Bonner Opernhaus

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Zum Theater Bonn, besser gesagt zu den Schauspiel- und Operneinrichtungen der Stadt Bonn gehört auch die Oper Bonn.

Oper Bonn

Das Opernhaus liegt in Bonn unmittelbar am Rhein und an der Kennedy-Brücke. Wo heute das Operngebäude steht, stand einst das barocke Stadtpalais derer von Boeselager (Boeselager Hof), das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Das Gebäude der heutigen Oper entstand von 1962 bis 1965 nach den Plänen der Stuttgarter Architekten Klaus Gessler und Wilfried Beck-Erlang. Der Bau wurde seinerzeit vom Bund am damaligen Parlaments- und Regierungssitz Bonn finanziell unterstützt. Bundespräsident Heinrich Lübke, Bundeskanzler Ludwig Erhard, zahlreiche Minister des Bundeskabinetts, der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings und Bonns damaliger Oberbürgermeister Wilhelm Daniels zählten zu ausgewählten Gästen bei der Eröffnung des neuen Theaters.

Nachdem der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen der Stadt Bonn je ein Drittel der Baukosten zugesagt hatten, wurde in Bonn für die damals hohe Summe von 23 Millionen DM direkt am Rhein ein Drei-Sparten-Haus gebaut.

Am 5. Mai 1965 eröffnete das Theater Bonn mit der „Orestie“ des Dichters Aischylos, in einer Nachdichtung des Tübinger Literatur-Professors Walter Jens und inszeniert von dem zum Generalintendanten beförderten Dr. Karl Pempelfort.

Ansicht der Bonner Oper vom Rheinufer

Als erste Oper folgte „Don Giovanni“ in italienischer Sprache. Das Haus mit einer Terrasse, die direkt zum Rheinufer zeigt, präsentierte sich als Bauwerk, das mit silbernen Aluminiumplatten verkleidet war, was den Betonbau weniger wuchtig erscheinen ließ. Dabei war das neue Theater am Rhein nicht unumstritten und wurde in einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung als „ gigantischer Eiswürfel im Stanniolpapier“ bezeichnet. Mit 901 klimatisierten Plätzen war jedenfalls ein moderner Theaterbau entstanden, der der provisorischen Hauptstadt Glanz verleihen sollte.

Intendant Karl Pempelfort legte den Grundstein für ein künstlerisch ambitioniertes Musiktheater. Doch erst unter seinem Nachfolger Jean-Claude Riber erlebte die Oper in den 1980-er Jahren auch hochkarätige Sängerinnen und Sänger in Bonn, während nach dem Ende der Hauptstadtzeiten wieder deutlich weniger Geld zur Verfügung stand.

Seit der Erweiterung des Zuschauerraums in der Spielzeit 1992/93 fasst das Haus 1037 Besucher und wird heute ausschließlich von der Oper bespielt.

Die Oper liegt direkt am Rhein südlich der Kennedybrücke und gehört mit ihren Bereichen Oper und Choreographisches Theater zum Theater der Bundesstadt Bonn.

  • Adresse: Am Boeselagerhof 1, 53111 Bonn

Auslastung

Die Auslastung für das gesamte Theater Bonn lag im ersten Quartal der Spielzeit 2025/26 insgesamt bei 91 Prozent, davon 92 Prozent in der Oper, 86 Prozent im Schauspiel und 95 Prozent bei "Highlights des internationalen Tanzes".

Jubiläumsjahr 2025

 
60 Jahre Bonner Opernhaus 2025

Das Bonner Theater feierte im heutigen Opernhaus am 5. Mai 2025 unter dem Motto »Immer. Always. Toujours. Theater.« – sein 60-jähriges Bestehen mit über 1.000 geladenen Gästen und einer bunten Gala.

Planungen

Im Jahr 1965 zu Zeiten der Bonner Republik entstanden, ist das Haus am Rhein inzwischen deutlich „in die Jahre gekommen“. Bei einem Pressegespräch im März 2026 wurden von der Stadtverwaltung verschiedene Varianten für den Umgang mit den sanierungsbedürftigen Liegenschaften des Theaters Bonn vorgestellt, die dem Stadtrat für seine Sitzung im Mai 2026 zur Entscheidung vorgeschlagen werden. Von den insgesamt fünf Varianten wird von der Stadtverwaltung der Neubau eines Zweispartenhauses mit Oper und Theaterbühne an der Siegburger Straße in Beuel favorisiert, dem Standort der ehemaligen Jutespinnerei Beuel.

siehe auch

Werkstattbühne

Die Werkstattbühne, die von Schauspiel und Oper genutzt wird, befindet sich ebenfalls im Operngebäude.

  • Adresse: Rheingasse 1, 53113 Bonn