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Unkel

Aus Bonn.wiki
Herresdorfsches Haus in Unkel (Burg Unkel)

Unkel ist eine Stadt im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde mit rund 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die Stadt liegt etwa 20 Kilometer südlich von Bonn am Mittelrhein und am Naturpark Rhein-Westerwald. Unkel am östlichen Ufer des Rheins ist etwa fünf Kilometer südlich (rheinaufwärts) von der Stadt Bad Honnef entfernt.

Bekannt ist Unkel als Rotweinstadt aber auch als Alterswohnsitz des Friedensnobelpreisträgers und ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt.

Auch als „Kulturstadt am Rhein“ hat Unkel in den letzten Jahren mit vielen Kunst- und Kulturevents auf sich aufmerksam gemacht.

Mit dem symbolischen Spatenstich haben am 20. März 2026 die Baumaßnahmen für die Neugestaltung der Unkeler Rheinpromenade begonnen. Die Rheinpromenade wird auf einer Länge von 350 Metern saniert.

Im Jahr 2028 feiert die Stadt ihr 450-jähriges Stadtjubiläum. Dazu werden vom 28. April bis 7. Mai 2028 ein Stadtfest und eine Festwoche unter dem Motto „Von Unkelern für Unkeler“ geplant.

Geschichte

Freiligrath-Haus in Unkel

Fränkische Grabbeigaben aus dem 7. Jahrhundert, die 1900 und 1923 entdeckt wurden, sind ein Beleg dafür, dass der Ort schon früh besiedelt war.

Im Jahre 1578 wurde Unkel erstmals in der Liste der kurkölnischen Städte geführt, ein Beleg für die Stadtwerdung von Unkel, deren formelle Verleihung nicht bekannt ist.

Im Zuge des Wiener Kongresses kam das Rheinland im Jahr 1815 zum Königreich Preußen. Unkel verlor seine Stadtrechte und wurde Sitz einer Bürgermeisterei.

Im 19. Jahrhundert befand sich in Inkel auch eine Zeit lang der Wohnsitz des Dichters Ferdinand Freiligrath, der seinerzeit erfolgreich zu Spenden für den Rolandsbogen aufrief, so dass dessen Wiederaufbau 1840 nach Plänen eines Kölner Dombaumeisters erfolgen konnte. Ein Baudenkmal ist das an der Rheinpromenade gelegene Freiligrathhaus, ein barockes Adelspalais von 1760, in dessen Mansardgeschoss der Dichter von 1839 bis 1841 lebte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wahl Bonns zur provisorischen deutschen Hauptstadt entwickelte sich Unkel zu einem beliebten Wohnort vor den Toren Bonns und konnte seine Einwohnerzahl fast verdoppeln.

Kirchen

Kirche Sankt Pantaleon in Unkel

Zu den Baudenkmälern in Unkel gehört die katholische Pfarrkirche St. Pantaleon mit mit romanischem Turm und barockem Hochaltar. Im Innern befindet sich ein hölzerner Reliquienschrein mit Abbildungen aus dem Leben des heiligen Pantaleon.

Deutlich jünger ist die evangelische Trinitatis-Kirche (Fritz-Henkel-Str. 3), die am am 21. Februar 1965 offiziell eingeweiht wurde. Nach den Plänen des Koblenzer Architekten Hans Schönhagen entstand zuerst der Glockenturm und anschließend der Kirchenraum. Hier wurde an Heiligabend 1964 der erste Gottesdienst gefeiert.

Unkeler Schweiz

Das Hähnerbachtal bei Unkel bietet einen idyllischer Wasserfall mit sieben Metern Höhe, die sogenannte Unkeler Kaskade, ein künstlicher Eingriff in die Natur. Als hier der Mühlenbetrieb in den 1880-er Jahren eingestellt wurde, richtete der Unkeler Verkehrs- und Verschönerungsverein einen Rastplatz ein und legte einen Wanderweg durch das Tal nach Bruchhausen an. Seitdem wird die Gegend auch „Unkeler Schweiz“ genannt. Von der Unkeler Kaskade am Wanderparkplatz gibt es mehrere Möglichkeiten für Ausflüge. In Richtung Stuxberg folgt der Rheinsteig dem Weg zur Burg Vilzelt. Eine leichtere Variante ist der Weg durch das Hähnerbachtal hinauf nach Bruchhausen.

Verbandsgemeinde

Die Verbandsgemeinde Unkel ist eine Gebietskörperschaft im Landkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz. Der Verbandsgemeinde gehören die Stadt Unkel sowie drei weitere Ortsgemeinden (Bruchhausen, Erpel und Rheinbreitbach) an, der Verwaltungssitz ist in der Stadt Unkel.

Willy-Brandt-Forum Unkel

Willy-Brandt-Forum in Unkel

Das Willy-Brandt-Forum Unkel ist ein Museum für Zeitgeschichte in der Stadt Unkel. Es erinnert an den ehemaligen Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt (SPD). Er lebte in Unkel von 1979 bis zu seinem Tod 1992. Hier, in der Nähe von Bonn, schrieb er seine Erinnerungen und engagierte sich als international hochgeachteter Staatsmann ohne Staatsamt für eine globale Friedens- und Entwicklungspolitik.

Ihm zu Ehren wurde der Untere Markt in Willy-Brandt-Platz umbenannt und das ehemalige Sparkassengebäude am Platz zum Willy-Brandt- Forum umgebaut.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen das private Arbeitszimmer Willy Brandts aus seinem Wohnhaus in Unkel und ein Porträt von Georg Meistermann.

Das Willy-Brandt-Forum wurde am 20. März 2011 eröffnet und wird von einer Bürgerstiftung betrieben.

siehe auch

Ortsansicht in Unkel