Ippendorf

Der Bonner Ortsteil im Stadtbezirk Bonn in Verlängerung des Venusbergs und oberhalb von Poppelsdorf zählt aufgrund seiner Höhen- und Waldrandlage sicherlich zu den begehrteren Wohngebieten der Stadt.
Heute leben hier etwa 7.500 Menschen.
Am Rande von Ippendorf liegt das Erholungsgebiet Waldau samt Haus der Natur, Restaurant und Wildgehege, sozusagen am anderen Ende des Ortes mit herrlichem Rheinblick bis nach Köln und darüber hinaus die Kreuzbergkirche mit anschließendem Kreuzweg mit seinen Stationen hinunter nach Poppelsdorf.
Bis unmittelbar an die Wohnbebauung von Ippendorf grenzt das Naturschutzgebiet Katzenlochbachtal. Der Katzenlochbach entspringt im Kottenforst. Der Talabschnitt zwischen Ückesdorf und Ippendorf ist wegen seiner Vielfalt an Pflanzen und (Klein-)Tieren als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Weiterhin findet sich das Melbtal bei dem Ort, ein waldreiches Tal des Melb- oder Engelsbaches zwischen Ippendorf, Poppelsdorf und Venusberg. Es verläuft von der Waldau bis zum Melbbad. Das von Fußwegen gesäumte Tal ist seit 2013 durch den Landschaftsplan Kottenforst als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Gebiet hat eine Gesamtgröße von ungefähr 20 Hektar und umfasst das steile und zum Teil tief eingeschnittene Kerbtal mit dem naturnahen Waldbach, mit Sumpf- und Sickerquellen sowie begleitenden Hangwäldern.
Aus der Ortsgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Ippendorfs stammt aus dem Jahr 1320.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Kurfürstentum Köln. Eine erste Kapelle wurde in Ippendorf vermutlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet, der Nachfolgebau (Barbara-Kapelle) entstand 1807 und im Jahr 1908 dann die katholische Pfarrkirche St. Barbara.
Unter Preußen gehörte der Ort 1816 bis 1927 zur Bürgermeisterei Poppelsdorf, anschließend zum Amt Duisdorf, bevor Ippendorf am 1. August 1969 in die Stadt Bonn eingemeindet wurde. Seither hat der Ort mit gewachsenen Strukturen, aber auch etlichen Neubaugebieten, sprunghaft an Bevölkerung zugelegt.
Von 1973 bis 2005 war in Ippendorf am Gudenauer Weg 134–136 die Aus- und Fortbildungsstätte des Auswärtigen Amtes („Diplomatenschule“) ansässig, bevor diese in die Villa Borsig in Berlin-Tegel umzog.
Baukunst auf dem Kreuzberg
Die Kreuzbergkirche nahe bei dem Ort (noch auf Endenicher Gebiet) entstand zur Zeit des Erzbischofs und Kurfürsten Ferdinand von Köln anstelle eines verfallenen Vorgängerbaus. Schon von weitem ist die Kreuzbergkirche, unmittelbar bei Ippendorf gelegen, zu sehen, die bis zum Jahr 1627 im Auftrag des Erzbischofs von Köln auf dem Kreuzberg errichtet wurde. Sie wurde 1628 geweiht.

Besonders sehenswert ist die von Balthasar Neumann im Rokoko-Stil errichtete "Heilige Stiege", die gut hundert Jahre später - im Jahr 1746 - Kurfürst Clemens August stiftete. Die Gesamtanlage, bestehend aus Kloster, Kirche und Kreuzwegstation ist eine der bedeutendsten Barockschöpfungen im Rheinland. Maßgeblich an der Entstehung der heiligen Stiege beteiligt war neben dem Kurfürsten als Bauherrn und Balthasar Neumann als ausführendem Architekten auch Johann Adam Schöpf aus Bayern, der für die barocke Ausmalung mit Episoden aus der Passionsgeschichte zuständig war. Kirche und Heilige Stiege sind nach dem Zweiten Weltkrieg mit großem Aufwand renoviert und restauriert worden.
Der Kreuzberg hat seinen Namen von einer Wallfahrtsstätte, an der schon im 15. Jahrhundert, wenn nicht sogar weitaus früher, die Pilger das heilige Kreuz verehrten. Wallfahrtswege führen heute noch an alten Bildstöcken vorbei den Berg hinauf bis zur Heiligen Stiege, darunter einer aus dem Jahre 1616 vom Ortseingang von Ippendorf, ebenso der Stationsweg aus Richtung Poppelsdorf oder der Weg entlang der heutigen Kapellenstraße aus Richtung Endenich. Jeder Weg lohnt sich, hat man doch von oben einen grandiosen Blick über Bonn hinweg ins Rheintal. Im angeschlossenen Klostergebäude auf dem Kreuzberg ist heute das Kreuzberg-Zentrum für internationale Bildung und Kulturaustausch in katholischer Trägerschaft untergebracht.
Kirche Sankt Barbara

Der Grundstein für die heutige Kirche St. Barbara wurde am 14. Juli 1907 gelegt. Am Sonntag, 10. Mai 1908 wurden das erste Hochamt und die Einsegnung in der Kirche gefeiert. Im Jahr 1914 kam der Hochaltar mit einem Abendmahl-Gemälde hinzu. Im neogotischen Stil wurde die St.-Barbara-Kirche seinerzeit nach den Plänen des Architekten Jakob Stumpf errichtet. Zum 25-jährigen Bestehen der Kirche kam auch eine neue Orgel hinzu.
Der Glasmaler Paul Weigmann hat viele Fenster der Ippendorfer Pfarrkirche gestaltet, darunter die farbenprächtigen Chorfenster hinter dem Altar.
In den Jahren 1962 und 1980 wurde das Gotteshaus saniert und erneut ab 2024 mit einer Neugestaltung des Kirchenvorplatzes.
Literatur
- Chronik der Kirchengemeinde St. Barbara Bonn-Ippendorf erschien im Jahr 2008 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der feierlichen Einsegnung der St. Barbara Kirche am 10. Mai 1908.
- Die Standardchronik für den Bonner Stadtteil Ippendorf ist das Werk "Ippendorf. Vom armen Bauerndorf zum bevorzugten Bonner Wohnort" von Bernhard Berzheim. Das 1990 vom Bonner Heimat- und Geschichtsverein herausgegebene Standardwerk zeichnet die Entwicklung des Ortes nach. Das 1280 Seiten umfassende Buch enthält auch ein umfangreiches Ortsfamilienbuch (Familien von 1644 bis 1874).
Streiflichter und Einblicke


- Alte Schule Ippendorf (Vereinshaus)
- Beim Mahler
- Engelsbachschule Ippendorf
- Gut Melb
- Haus Venusberg
- Katzenlochbachtal
- Kinderheim Maria im Walde
- Kirche Sankt Barbara Ippendorf
- Kottenforst
- Kreuzberg
- Kreuzbergkirche mit hl. Stiege
- Melbtal
- Melbtal-Runde
- Restaurant „Beim Mahler“
- Sportplatz Ippendorf
- Venusberg
- Waldau
Vereine
- Ein ausführliches Vereinsregister (getrennt nach Sport- und sonstigen Vereinen) findet sich im Internet unter www.bonn.de/vereine.
- Ortsausschuss Ippendorf | www.ortsausschuss-ippendorf.de
- HTC Schwarz-Weiss Bonn e.V.
- Sportfreunde Ippendorf 1923 e.V.
Weblinks und Quellen

Kultur.Landschaft.Digital.:
- Jan Peter Schnadt: „Kottenforst”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-72081-20130819-2 (Abgerufen: 23. Mai 2023)
- „Kreuzberg (Kulturlandschaftsbereich Regionalplan Köln 428)”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-251836 (Abgerufen: 23. Mai 2023)
- „Kulturlandschaft Ville”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/A-EK-20080619-0026 (Abgerufen: 23. Mai 2023)
- „Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-114215-20150203-3 (Abgerufen: 23. Mai 2023)