Rheinprovinz

Mit der Unterzeichnung der Wiener Kongressakte am 9. Juni 1815 wurde die Zuordnung des Rheinlands zu Preußen völkerrechtlich besiegelt. Mit der Neuordnung Europas wurden die linksrheinischen Gebiete des neu gegründeten Deutschen Bundes unter dem Königreich Preußen, dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Bayern aufgeteilt.
Zu Beginn der preußischer Herrschaft wurde die Universität Bonn im Jahr 1818 neu gegründet und die Stadt durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz oder die Ansiedlung von Behörden wie dem Oberbergamt aufgewertet.
Die nun preußische Bürgermeisterei Bonn, eine aus mehreren Gemeinden zusammengesetzte Verwaltungseinheit, gehörte ab 1816 zum Landkreis Bonn im Regierungsbezirk Köln.
Bonn wurde Kreisstadt und nahm eine beträchtliche Entwicklung auf.
Bonn blieb bis 1945 eine preußische Stadt.
Geschichte

Die Rheinprovinz (auch Provinz Rheinland genannt) war eine von 1822 bis 1945 bestehende Provinz von Preußen am Rhein.
Die Rheinprovinz bestand vom 22. Juni 1822 bis zur Auflösung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie gliederte sich in die fünf Regierungsbezirke Aachen, Düsseldorf, Koblenz, Köln und Trier.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland 1918 vorübergehend durch französische, belgische, britische sowie amerikanische Truppen besetzt, wobei die letzten Besatzungstruppen 1930 das Rheinland verließen.
Das Alte Stadthaus in Bonn entstand als Verwaltungsgebäude für die französische Besatzungsmacht nach dem Ersten Weltkrieg. Es wurde in den Jahren 1924 und 1925 am Bottlerplatz errichtet.
Seit 1822 waren die preußischen Rheinlande zu einer Provinz zusammmengefasst, für die sich bald der Name "Rheinprovinz" einbürgerte. Bis zum heutigen Tag rufen die Begriffe „Preußen“ und „Rheinland“ klischeehafte Vorstellungen wach. Doch die gemeinsame Geschichte Preußens und der Rheinlande sowie ihre gegenseitige Einflussnahme sind vielfältiger als oft vermutet wird. Sichtbares Erbe sind Bauten und Infrastruktur, zum unsichtbaren Erbe gehören Verwaltungsstrukturen und Institutionen. Das Internetportal „Preußen im Rheinland“, eine gemeinsame Produktion von Rheinischem Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte sowie LVR-Niederrheinmuseum, sammelt die Orte, Spuren, Fakten und Geschichten, um ein breites Informationsangebot zu präsentieren.
- vgl. dazu: preussen-im-rheinland.de
Preußische Architektur

Auch in Bonn lassen sich repräsentative Bauten aus dieser Epoche finden. Besonders die monumentale Bauweise des Bahnhofsgebäudes ist typisch für die Zeit. Ein architektonischer Stadtspaziergang in Bonn führt zum Hauptbahnhof Bonn und zum LVR-LandesMuseum, zum Anatomischen Institut an der Poppelsdorfer Nußallee, zum Alten Chemischen Institut der Universität Bonn, zur Alten Sternwarte, zum Akademischen Kunstmuseum, zum Hauptgebäude der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und zum Preußischen Oberbergamt.
- siehe dazu: click-rhein.lvr.de - Prunk und Prestige aus Preußen - Ein architektonischer Stadtspaziergang durch Bonn
Publikationen zur Rheinprovinz

Die "Rheinprovinz - Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der rheinischen Provinzialverwaltung und des Landschaftsverbandes Rheinland" ist seit 1987 eine wissenschaftliche Publikationsreihe des Archivs des Landschaftsverbands Rheinland.
Ihr Ziel ist es, die Geschichte der Rheinischen Provinzialverwaltung und des Landschaftsverbandes Rheinland zu dokumentieren und einen Beitrag zur Rheinischen Landesgeschichte zu leisten.
- vgl. dazu: afz.lvr.de/rheinprovinz