Das Ahrtal liegt einerseits nicht auf Bonner Stadtgebiet, andererseits jedoch so nahe, dass man es guten Gewissens als Bonner Vorgarten bezeichnen kann. Ein Garten, der es in sich hat – mit einem quicklebendigen, sauberen Flüsschen, romantischen Tälern, steilen Hängen, zauberhaften Ortschaften, hervorragendem Wein (meist rot), und einer kulinarischen Vielfalt und Spitzenqualität, wie man sie so geballt kaum noch anderswo in Deutschland findet. So ist das Ahrtal (Land: Rheinland-Pfalz, Landkreis Ahrweiler, Autokennzeichen: AW) gleich mehrmals im Jahr beliebtes Ausflugsziel für die Bonner, seien sie nun genusssüchtig (Gastronomie), spielsüchtig (Spielbank Bad Neuenahr), natursüchtig (Rotwein-Wanderweg) oder süchtig nach was auch immer: die Ahr stillt (fast) jede Sucht. Wie wäre es mit einer Weinprobe in Mayschoß bei der ältesten deutschen Winzergenossenschaft? Mit einer Einkehr in eine Straußwirtschaft? Mit Herzklopfen bei Roulette und Baccara? Mit Stille und Natur pur an einer der wenigen naturbelassenen Flussmündungen in den Rhein? Mit einem „Goldenen Herbst“ auf den Weinbergs-Wanderwegen? Mit dem Weinfest in Dernau (nur einem von vielen) oder dem Schützenfest in Ahrweiler? Und dazu Kultur im Überfluss: Klöster und Burgen (letztere meist als Ruinen), Kirchen und Museen? Um auf alle Fragen eine Antwort zu finden, reicht ein Wochenende nun wirklich nicht aus.

Ahrtalbahn

Von Bonn aus fährt die RB 30 stündlich ohne Umstieg bis nach Ahrbrück. Zusätzlich wird mit dem RE 5 und der RB 26 über einen kurzen Umstieg in Remagen das Ahrtal erreicht.

Auf der Eisenbahnstrecke im Ahrtal von Remagen nach Ahrbrück verkehren im Personennahverkehr die „Rhein-Ahr-Bahn“ (RB 30) und die „Ahr-Mittelrhein-Bahn“ (RB 32).

Auf rund 30 Kilometern gibt es 12 Haltestellen zwischen Bad Bodendorf und Ahrbrück.

Flutkatastrophe

Vom 14. auf den 15. Juli 2021 war das Ahrtal von Dauerregen und Hochwasser schwer getroffen und ein Großteil der öffentlichen und privaten Infrastruktur wurden zerstört. 134 Menschen starben; mehr als die Hälfte der Toten stammte aus Bad Neuenahr-Ahrweiler. Sieben Brücken im Verlauf der 29 Kilometer langen Ahrtalbahn wurden unbefahrbar, ebenso 20 Kilometer Bahnstrecke. [1]

Der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe ist ein riesiges und langfristiges Projekt, das mit Milliarden Euro auch aus einem gemeinsamen Fonds von Bund und Ländern finanziert wird. Während Infrastruktur wie Brücken oder die Ahrtalbahn (Wiederinbetriebnahme Ende 2025) Fortschritte machen, dauern (Stand 2026) besonders der private Wiederaufbau und die Sanierung vieler historischer Gebäude unverändert an.

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