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Küdinghoven

Aus Bonn.wiki
Küdinghoven - Blick zur Kirche St. Gallus

Küdinghoven ist ein Stadtteil von Bonn im Stadtbezirk Beuel.

Die bebaute Ortslage von Küdinghoven liegt südwestlich der Autobahn A 59 , rechtsrheinisch am Fuße des Naturschutzgebiets „Ennert“.

Oberhalb von Küdinghoven und mitten im Wald findet sich ein inzwischen aufgegebener Sportplatz und das nach seinem Stifter benannte „Foveaux-Häuschen“, von dem man einst einen großartigen Blick auf das linksrheinische Bonn hatte. Mittlerweile versperren hochgewachsene Bäume die „belle vue“.

Der Beueler Ortsteil bildet sozusagen das Herzstück der LiKüRa-Gemeinden, liegt er doch zwischen Limperich und Ramersdorf. Der alte Ortskern weist noch viele schmucke Fachwerkhäuser auf.

Der Ort hat sich bis heute viele Traditionen bewahrt – vom Junggesellenverein bis hin zu den Sebastianus-Schützen, deren Verein schon 1333 gegründet worden sein soll.

Geschichte

Die Herrschaft Küdinghoven

Der Ort wurde 832 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter war Küdinghoven ein zentraler Kirchort und gehörte als „Herrschaft Küdinghoven“ bis ins 13. Jahrhundert zur Grafschaft Sayn, später zur „Herrschaft Löwenburg“.

Nach einer kurzen Zwischenherrschaft der Grafschaft Nassau-Saarbrücken (1451–1469) fiel die „Herrschaft Küdinghoven“ für über 300 Jahre an das Her­zog­tum Berg.

Unter Napoleon wurden Ende 1808 die Kirchspiele Küdinghoven und Vilich zur Munizipalität Vilich zusammengeführt, die auch bestehen blieb, als das Rheinland 1815 preußisch wurde. Aus der Munizipalität Vilich ging später die Gemeinde Beuel hervor, die 1952 Stadtrechte erhielt. Am 1. August 1969 wurde Küdinghoven als Ortsteil von Beuel nach Bonn eingemeindet.

Foveaux-Häuschen oberhalb von Küdinghoven im Ennert

Foveaux-Häuschen

Nach seinem Erbauer, dem Kölner Naturliebhaber Heinrich Joseph Foveaux (1763 – 1844), benannt ist das Foveaux-Häuschen, das 1820 im klassizistischen Stil auf dem Ennert oberhalb von Küdinghoven errichtet wurde.

Das Häuschen wurde 1969 und dann wieder 1992 vom Bürgerverein Küdinghoven in Eigenleistung renoviert. Noch immer legen Wanderer hier gerne eine Rast ein, auch wenn der mittlerweile hohe Baumbestand inzwischen keine weite Aussicht mehr zulässt.

Sportplatz im Ennert

Ende der 1960-er Jahre wurde auf dem Ennert ein Sportplatz ausgebaut, der vom Sportverein SV Ennert genutzt wurde. Mit dem Umbau des Sportplatzes Finkenberg zum Kunstrasenspielfeld im Jahr 2008 erfolgte die Verlagerung des gesamten Trainings- und Spielbetriebes des SV Ennert auf diesen benachbarten Sportplatz auf dem Finkenberg in Limperich. Der Ennert-Sportplatz wurde 2016 stillgelegt und einer natürlichen Entwicklung überlassen. Die aktuelle Planung sieht nach der Beschlussfassung im Bonner Stadtrat im Dezember 2023 vor, den ehemaligen Sportplatz mit Bundeszuschüssen wieder zu bewalden.

Kirche

Kirche Sankt Gallus in Küdinghoven

Die Kirche St. Gallus in Küdinghoven entstand in den Jahren 1843 - 45 als klassizistischer Saalbau. Im Jahr 1897 wurde das Obergeschoss des Kirchturms erneuert und eine neoromanische Glockenstube aus Tuffstein aufgesetzt. Das Untergeschoss des aus Basaltbruchsteinen gemauerten ehemaligen Chorturms wird dem 12. Jahrhundert zugerechnet.

Neben der Kirche entstand der Friedhof als Terrassen-Anlage am Ennerthang. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Gartenbereich angelegt, in dem Grabkreuze aus dem 17. und 18. Jahrhundert aufgestellt sind.

Liküra

Die Beueler Stadtteile Limperich (mit Beuel-Süd), Küdinghoven und Ramersdorf (Li-Kü-Ra) bilden nicht nur einen gemeinsamen statistischen Bezirk in der Stadt Bonn. Der Festausschuss Liküra-Karneval e.V. hat die Aufgabe, in Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf das rheinische Karnevalsbrauchtum durch ein überörtliches harmonisches Zusammenarbeiten zu fördern und zu erhalten mit einer jährlich wechselnden Repräsentantin, Ihrer Lieblichkeit „Prinzessin Liküra“, die im Wechsel von den Orten gewählt und gestellt wird. Der Festausschuss unterstützt die Tätigkeit der Prinzessin und ist für die Ausrichtung des LiKüRa-Karnevalszuges am Karnevalssonntag zuständig.

Literatur

Ennertschule in Küdinghoven
  • Küdinghoven im Wandel - eingebettet in die über 100-jährige Geschichte des Bürgervereins mit Ansichtskarten aus der Sammlung von Rudolf Schneider, hrsg. vom Bürgerverein Küdinghoven, Bonn 2015
  • Johannes Bücher, Leben und Sterben in der Pfarrei Küdinghoven im 18. und 19. Jahrhundert - in: Studien zur Heimatgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel, Heft 16, Bonn 1972
  • Monika Hachtel, Peter Tröltzsch, Claudia Feldhaus (2023): „Friedhof in Küdinghoven”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-354187 (Abgerufen: 22. Juli 2026)
  • Magdalena Schmoll, Die Pfarrkirche St. Gallus in Bonn-Küdinghoven, (Rheinische Kunststätten Heft 287), Neuss 1983

Schule

Streiflichter und Einblicke

Ehemaliges Bahnwärterhaus am Bahnübergang in Küdinghoven

Vereine

  • Ein ausführliches Vereinsregister (getrennt nach Sport- und sonstigen Vereinen) findet sich im Internet unter www.bonn.de/vereine.
  • Bürgerverein Küdinghoven e.V.
  • Die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Küdinghoven e. V. besteht seit 1333.
  • Der SV Ennert, die Spielvereinigung Ennert e. V., besteht seit 1911.