Köln (kölsch: Kölle) im Norden von Bonn (und 25 km Luftlinie entfernt) ist mit rund 1,1 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und die viertgrößte Stadt Deutschlands.

Kölner Dom

Wahrzeichen der Stadt Köln ist der gotische Kölner Dom in der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebauten Altstadt, bekannt für seinen Dreikönigsschrein.

Die kreisfreie Stadt am Rhein gehört zum Regierungsbezirk Köln, dessen Verwaltungssitz sie ist. Der Regierungsbezirk umfasst die kreisfreien Städte Köln, Bonn, Aachen und Leverkusen, die Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, Rhein-Erft-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis und Oberbergischer Kreis.

Die Region Köln/Bonn ist das Zentrum des Ballungsraumes zwischen Kölner Bucht und Oberbergischem Land mit gut vier Millionen Einwohnern.

Aus der Geschichte

 
Historischer Rathausturm in Köln

Die Geschichte der Stadt führt in das Jahr 50 nach Christus, als zu Römerzeiten die Colonia Claudia Ara Agrippinensium gegründet wurde. Der römische Kaiser Claudius erhob die frühere Siedlung der Ubier zur römischen Kolonie. Eine 95,4 Kilometer lange römische Wasserleitung, die Eifelwasser allein durch ihr Gefälle von der Eifel in die damalige Hauptstadt der römischen Provinz Germania inferior (Niedergermanien) brachte, versorgte das heutige Köln von ca. 80/ 90 bis ca. 270/ 280 nach Christus Tag für Tag mit 20 Millionen Liter frischem Wasser.

Im Mittelalter entwickelte sich Köln zu einer mächtigen Handelsstadt. Auch Märtyrerverehrung und Reliquienkult beförderten den Aufstieg der Stadt. Lange Jahre kämpften Bürgerschaft und der jeweilige Erzbischof hier um die Vorherrschaft. Nach der Schlacht von Worringen in 1288 im Limburger Erbfolgekrieg residierten die Kölner Erzbischöfe nicht mehr in der Stadt, auch wenn sie an ihrem Anspruch auf die Stadtherrschaft festhielten. Die offizielle Verlegung der Kurkölnischen Residenz belegt eine „Rat- und Kanzlei-Ordnung“ aus dem Jahr 1597 (vgl. Kölner Kurfürsten). Bonn wurde nunmehr zur Haupt- und Residenzstadt des Kurfürstentums Köln erhoben.

 
Hohenzollernbrücke in Köln - Eisenbahnbrücke über den Rhein.

Nach der Zeit der französische Besatzung unter Napoleon (am 6. Oktober 1794 marschierten französische Revolutionstruppen in die Stadt ein und die Ratsherren übergaben die Stadt kampflos) wurde mit der Unterzeichnung der Wiener Kongressakte am 9. Juni 1815 die Zuordnung des Rheinlands zu Preußen völkerrechtlich neu geregelt und auch Köln wurde preußisch. Im Jahr 1843 wurde die Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gegründet, um eine Eisenbahnstrecke zwischen der Rheinprovinz und den norddeutschen Seehäfen sowie der preußischen Hauptstadt Berlin zu errichten.

Nach 1870 war Köln ein bedeutender Industriestandort unter anderem mit der Baumwollspinnerei „Bierbaum und Proenen“, der Seilerei „Felten und Guillaume“, den Rheinischen Gummiwerken (Clouth) oder der Chemischen Fabrik in Kalk.

Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. stellte Geld für die Domvollendung zur Verfügung, dessen Schlussweihe in 1880 folgte. Erst 1881 wurde die mittelalterliche Stadtmauer abgerissen und die Stadt erweitert, wobei die heutigen Ringe entstanden.

Kirchen, Kunst und Museen

 
Museum Ludwig in Köln

Köln hat mehr als 100 Museen und eine große Auswahl zu Kunst, Geschichte und besonderen Themen. Zu den bekanntesten Häusern zählen das Museum Ludwig für moderne Kunst, das Wallraf-Richartz-Museum für klassische Kunst oder das Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde.

Das Römisch-Germanische Museum der Stadt Köln zeigt das archäologische Erbe der Stadt und des Umlands. Es beherbergt Funde aus mehr als 100.000 Jahren rheinischer Siedlungsgeschichte, von der Altsteinzeit bis in das frühe Mittelalter. Während der Generalsanierung des Stammhauses auf der Domplatte am Roncalliplatz wird eine repräsentative Auswahl der Sammlungen im Belgischen Haus an der Cäcilienstraße ausgestellt.

Köln verbindet zudem sakrale Baukunst und christliche Kunstgeschichte. Zu den Höhepunkten zählen das vom Erzbistum Köln geführte Kunstmuseum „Kolumba“, das Museum Schnütgen für mittelalterliche Schätze in einer alten Kirche sowie die weltberühmten zwölf romanischen Basiliken. Der Museumsneubau des Schweizer Architekten Peter Zumthor Kolumba wurde 2007 eröffnet. Er geht auf die kriegszerstörte spätgotische Kirche St. Kolumba zurück, über deren Ruine das Bauwerk in der Kolumbastraße entstand.

Zu den zwölf großen romanischen Kirchen in Köln gehören St. Andreas, St. Aposteln, St. Cäcilien, St. Georg, St. Gereon, St. Kunibert, St. Maria im Kapitol, St. Maria in Lyskirchen, Groß St. Martin, St. Pantaleon, St. Severin und St. Ursula. Hinzu kommen dreizehn kleinere romanische Kirchen im Stadtgebiet.

Stadtrundgänge

 
Peters Brauhaus in der Kölner Altstadt

Ein klassischer Stadtrundgang in Köln startet am Kölner Dom, der berühmten gotische Kathedrale direkt am Hauptbahnhof, führt durch die Altstadt mit historischen Gassen, vorbei an der romanischen Kirche Gross St. Martin und dem historischen Kölner Rathaus mit dem Rathausturm, den die Kölner Zünfte von 1407 bis 1414 als Zeichen ihrer Stadtherrschaft errichten ließen sowie etlichen traditionellen Brauhäusern. Er führt bis hin zum Alter Markt und weiter ans Rheinufer mit Blick auf die Hohenzollernbrücke und die gegenüber liegende Rheinseite von Deutz.

Darüberhinaus gibt es eine Vielzahl an Stadtführungen und Stadtrundfahrten verschiedener Anbieter und nicht zuletzt die von der Stadt Köln angebotenen digitalen Veedels-Rundgänge, die „Stadtrundgänge mit Tiefgang“. Es sind Stadtteilrundgänge durch zahlreiche Kölner Stadtviertel und ergänzende Broschüren bieten Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten.

Streiflichter und Einblicke

 
Am Kölner Hauptbahnhof
 
Blick auf das rechtsrheinische Rheinufer in Deutz

Veedel

 
Köln - Sightseeing-Tourbus

Köln ist in 9 offizielle Stadtbezirke und insgesamt 86 Stadtteile unterteilt, die auch als „Veedel“ bezeichnet werden.

Innenstadt (Bezirk 1): Altstadt-Nord, Altstadt-Süd, Neustadt-Nord, Neustadt-Süd, Deutz

Rodenkirchen (Bezirk 2): Bayenthal, Marienburg, Raderberg, Raderthal, Rodenkirchen, Hahnwald, Weiß u. a.

Lindenthal (Bezirk 3): Klettenberg, Sülz, Lindenthal, Braunsfeld, Müngersdorf, Junkersdorf, Weiden, Lövenich

Ehrenfeld (Bezirk 4): Ehrenfeld, Neu-Ehrenfeld, Bickendorf, Vogelsang, Bocklemünd/Mengenich, Ossendorf

Nippes (Bezirk 5): Nippes, Riehl, Bilderstöckchen, Longerich, Mauenheim, Weidenpesch

Chorweiler (Bezirk 6): Chorweiler, Fühlingen, Blumenberg, Seeberg, Volkhoven/Weiler, Merkenich, Worringen u. a.

Porz (Bezirk 7): Zündorf, Langel, Libur, Elsdorf, Grengel, Wahn, Enzlar, Urbach, Eil, Finkenberg u. a.

Kalk (Bezirk 8): Kalk, Humbold/Gremberg, Höhenberg, Vingst, Ostheim, Neubrück, Merheim

Mülheim (Bezirk 9): Mülheim, Buchforst, Buchheim, Holweide, Dellbrück, Höhenhaus, Dünnwald, Stammheim.

Bekannte Innenstadt-Veedel sind

das Belgische Viertel (Neustadt-Nord)

der Eigelstein (Altstadt-Nord)

und die Kölner Südstadt (Altstadt-Süd)

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