Rheinaue Bonn

Der Freizeitpark Rheinaue ist ein 160 ha großes Naherholungsgebiet in Bonn mit einem 15 ha großen Auensee. 125 Hektar liegen auf der linksrheinischen Seite, die übrige Fläche auf der Beueler Seite.
Die Grundzüge des Parks entstanden anlässlich der Bundesgartenschau 1979 größtenteils südlich der Bonner Gronau, damals ein unbebautes und landwirtschaftlich genutztes Auengebiet. Dabei erfolgte die Bepflanzung des Parks weitgehend in den Jahren 1974 bis 1976.
Der Landschaftsarchitekt Gottfried Hansjakob hatte die Bonner Rheinaue seinerzeit für die Bundesgartenschau 1979 entworfen. Zusammen mit seinem Bruder Anton Hansjakob hatte er die Rheinaue regelrecht in die Rheinlandschaft komponiert und in eine Höhenzone, eine Parkzone und eine Auenzone gegliedert.
- vgl. dazu: bonn.de/Rheinauenplan.pdf
Auensee
Im Freizeitpark liegt ein 15 ha großer, künstlich angelegter Auensee mit einer Länge von 1,3 km und einer Breite von 155 Metern sowie einem Fassungsvermögen von rund 150 000 cbm Wasser. Der See kann auf sechs Pontonbrücken überquert werden und bietet Lebensraum für verschiedene Fischarten und Gänsevögel.
Beueler Rheinaue

Ein Teilgebiet der Rheinaue liegt auf der Beueler Seite mit weitläufigen Wiesen, schattigen Baumalleen und gut ausgebauten Spazier- und Radwegen mit Blick auf den Rhein und das gegenüberliegende Bonner Ufer.
Am 10. Juni 1982 fand hier im rechtsrheinischen Teil der Bonner Rheinaue eine der größten deutschen Friedensdemonstrationen statt.
Im rechtsrheinischen Teilgebiet befindet sich heute neben dem Skatepark Bonn auch der große und im Jahr 2023 neu gestaltete Spielplatz (ehemals „Haribo-Schiff“, heute "Räuberschiff").
Über die Südbrücke ist der Bereich der Rheinaue im südlichen Beuel mit der gegenüber liegenden Rheinseite verbunden.
Bonner "Central-Park"


Der ganz überwiegende Teil des Freizeitparks ist der „Central Park“ von Bonn, ursprünglich eine Rhein-Aue zwischen Bonn und Bad Godesberg. Der mittlerweile von den Bonnern, aber auch von Bonn-Gästen ins Herz geschlossene Park mit vielen Hügeln und Seen verdankt seine Entstehung der ungewöhnlichen Weitsicht damaliger Kommunalbeamter und -politiker, die das Areal als Grünfläche für kommende Generationen retten wollten.
Nachdem Bonn 1949 provisorische Bundeshauptstadt geworden war, entstand am nördlichen Rand der Rheinaue das Regierungsviertel, am südlichen Rand eine Siedlung für US-amerikanische Diplomaten (HICOG-Siedlung in Plittersdorf). Ende der 1960er-Jahre begann der Ausbau von Gronau und Hochkreuz als Regierungsviertel.
Da war die Bundesgartenschau (Buga) 1979 ein willkommener Anlass, die Pläne für einen Landschaftspark in die Realität umzusetzen. Der Park ist, so wie er sich auch heute noch präsentiert, in erster Linie ein Werk der Münchener Landschaftsarchitekten Gottfried und Anton Hansjakob. Ihnen gelang der Spagat zwischen der Nutzung als sechs Monate dauernder Buga einerseits, und dem Auftrag, einen dauerhaft nutzbaren Landschaftspark im damaligen Regierungsviertel anzulegen anderseits ganz ausgezeichnet, wie die Akzeptanz der Bürger bis heute zeigt.
Das grüne Herz von Bonn ist mit einer Fläche von 160 Hektar (davon 35 Hektar rechtsrheinisch) beinahe so groß wie die Bonner Innenstadt.
Das (größere) linksrheinische Areal mit seinen insgesamt 15 Hektar großen Auenseen verleiht der Rheinaue eine unverwechselbare Struktur. Seinerzeit mussten 3,2 Millionen Kubikmeter Erde bewegt und mehr als 1.000 Bäume gepflanzt werden. Allein für die Anlage der Hügel in der Rheinaue wurden etwa 2,5 Millionen Kubikmeter Erde gebraucht, die zuvor beim Aushub der Autobahntrasse für die Autobahn A 59 in Beuel angefallen waren.

Zu den erhalten gebliebenen Schmuckstücken gehören der Japanische Garten und eine nahe Freilichtbühne, ein weiteres Schmuckstück ist der kanadische Totempfahl. Der Japanische Garten befindet sich im Zentrum des Freizeitparks. Ganz in der Nähe steht eines der diversen Kunstwerke, die der Park beherbergt, der Löffelwald von Hermann Goepfert und Johannes Peter Hölzinger aus dem Jahr 1979.
Heute ist der Park ein beliebtes Naherholungsgebiet für gestresste Städter ebenso wie für Radfahrer, Skater oder Modellschiffbauer. Hier finden aber auch „Events“ statt, die regelmäßig zehntausende Besucher anziehen: Veranstaltungen, wie etwa die Bonner Bierbörse, gehören zum festen Veranstaltungsplan.
Zwischen April und Oktober verwandelt sich der Park jeweils am dritten Samstag eines Monats zu einem Tummelplatz für Trödelfans. Die Flohmärkte in der Rheinaue zählen zu den größten in Deutschland.
Das Parkrestaurant Rheinaue hat das ganze Jahr über geöffnet, im Sommer gibt es im Biergarten Jazzkonzerte.
- Adresse: Zum Rheinauen-Park gibt es verschiedene Zugänge. Der Hauptzugang liegt an der Ludwig-Erhard-Allee, Höhe Einmündung Heinemannstraße.
Beethoven-Denkmal

Beethovens „Ewigkeitsdenkmal“, das heute in der Rheinaue seinen Platz gefunden hat, hat eine durchaus wechselvolle Geschichte. Ursprünglich sollte zum 100. Todestag des Komponisten ein monumentales Werk entstehen. Heraus kam „Beethoven in der Badewanne“, wie die die Skulptur auch betitelt wird. Tatsächlich ruht der Genius mit einer Decke in einem Sessel.
Der ursprüngliche Entwurf stammt von dem Kölner Bildhauer Peter Christian Breuer (1856 – 1930) und war für einen 1926 in Berlin ausgeschriebenen Wettbewerb konzipiert worden. Nach Breuers Tod wurde ein Element aus den Breuerschen Modellen in 1938 von seinem Mitarbeiter Friedrich Diederich in Granit gehauen.
Das wuchtige Denkmal, das einen sitzenden Beethoven zeigt, wurde in Bonn erst im Jahr 1938 am Alten Zoll aufgestellt, doch schon 1949 wieder abgetragen. Es fristete danach sein Dasein lange Jahre auf einem städtischen Bauhof, bis man sich (1977) dazu entschloss, es wieder der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seitdem steht die Großplastik an ihrem heutigen Platz in der Rheinaue.
Blindengarten

Der etwa 2000 qm große „Blindengarten“ im Bonner Freizeitpark Rheinaue feierte im Jahr 2023 sein 40-jähriges Bestehen. Zentrales Element im Eingangsbereich ist der bronzene Elefantenbrunnen, seit 1983 das Herzstück des Duft- und Tastgartens. Dargestellt werden neben einem Elefanten mehrere blinde Menschen, die unterschiedliche Körperteile des Tieres ertasten.
Mehr als 30 Pflanzensorten in den beiden etwa 80 qm großen Hochbeeten, darunter Rosmarin, Sternmoos und Zitronen-Melisse, regen zum Fühlen, Schmecken, Riechen und Tasten an.
Große Blumenwiese
Eine weite Grünfläche gibt es im südlichen Teil der Rheinaue. Sie wurde im Bereich der Eingangszone an der Ludwig-Erhard-Allee als Ruhezone angelegt.
Tatsächlich dient sie inzwischen mehrmals im Jahr auch als Open-Air-Bühne für verschiedene Veranstaltungen wie die Bonner Bierbörse, das Familienspielefest und andere Großveranstaltungen, so dass bereits wiederholt Sanierungsarbeiten durchgeführt werden mussten.
Japanischer Garten
Ein ausgesprochenes Kleinod im Rheinauen-Park ist der „Japanische Garten“, ein Geschenk Japans zur Bundesgartenschau 1979. Er wurde von dem japanischen Landschaftsarchitekten Akiro Sato entworfen mit dem „Tor zur Ewigen Jugend“, wie ein Stein links vom Eingang verrät, wörtlich übersetzt eigentlich: „Tor für den, der nicht alt wird“.
Damals entstand ein heute noch beeindruckendes Zeugnis japanischer Gartenbaukunst. Natürlichkeit und Harmonie prägen die Gesamtkomposition des Gartens, der von zwei Wasserfällen, einem kleinen See und einer 13-stufigen „Pagode“ dominiert wird. Der Japanische Garten ist einer der wenigen Nationen-Beiträge zur Bundesgartenschau, die auf Dauer erhalten geblieben sind.
Am 6. August 2020 wurde in Gedenken an den 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 ein kleiner Muku-Baum in der Nähe des japanischen Gartens in der Bonner Rheinaue gepflanzt. Der Samen des Baums stammt von Bäumen aus der Todeszone und wurde der Stadt Bonn von dem Netzwerk „Mayors for Peace“ übergeben.
Joggen und Laufen

Die Rheinaue bietet sich mit weitläufigen Wiesen, Hügeln rund um den Auensee auch zum Joggen mit entspannten Laufrunden an, die flexibel gestaltet werden können. Das Fußwegenetz ist insgesamt etwa 45 Kilometer lang.
Rheinaue parkrun heißt etwa ein kostenloser und wöchentlicher Lauf oder Spaziergang über 5 km (gehen, joggen oder laufen), der an der Martin-Luther-King-Straße startet.
Im Sommer findet in der Rheinaue auch der Bonner Firmenlauf statt. Im Bereich der Blumenwiese treffen sich Mitarbeiter/innen zahlreicher regionaler Firmen, um zusammen Zeit zu verbringen und gemeinsam die Laufstrecke zu bestreiten, oft in gleich bedruckten Firmen-Shirts und begleitet von Livebands und Foodtrucks.
Literatur

- Gottfried Hansjakob, Anton Hansjakob, Die Rheinaue in Bonn - Geschichte eines Parks, Duisburg 2014
- „Rheinauenpark Bonn“. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-22064-20111114-3 (Abgerufen: 19. Juli 2026)
- Ruth Willitzkat und Torsten Willitzkat , Zu Fuß durch Bonn - 12 Spaziergänge, August 2025 - darin: Rheinaue - Garten am Rhein, S. 34 ff.
- Die Tour führt u.a. zum Japanischen Garten, Löffelwald, Blindengarten, Totempfahl, Bismarckturm, Rheinauensee, Baseball-Platz der Bonn Capitals, Minigolf-Platz und zur Sonnenuhr in der Rheinaue.
- Rainer Selmann, Rheinspaziert - Betrachtungen vom Ufer aus, Die Rheinaue - der Norden, in: Schnüss 12/ 2024, S. 8
- Rainer Selmann, Rheinspaziert - Betrachtungen vom Ufer aus, Die Rheinaue - die Mitte, in: Schnüss 11/ 2024, S. 8
- Rainer Selmann, Rheinspaziert - Betrachtungen vom Ufer aus, Die Rheinaue - der Süden, in: Schnüss 10/ 2024, S. 8
Streiflichter und Einblicke



- Adventure-Mini-Golf Rheinaue
- Beethoven-Denkmal Rheinaue
- Beueler Rheinaue
- Bierkirche
- Bismarckturm Bonn
- Blindengarten Bonn
- Bonner Bierbörse
- Bundesgartenschau 1979
- Familienspielefest
- Firmenlauf Bonn
- Flohmarkt in der Rheinaue
- Große Blumenwiese
- Gronau
- Heimkehrerweg
- Japanischer Garten
- Joggen
- Kunst!Rasen
- Labyrinth
- Löffelwald
- Ludwig-Erhard-Allee
- Parkrestaurant Rheinaue
- Posttower
- Rhein
- Rheinaue parkrun
- Rheinauensee
- Skatepark Beueler Rheinaue
- Sonnenuhr in der Rheinaue
- Stadtbahnlinie 66
- Südbrücke
- Totempfahl
- Via Appia
- Weinberg in der Rheinaue
Veranstaltungen

Zwischen März und Oktober findet jeweils am dritten Samstag des Monats auf der linksrheinischen Seite der Rheinaue einer der größten Flohmärkte statt. Zwar werden in der Regel die jeweils rechten Fahrbahnen der vierspurig an der Rheinaue vorbeiführenden Straßen zum Parken freigegeben, doch auch die sind schnell belegt.
- vgl. dazu: Flohmarkt in der Rheinaue
Besonders in den Sommermonaten finden zahlreiche Veranstaltungen statt, auch der Bonner Firmenlauf in der Rheinaue, der ab 2024 in den Juni verlegt wurde.
Weitere jährliche Veranstaltungen in der Rheinaue sind u.a. die „Bonner Bierbörse“ oder die Veranstaltungen des Kunst!Rasens mit oft hohen Anforderungen an die Rasenflächen.
Weinberg

Die wahrscheinlich kleinste Einzellage des Weinbau-Bereichs Siebengebirge liegt in der Bonner Rheinaue am Fuße des Post-Towers, angelegt zur Bundesgartenschau 1979. Jedes Bundesland durfte sich damals in die Ausstellung der Gartenschau einbringen. Rheinland-Pfalz entschied sich für einen Weinberg.
Nach der Bundesgartenschau übergab Otto Meyer, damaliger Staatsminister für Landwirtschaft, Weinbau und Forsten von Rheinland-Pfalz, den Weinberg dem Bonner Beethoven-Gymnasium. Grundlage war ein entsprechender Vertrag mit der Stadt Bonn aus dem Jahr 1983.
Im Jahr 1983 wurde der Weinberg an das Bonner Beethoven-Gymnasium übergeben und Anfang April 1984 konnte der erste Jahrgang „Vinea Domini“ probiert werden, benannt nach dem kurfürstlichen Lustschlösschen aus dem Jahr 1722, das sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg an der Stelle befand, wo dann 1952 der Erweiterungsbau für das städtische Gymnasium errichtet wurde.
Weblinks und Quellen

KuLaDig:
- „Beethoven-Denkmal im Bonner Rheinauenpark”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-22065-20111114-4 (Abgerufen: 20. Juli 2026)
- „Denkmalbereich Regierungsviertel in Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-9518-20110405-2 (Abgerufen: 21. Juni 2025)
- „Rheinauenpark Bonn”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-22064-20111114-3 (Abgerufen: 22. April 2023)
- „Bismarckturm am Heimkehrerweg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-20787-20111107-41 (Abgerufen: 20. Juni 2025)
- „Kriegerdenkmal am Heimkehrerweg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-20786-20111107-40 (Abgerufen: 20. Juni 2025)
- „Reste der Stadthalle am Heimkehrerweg”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-20788-20111107-42 (Abgerufen: 20. Juni 2025)