Die Friedrich-Ebert-Brücke (auch: Nordbrücke oder "Rheinharfe") ist die nördliche der drei Bonner Rheinbrücken.

Friedrich Ebert - Brücke in Bonn

Die Rheinbrücke Bonn-Nord wurde im Jahr 1967 gebaut. Sie besteht aus der linksrheinischen Vorlandbrücke, der Strombrücke und der rechtsrheinischen Vorlandbrücke. Aufgrund der begrenzten Restnutzungsdauer muss die Rheinquerung grundlegend saniert bzw. erneuert werden.

Nachdem zunächst ab Februar 2026 eine Sperrung der Brücke für LKWs über 7,5 t erfolgte, ist die Rheinbrücke Bonn-Nord (Friedrich-Ebert-Brücke) seit dem 3. Juni 2026 vollständig gesperrt.

Aktuelle Brückenprüfungen hatten strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erforderten. Auch der Rad- und Gehweg entlang der Rheinbrücke wurde vorsorglich gesperrt.

Wenig später stand fest, dass der linksrheinische Teil der Brücke, die etwa 660 m lange Vorland-Brücke, abgerissen und neu gebaut werden muss. Erst wenn diese fertiggestellt ist, kann der Verkehr wieder vollständig fließen. Wie die Autobahn GmbH nach Prüfung der Brücke mitteilte, sind die Schäden so gravierend, dass eine bloße Sanierung nicht sinnvoll ist. Schon Mitte Juli soll der Zuschlag für den Abbruch der alten Brücke erfolgen. Und noch in diesem Jahr wird die Vergabe der neuen Brücke beauftragt, mit dem Ziel, die Vorland-Brücke innerhalb von zwei Jahren nach Baubeginn fertigzustellen.

Dagegen können die Strombrücke über den Rhein (mit 520 m) sowie die rechtsrheinische Vorlandbrücke (mit 107 m) nach Angaben der Autobahn GmbH weiterhin Pkw- und Lkw-Verkehr tragen.

Bauwerk und Geschichte

Als Teilstück der Bundesautobahn A 565 führt die Bonner Nordtangente über die im Vielseilsystem erbaute Schrägseilbrücke, die am 28. Juni 1967 für den Verkehr freigegeben wurde.

Die Brücke ist eine der ersten Schrägseilbrücken im Vielseil-Fächersystem und wurde nach dem ersten deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) benannt. Sie wurde von dem Hagener Bauingenieur Helmut Homburg und dem Architekten Heinrich Bartmann entworfen und verbindet seit 1967 als Autobahnbrücke die Bonner Rheinseiten. Dabei überspannt sie den Rhein mit 280 Metern und hat eine Gesamtlänge von 520 Metern.

Die sechsspurige Autobahnbrücke (A 565) über den Rhein oberhalb der Sieg-Mündung wurde von 1964 bis 1967 erbaut. Von der Konstruktion her handelt es sich um eine Schrägseilbrücke mit zwei Pylonen, die Stahlseile verleihen der Brücke das Aussehen einer doppelten Harfe.

Das architektonisch beeindruckende Bauwerk verfügt neben den Auto-Fahrbahnen auf beiden Seiten über kombinierte Fuß-/Radweg.

Planung und Vollsperrung

 
Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn - Foto: Hans-Dieter Weber.

Die Autobahn GmbH plant, die Nordbrücke zwischen Auerberg und Beuel zu ersetzen und die Autobahn A 565 dabei auf sechs Spuren (plus Verflechtungs- und Standstreifen je Richtung) auszubauen. Damit würde der Brückenneubau mit 60 m nahezu doppelt so breit werden, als bisher. Dagegen wehren sich betroffene Anwohner.

Dafür wurde ein Baubeginn frühestens Anfang der 2030er-Jahre erwartet.

Die Stadt Bonn setzte sich dabei gemäß Rats-Beschluss vom 4. September 2025 für eine flächenschonende Erneuerung der Nordbrücke ein.

Bereits seit 2016 durften Fahrzeuge, die schwerer als 44 Tonnen sind, nicht mehr über die Nordbrücke fahren. Bei Sonderuntersuchungen wurden Schäden festgestellt, so dass die Last laut Autobahn GmbH abgesenkt werden musste. Und seit 2025 standen den Autofahrerinnen und Autofahrern in Fahrtrichtung Koblenz auf der Nordbrücke bereits nur zwei statt drei Fahrspuren zur Verfügung.

 
Friedrich Ebert Brücke (Nordbrücke) in Bonn

Ab dem 9. Februar 2026 galt dann zunächst eine Sperrung der Nordbrücke für Lastwagen über 7,5 t. Die linksrheinische Vorlandbrücke als Teil der Rheinbrücke Bonn-Nord verfügte nach Mitteilung der Autobahn GmbH nach jahrzehntelanger, intensiver Beanspruchung nicht mehr über ausreichende Tragreserven für den Schwerlastverkehr. Rettungsdienste und Feuerwehr sowie Schulbusse wurden dabei von der Sperrung ausgenommen, nicht aber die Busse des öffentlichen Nahverkehrs.

Informationen: Informationen auf bonnbewegt.de

Das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen sowie technische Kontrollen (WIM-Anlagen) reichten letztlich aber nicht aus, um weitere Schäden zu verhindern, so dass ab dem 3. Juni 2026 eine Vollsperrung der Brücke erfolgte. Brückenprüfungen hatten zuvor strukturelle Schäden am Tragwerk der linksrheinischen Vorlandbrücke festgestellt, die eine unverzügliche Sicherung erforderten.