Mit dem Rad: Beueler Rheinufer
Als Rheinuferpromenade Beuel wird das gestaltete Ufer des Rheins auf der rechten Bonner Rheinseite zwischen Friedrich-Ebert-Brücke und Bonner Bogen bezeichnet.

Mit dem Fahrrad beginnt die rechtsrheinische Tour auf dem Uferdamm im Beueler Norden.
Aus Richtung der Friedrich-Ebert-Brücke führt der Weg vorbei an Schwarzrheindorf mit seiner Doppelkirche und weiter zum Beueler Bahnhöfchen.
Von dort aus geht es unter der Kennedy-Brücke hindurch zur Rheinpromenade am Hans-Steger-Ufer entlang und weiter zur rechtsrheinischen Rheinaue im Beueler Süden bis zum Bonner Bogen und nach Oberkassel.
In den vergangenen Jahren wurde fast die gesamte Promenade auf einer Länge von rund 15 Kilometer erneuert, wobei auch der Hochwasserschutz verbessert wurde.
Stationen
Nachfolgend wird die Route von der Friedrich-Ebert-Brücke im Norden bis zum Bonner Bogen und Oberkassel im Süden beschrieben.
Auf dem Rheindamm führt der Weg zunächst in Richtung Schwarzrheindorf.
Der jüdische Friedhof in Schwarzrheindorf befindet sich in der Nähe der Nordbrücke. Eine schmale Steintreppe führt zu der Begräbnisstätte, die als eine der ältesten und größten im Rheinland gilt. Zwischen großen Pappeln befinden sich die bis heute erhaltenen mehr als 440 Grabsteine aus dem 17. bis 20. Jahrhundert, wobei der älteste Grabstein aus dem Jahr 1623 stammt. Eine große Tafel am Eingang informiert über die Geschichte und bekannte jüdische Persönlichkeiten, die hier bestattet wurden.
Schwarz-Rheindorf
Die gute Lage am Rheinufer zeichnet Schwarzrheindorf aus. Ein Abstecher mit dem Rad in den Ort beginnt idealerweise am Cäsar-Denkmal am Rheindamm und führt von dort hoch zur Doppelkirche St. Maria und Clemens, eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler in Bonn.
Bauherr der Kirche mit kreuzförmigem Grundriss war Mitte des 12. Jahrhunderts Arnold von Wied, damals nicht nur designierter Erzbischof und Kurfürst von Köln sondern auch Reichskanzler. Im Kircheninnern beeindruckt besonders der Zyklus romanischer Wandmalereien über das Alte Testament. Die Kirche verfügt zudem über eine zweite Etage mit einer achteckigen Öffnung in der Raummitte.
Arnold von Wieds Schwester Hedwig, beide sind in der Apsis der oberen Kapelle zu Füßen Christi zu sehen, wandelte nach dem Tod des Bruders am 14. Mai 1156 Burg und Kirche in ein Benediktinerinnenkloster um, daher stammt wahrscheinlich der Name Schwarzrheindorf nach dem schwarzen Habit der Benediktinerinnen. Später entstand aus dem Kloster ein "freiadlig-weltliches" Damenstift bevor das Stift zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgelöst und die Kirche vorübergehend profaniert wurde.
Sehenswertes am Wegesrand:
- Doppelkirche St. Maria und Clemens in Schwarzrheindorf
- Jüdischer Friedhof in Schwarzrheindorf
- Cäsar-Denkmal am Rheindamm in Schwarzrheindorf
Zurück am Rhein führt die Route weiter in Richtung des Beueler Combahnviertels.
Combahnviertel in Beuel
Ursprünglich war das Dorf Combahn bis ins 19. Jahrhundert hinein ein kleines eigenständiges Dorf am Rhein nördlich von Beuel. Um 1900 ist das Gebiet des heutigen Combahnviertels angelegt worden. Seine städtebauliche Grundstruktur ist bis in die heutige Zeit erhalten geblieben. Es gilt als ein Viertel für das gehobene Bürgertum um die Jahrhundertwende (vom 19. zum 20. Jahrhundert).
Bereits 1891 wurde ein Endbahnhof der Bröltalbahn im Combahnviertel errichtet. Nahe am Rhein entstand der westlichste Bahnhof der Bröltalbahn, im Volksmund „Bahnhöffje“ genannt, als wichtiger Umschlagplatz der ältesten Schmalspurbahn Deutschlands, heute ein beliebtes Restaurant mit Außengastronomie.
Einige Meter weiter liegt am Rhein an der Kennedybrücke die Gaststätte Rheinlust. Im Sommer ist besonders der Biergarten mit Blick auf den Rhein und die Bonner "Skyline" ein beliebter Treffpunkt.
Sehenswertes am Wegesrand:
(nördlich der Kennedy-Brücke)
- Bahnhöffje in Beuel (einst der Endbahnhof der Bröltalbahn im Beueler Combahnviertel - 1891 eröffnet)
- Combahnviertel
- Einheitsbäume in Bonn
- Skulptur "Die Wächter" von Lars Ulrich Schnackenberg am Beueler Rheinufer
Der Weg am Rhein führt weiter am Hans-Steger-Ufer entlang zum Mirecourtplatz.
Beuel - Mitte
In Beuel-Mitte findet man bei einem Abstecher vom Rhein u.a. das Rathaus des Stadtbezirks, die wichtigsten Einkaufsstraßen wie Friedrich-Breuer-Straße, Hermannstraße oder Obere Wilhelmstraße und das Kino Neue Filmbühne Beuel, das Kulturzentrum „Brotfabrik", das Beueler Brückenforum, das Mehlemsche Haus (heute Musikschule), das Junge Theater oder die Kirche St. Josef.
Am Rhein sind in den letzten Jahren drei neue Plätze an der Promenade entstanden, zunächst das Rondell am Mirecourtplatz (am Hans-Steger-Ufer), das mit einer Sitzstufenanlage in der Art eines Amphitheaters gestaltet wurde. Herzstück des weiteren Platzes am Restaurant Canal Grande in Höhe der Ernst-Moritz-Arndt-Straße ist ein Brunnen. Und am Nepomuk-Denkmal lädt eine Sitzstufenanlage zum Verweilen ein.
Sehenswertes am Wegesrand:
(südlich der Kennedy-Brücke)
- Gaststätte "Rheinlust" mit Biergarten
- Hans-Steger-Ufer (mit kleiner Parkfläche, Mirecourt-Platz und Liegeplatz des ehemaligen „Chinaschiffs“)
- im Park: Edelstahlplastik von Ernst Günter Hansing: o.T. (1989)
- im Park steht auch das Hiroshima-Mahnmal
etwas weiter am Ufer entlang folgen:
- Liegeplatz der ehemaligen Personenfähre Rheinnixe
- Platz mit Basaltstele, besonders gestalteten Bänken und zwei Aktionselementen (Kaleidoskop und Drehscheibe) am Restaurant „Canal Grande“ - mit angrenzendem Bootshaus der SSF Bonn (Hans-Georg-Masuhr-Platz)
- Johannes Nepomuk - Denkmal (am Nepomuk-Platz mit dem Flaggenmast des Beueler Schiffervereins)
- Bröckemännche und Brückenweibchen
Der Weg am Rhein führt weiter zum Beueler Teil der Rheinaue.
Beueler Rheinaue und Südbrücke
Auf dem Weg zur Rheinaue auf der Beueler Seite lädt am Haus am Rhein in Beuel-Süd der Biergarten "Zum blauen Affen" zum Verweilen ein. Angeboten werden u.a. bayrische Weißwurst, Brezeln, Bratwurst und kühle Getränke bei einer ausgesprochen schönen Aussicht auf den Rhein.
Etwas weiter südlich liegt der Sportplatz des Kardinal-Frings-Gymnasiums, und wieder etwas weiter liegt hinter einem Gebüsch in Höhe der einmündenden Kreuzherrenstraße das alte Beueler Wasserwerk, das bis 1968 die Beueler mit Wasser versorgt hat. Auf der baumbestandenen Wiese mit angrenzendem Spielplatz befand sich einst das Beueler Strandbad.
Ein Stück weiter nach Süden liegt der Stützpunkt der DLRG, die seit 1976 ein Gebäude nutzt, das vorher zur Bootswerft Schmitting gehörte. In der Nähe der Wasserrettungsstation entstand unlängst eine neue Outdoor-Anlage mit einem Fitnesszirkel.
Der folgende Rheinauenpark auf der Beueler Seite gehört zum Freizeitpark Rheinaue, einem insgesamt 160 ha großen und als Park angelegten Naherholungsgebiet. Der Park entstand anlässlich der Bundesgartenschau 1979. Ein Teilgebiet befindet sich auf der Beueler Seite, hier mit Skaterpark und großem und im Jahr 2023 neu gestalteten Spielplatz (ehemals „Haribo-Schiff“, heute „Räuberschiff“).
Weiter führt der Weg in Richtung Südbrücke. Die Konrad-Adenauer-Brücke (meist Südbrücke genannt) ist die südliche der drei Bonner Rheinbrücken und verbindet seit Dezember 1972 den Bonner Stadtteil Ramersdorf mit der gegenüber liegenden Rheinseite mit einer Gesamtlänge von 770 Metern. Über die Südbrücke führen die Autobahn A 562, die Stadtbahnlinien 66 und 68 sowie auf beiden Seiten jeweils ein Fuß- und Radweg.
Sehenswertes am Wegesrand:
- Biergarten Zum blauen Affen (Biergarten am Restaurant „Haus am Rhein“ und dem Bootshaus der Bonner Ruder-Gesellschaft)
- Rheinaue (Beueler Seite)
- Konrad-Adenauer-Brücke
Der Radweg am Rhein entlang verläuft weiter unter der Südbrücke hindurch und eröffnet am Bonner Bogen einen weiteren herrlichen Rheinblick.
Bonner Bogen
Foto: Hans-Dieter Weber
Im Süden von Beuel liegen Ramersdorf und Oberkassel; die beiden Stadtteile teilen sich das Entwicklungsgebiet am Bonner Bogen.
Entstanden ist auf dem Gelände der ehemaligen Beueler Zementfabrik ein Gebäudeensemble, das unter Beibehaltung einiger ursprünglicher Gebäude jetzt aus Büro-, Restaurant- und Hotelflächen besteht, darunter auch das Kameha Grand Hotel mit dem Restaurant Yunico.
In der Nähe der ehemaligen „Zementfabrik“ wurde auch das neue Polizeipräsidium errichtet.
Am Rhein wurden von der ehemaligen Fabrik ein alter Wasserturm, weiterhin die sogenannte „Rohmühle“ (heute ein Restaurant) und die Direktorenvilla geschickt in die neue Bebauung integriert.
Wo früher die Rohstoffe aus- und der fertige Zement auf Schiffe geladen wurden, sind mittlererweile etliche moderne Bürobauten entstanden, die von renommierten Unternehmen bezogen wurden.
In bevorzugter Rheinlage am Bonner Bogen und mit schönem Ausblick auf das Siebengebirge bieten hier weiterhin gleich mehrere gastronomische Betriebe ein vielfältiges Angebot an, darunter die Rohmühle, das Restaurant Ludwig’s, die L'Osteria im Rheinwerk oder die Rheinalm.
Sehenswertes am Wegesrand:
Oberkassel
Vom Bonner Bogen führt der Weg schließlich auf Bonner Stadtgebiet - vorbei am Bikini Beach - weiter in Richtung Oberkassel zum Oberkasseler Ufer.
Oberkassel mit zum Teil engen Gassen, einigen Sehenswürdigkeiten und erhaltenen Fachwerkhäusern liegt unterhalb des Ennerts und am Rand des Siebengebirges und ist der südlichste Ortsteil des Bonner Stadtbezirks Beuel.
Sehenswertes am Wegesrand:
- Alte Evangelische Kirche Oberkassel (von 1683)
- Arboretum Park Härle
- Bundeshäuschen
- Bürgerpark Oberkassel
- Café Breuer Oberkassel
Im weiteren Verlauf der Rheinpromenade - und am Bundeshäuschen vorbei - grenzt Oberkassel an Königswinter - Niederdollendorf im Rhein-Sieg-Kreis an. Auch hier verlaufen gestaltete Fuß- und Radwege am Rhein entlang und weiter nach Süden in Richtung Bad Honnef und Unkel.