Reichsstraße


Von Norden her verläuft die Reichsstraße (L 261) aus Richtung Lengsdorf - und im Osten an Ückesdorf vorbei - nach Röttgen.
In Röttgen ist die Straße die historische Hauptachse des Ortes. Die zentrale Durchfahrtsstraße bindet den Ort auch an den Autobahnzubringer zur A 565 an.
Wo vor etwa 80 Jahren noch einfache Backsteinhäuser von Arbeitern standen, prägen heute zumeist moderne Bauten und wenige historische Gebäude das Straßenbild.
Entlang der Reichsstraße verliefen im 20. Jahrhundert wichtige Feldbahntrassen, die die Röttgener Tongruben mit dem Bahnhof Kottenforst verbanden. In den 1960-er Jahren erlebte der Tonabbau seine Blütezeit, bevor er in den 1980-er Jahren endgültig eingestellt wurde.
Zu den erhaltenen historischen Gebäuden gehört die St.-Venantius-Kapelle (Reichsstraße 28). Das älteste Gebäude in Röttgen stammt aus dem Jahr 1740. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten konnte das Gotteshaus im Oktober 2024 mit einem neuen Altarraum feierlich wiedereröffnet werden.
Auch aus der Zeit des Kurfürsten Clemens August ist ein Gebäude unweit des Ortseinganges erhalten geblieben, das einst als Wohnhaus des Hundemeisters Heinrich Vaasen (1706 - 1778) diente, dem der Jagdhundezwinger unterstand. Erkennbar sind am schmiedeeisernen Gitter über der Eingangstüre die gekrönten Initialen "CA", für Kurfürst Clemens August. Rechts neben dem Wohnhaus des Hundemeisters lag der ehemalige Hundezwinger.
Anfang des 19. Jahrhunderts etablierte sich in dem Gebäude bis zur Mitte der 1980-er Jahre der Gasthof Stupp, lange Zeit ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt am Ort.