensterachsen. Doch der Prunkbau ist schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts verschwunden. Er wurde damals von den französischen Besatzern an einen Dachdecker verkauft und schließlich Ziegel für Ziegel abgetragen.

Doch die sternförmig in den Kottenforst führenden Wege sind bis heute erhalten geblieben. Im Gegensatz zu historischen Gebäuden des im 15. Jahrhundert erstmals als „Rödchen“ (rheinisch für „kleine Rodung“) erwähnten Ortes.

In Röttgen befanden sich einst zwei Tongruben, die „alte“ mit Mühlwerk zum Mahlen von trockenem Ton, und die „neue“ beim Schlossplatz, in der weißer Ton abgebaut wurde. Die durch den Tonabbau entstandene Vertiefung füllt heute ein kleiner See, der samt Uferzonen unter Naturschutz steht.

Die „Alte Tongrube“ befand sich am heutigen Tennisplatz. Von dieser Tongrube führte einst eine Feldbahn entlang der Flerzheimer Allee bis zum Bahnhof Kottenforst.

Geschichte

 
Fachwerkhaus in Röttgen.
Foto: Hans-Dieter Weber.

Am Ort ist eine lange Siedlungsgeschichte belegt.

Ausgrabungen durch das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland führten zu zahlreichen Funden im Gebiet um den Hölder und lassen auf eine Besiedlung um etwa 2500 bis 2600 vor Christus schließen.

Der Name „Röttgen“ ist etymologisch auf das Verb „roden“ zurückzuführen.

Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort 1433 als „Roitgin“ in einer Rechnung des Kanonissenstifts Dietkirchen zu Bonn. In dieser Zeit wurde die Gegend rein landwirtschaftlich genutzt.

In 1532 erscheint der Ort dann als „Roitgen“ in alten Urkunden, in 1605 „uffm Röttgen“, in 1845 als „Röttchen“ und ab 1899 als „Röttgen“.

Von der ehemaligen historischen Bebauung blieben eigentlich nur die Venantiuskapelle und das wohl älteste Haus am Ort, ein früherer Hof an der Reichsstraße, bestehen.

Kirchen

 
Katholische Kirche Christi Auferstehung in Röttgen
Die Evangelische Thomaskirchengemeinde (Herzogsfreudenweg 44) umfasst Röttgen sowie in Alfter-Witterschlick und Oedekoven. Die Kirche wurde von 1981 bis 1982 erbaut als ein markanter und moderner Bau mit Sichtmauerwerk und großen Fensterflächen und Platz für 250 Besucher/innen.
Die Kirche Christi Auferstehung (Herzogsfreudenweg 25) gehört zur katholischen Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena und Christi Auferstehung. Das Bauwerk wird bestimmt durch eine geradlinige Architektur der 1960-er Jahre mit modernem Backsteinmauerwerk, Ziegelwänden, Sichtbeton und abstrakten Buntverglasungen der Fenster.
Die Sankt-Venantius-Kapelle (an der Reichsstraße 28) ist nach dem hl. Venantius benannt, einem Märtyrer aus dem 3. Jahrhundert. Die Kapelle wurde 1740 erbaut und ist das älteste Bauwerk in Röttgen.

Schulen

 
An der Schlossbachschule in Röttgen
Die Schlossbachschule am Herzogsfreudenweg 53 ist die Grundschule im Bonner Ortsteil Röttgen unmittelbar am Kottenforst. Sie ist eine der größten Bonner Grundschulen. Die Lage am Waldrand – Richtung Ückesdorf - und am Sportplatz gibt den Kindern viele Bewegungsmöglichkeiten.
Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium wurde im Jahr 1964 eröffnet, zunächst als staatliches Gymnasium in Röttgen. Im Jahr 1989 erfolgte die Benennung nach dem Journalisten, Schriftsteller und Pazifisten Carl von Ossietzky, während der Weimarer Republik auch Herausgeber der Zeitschrift "Die Weltbühne". Heute ist das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (kurz: CvO) eine Ganztagsschule mit künstlerisch-musikalischem und naturwissenschaftlichem Schwerpunkt im Bonner Ortsteil Ückesdorf.

Streiflichter und Einblicke

 
Im Kottenforst
 
Jägerhäuschen im Kottenforst. - Foto: Hans-Dieter Weber.

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