Ückesdorf


Ückesdorf ist ein Stadtteil im Stadtbezirk Bonn mit knapp 3.000 Einwohner/-innen. Er ist umgeben von Wald und Wiesen und grenzt im Westen an den Stadtteil Brüser Berg, im Norden an den Stadtteil Lengsdorf und im Süden und Osten an Röttgen und Ippendorf.
Auf einer Länge von sieben Kilometern erstreckt sich unmittelbar an Ückesdorf angrenzend und nur durch die östlich verlaufende Reichsstraße getrennt das Naturschutzgebiet Katzenlochbachtal.
Ückesdorf ist heute ein eher "junger" Ortsteil von Bonn, der in den vergangenen Jahren wegen seiner relativ kleinteiligen Bebauung mit Reihen- und Einfamilienhäusern ein beliebtes Zuzugsgebiet geworden ist. Da ist es wohl kein Zufall, dass Ückesdorf statistisch gesehen die durchschnittlich jüngste Bevölkerung und gleichzeitig die niedrigste Kriminalitätsrate ganz Bonns aufzuweisen hat.
Kehrseite der Medaille vom Leben im Grünen: Die Infrastruktur – die Busverbindungen einmal ausgenommen – ist aus Sicht der Ückesdorfer durchaus ausbaufähig. So gibt es bis auf das Carl-von- Ossietzky-Gymnasium keine Schulen am Ort und nur unzureichende Einkaufsmöglichkeiten, aber eine Arzt- und eine Zahnarztpraxis, einen Bäcker und eine Gaststätte. Zum täglichen Einkauf fährt man ins benachbarte Röttgen oder aber nach Lengsdorf oder Duisdorf. Viele Grundschulkinder aus dem Ort besuchen die Schlossbachschule in Röttgen.
In Ückesdorf befindet sich das afghanische Generalkonsulat, früher die Botschaft des asiatischen Landes.
Direkt an der Reichsstraße liegt eine Institution des Ortsteils, das Gasthaus Butscheid, das bereits 1840 gegründet wurde.
Geschichte


Zwischen Ückesdorf und dem benachbarten Röttgen entstand das Neubaugebiet „Am Hölder“ mit einer Fläche von ungefähr 250.000 Quadratmetern. Das zwischen Ückesdorf und dem benachbarten Röttgen liegende Neubaugebiet bietet Platz für etwa 300 Wohneinheiten. Zu Römerzeiten bestand hier bereits eine villa rustica, deren Überreste vor einiger Zeit freigelegt wurden. Bei Röttgen wurden auch Überreste von Soldatenlagern entdeckt, die hier vermutlich zu Übungszwecken errichtet worden waren.
Zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert entstanden dann am Rande des Kottenforstes sogenannte Waldrodungsdörfer, dazu gehörte auch der Ort „Uckenstorp“, so die damalige Bezeichnung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahre 1131. Auch noch einige Zeit später in 1449 bestand der Ort lediglich aus 12 Häusern beziehungsweise Höfen, bis zum Jahr 1664 waren es 17 Höfe. Zahlreiche Höfe lagen im Bereich der heutigen Hubertusstraße.
Die Seelsorge für die kleinen Dörfer und Weiler erfolgte seit dem frühen 12. Jahrhundert von Lengsdorf aus, das mit Endenich zusammen dem Bonner Cassius-Stift eingegliedert war. Das Stift hatte auch in Teilen des Kottenforstes alte Rechte auf Schweinemast, Kleinwildjagd, Fischerei sowie Holznutzung. Erst einige hundert Jahre später gab es dann ein eigenes kleines Gotteshaus am Ort, das heute als Beispiel einer ländlichen Andachtsstätte gilt.
- vgl. dazu: Artikel im Bonner General-Anzeiger vom 9. April 2016: Hubertuskapelle in Ückesdorf - Nicht größer als ein Wohnzimmer
Bis zur kommunalen Neuordnung in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1969 gehörte Ückesdorf 35 Jahre zum Amt Duisdorf im Landkreis Bonn, seither zur Stadt Bonn.
Kirche

- Im Jahr 1718 wurde die Hubertus-Kapelle am Ort als Fachwerkbau errichtet, die zunächst der heiligen Dreifaltigkeit geweiht wurde. Sie entstand als Fachwerkbau mit dreiseitigem Chor. Erst später erfolgte die Umwidmung der Kapelle zugunsten des St. Hubertus. Für ihre Sanierung hat es 2005 einen ersten Preis beim Fassadenwettbewerb der Stadt Bonn gegeben.
Schule
- Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium wurde im Jahr 1964 eröffnet, zunächst als staatliches Gymnasium in Röttgen. Im Jahr 1989 erfolgte die Benennung nach dem Journalisten, Schriftsteller und Pazifisten Carl von Ossietzky, während der Weimarer Republik auch Herausgeber der Zeitschrift "Die Weltbühne". Heute ist das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (kurz: CvO) eine Ganztagsschule mit künstlerisch-musikalischem und naturwissenschaftlichem Schwerpunkt im Bonner Ortsteil Ückesdorf.
Streiflichter und Einblicke

- Buslinie 604
- Carl-von-Ossietzky-Gymnasium
- Gasthaus Butscheid Ückesdorf
- Götgesbach
- Hubertusbach (Zufluss des Katzenlochbachs)
- Hubertus-Kapelle in Ückesdorf
- Katzenlochbachtal
- Kottenforst
- Reichsstraße
- Sportverein Rot-Weiß Röttgen
Vereine


- Ein ausführliches Vereinsregister (getrennt nach Sport- und sonstigen Vereinen) findet sich im Internet unter www.bonn.de/vereine.
- Festausschuss Röttgen-Ückesdorf
Weblinks und Quellen
Kultur.Landschaft.Digital.:
- Jan Peter Schnadt: „Kottenforst”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-72081-20130819-2 (Abgerufen: 23. Mai 2023)
- „Römische Übungslager im nördlichen Kottenforst”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356525 (Abgerufen: 22. Juni 2026)
- „Römische Übungslager im südlichen Kottenforst”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-356526 (Abgerufen: 22. Juni 2026)