Die Geschichte der Stadtbibliothek Bonn, die damals noch „Stadtbücherei“ genannt wurde, begann am 8. Februar 1943 mit einem Bestand von 10.000 Büchern im Rathaus am Marktplatz. Mehr als 35.000 Entleihungen wurden im Gründungsjahr gezählt.[1]

Die heutige öffentliche Bibliothek für alle Bürgerinnen und Bürger dient der allgemeinen Literatur- und Informationsvermittlung, aber auch der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Oder, anders ausgedrückt: Lesehungrige findet hier garantiert etwas für jeden Geschmack, leichte wie ernste Kost, und werden dabei auch noch recht preiswert satt. Neben ihrem „Kerngeschäft“, dem Ausleihen von Büchern, CDs und anderen Medien, gehören auch die Durchführung von Veranstaltungen aller Art, nicht zuletzt für Kinder, zu den Aktivitäten der städtischen Bücherei.

Die Stadtbibliothek ist flächendeckend im Stadtgebiet vertreten: Neben der Zentralbibliothek am Bottlerplatz, dem Alten Stadthaus, gibt es noch folgende Standorte: Musikbibliothek (im Schumann-Haus in Endenich), Bezirksbibliothek Bad Godesberg, Bezirksbibliothek Beuel, Stadtteil- und Gesamtschulbibliothek Beuel-Ost, Stadtteilbibliotheken auf dem Brüser Berg, in Tannenbusch, Grau-Rheindorf, Endenich und Dottendorf.

Städtische Bibliotheken: [2] [3]

  • Zentralbibliothek im Haus der Bildung, Bottlerplatz 1, 53111 Bonn
  • Musikbibliothek
  • Bezirksbibliothek Bad Godesberg
  • Bezirksbibliothek Beuel
  • Integrierte Stadtteilbibliothek Auerberg
  • Stadtteilbibliothek Brüser Berg
  • Stadtteilbibliothek Dottendorf
  • Stadtteilbibliothek Endenich
  • Stadtteilbibliothek Tannenbusch

Chronik

Bei einem Bombenangriff wurde am 18. Oktober 1944 das Rathaus und mit ihm die Stadtbücherei zerstört. Mit erheblich dezimierten Beständen wurde die Arbeit später in zwei Notausgabestellen in Poppelsdorf und Graurheindorf behelfsmäßig fortgeführt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verfügte die Stadtbücherei noch über 3400 Bücher. Zwei Jahre später lag die Zahl der Entleihungen aber schon wieder bei 40.000.

In der damaligen „Wetzlar-Schule“ kam 1948 eine erste Kinderlesestube hinzu.

Im Jahr 1949 eröffnete die Stadt Bonn in der ehemaligen Wilhelmschule das Haus der Erwachsenenbildung mit der neuen Stadtbücherei-Hauptstelle und der neu gegründeten Volkshochschule („Bonner Bildungswerk“).

Im Keller der neu gebauten Elisabethschule in Kessenich wurde im Jahr 1952 die erste Zweigbücherei eröffnet. Im Norden der Stadt kamen später die Jugendbücherei an der Nordstraße und die Jugendbücherei Hedwigschule hinzu.

1956 wurde im Süden der Stadt die Jugendbücherei Wasserland und 1960 die Jugendbücherei Tannenbusch eröffnet.

Die im Jahr 1961 im Kaufmännischen Berufsschulzentrum eröffnete „Bücherei der Jugend“ wurden auch die Bestände der ehemaligen Kinderlesestube übernommen. Die „Bücherei der Jugend“ galt als Modelleinrichtung einer kombinierten Berufsschul- und öffentlichen Bücherei.

Im Mai 1963 wurde im wieder aufgebauten Sterbehaus von Robert Schumann die städtische Musikbücherei mit einem Anfangsbestand von 2410 Noten, 1572 Bänden Musikliteratur und 236 Schallplatten eröffnet.

20 Jahre nach ihrer Gründung verfügte die Stadtbücherei über ein Netz von zehn Büchereien mit einem Gesamtbestand von mehr als 80.000 Büchern, Zeitschriften, Noten und Schallplatten bei jährlich 177.000 Entleihungen durch 8500 eingetragene Jahresleser.

Im Aula-Gebäude des neuen Gymnasiums in Tannenbusch wurde im Jahr 1967 die städtische Zweigbücherei Tannenbusch eröffnet. Sie übernahm auch die Bestände der 1960 gegründeten Jugendbücherei. Im Schulzentrum Herseler Straße wurde im selben Jahr die Jugendbücherei Rheindorf eröffnet.

In der restaurierten historischen Endenicher Burg wurde 1969 die Zweigbücherei Endenich eröffnet. Ihr wurde eine Altenbücherei mit Sonderbeständen an Büchern in Großdruck angegliedert. Dort wurde auch der „Altenbücherdienst“ gegründet, der später in den „Bücherdienst für behinderte Bürger“ umgewandelt wurde.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn wurden im Jahr 1970 die beiden Stadtbüchereien in Bad Godesberg und Beuel mit einer Zweigbücherei in Pützchen als „Bezirksbüchereien“ in das System der Stadtbücherei Bonn eingegliedert. Und um die Literaturversorgung in den neuen Außenbezirken sicher zu stellen, beschloss der Rat der Stadt Bonn die Beschaffung eines Büchereibusses und die Einrichtung einer Autobücherei.

Im Februar 1972 startete die Autobücherei ihren Ausleihbetrieb. Im 14-tägigen Rhythmus fuhr sie insgesamt 16 Haltepunkte an der Stadtperipherie an, wo sie den Leserinnen und Lesern jeweils einen Freihandbestand von 4000 Bänden bot. Nach einem Dreivierteljahr verzeichnete die Autobücherei bereits mehr als 50.000 Entleihungen. Nachdem 1981 ein zweiter Bücherbus hinzu gekommen war, wurden Woche für Woche 18 Haltepunkte angefahren. 1992 stellte die Autobücherei den rechtsrheinischen und 1994 auch den linksrheinischen Betrieb wieder ein.

Im alten Stadthaus am Bottlerplatz wurde im Oktober 1980 die neue Zentralbibliothek eröffnet.

Im Herbst 1982 wurde die neue Stadtteil- und Gesamtschulbücherei Beuel-Ost eröffnet, im Frühjahr 1983 die neue Zweigbücherei im Ortszentrum Dottendorf.

Im Bonner Norden wurde im Sommer 1983 die neue Zweigbücherei Tannenbusch fertig gestellt.

1989 zog die Bezirksbibliothek Beuel in neue größere Räume im Brückenforum um.

1991 wurde die Bezirksbibliothek Bad Godesberg in neuen Räumen im Lindeblock vergrößert.

1994 wurde auf dem Brüser Berg die Stadtteilbücherei mit Beständen der ehemaligen Autobücherei und Neukäufen eröffnet.

1997 wurde die Stadtbücherei in Stadtbibliothek umbenannt. Damit sollte der gewachsene Anspruch in der kulturellen Grundversorgung dokumentiert werden.

Die rund 340.000 Medieneinheiten der insgesamt zehn Standorte der Stadtbibliothek wurden im Jahr mehr als 1,7 Millionen mal ausgeliehen.

Von Oktober 2011 bis September 2015 kam die Stadtbibliothek wegen des Umbaus zum Haus der Bildung vorübergehend in der benachbarten Cassius-Bastei unter. Fast vier Jahre lang waren dort die Kinderbibliothek sowie ein kleiner Teil des übrigen Medienbestandes der Zentralbibliothek untergebracht. Die restlichen Bestände wurden in Dottendorf, Beuel und Godesberg zwischengelagert. Obwohl alle Medien in die Cassius-Bastei und in die anderen neun Zweigstellen bestellt werden konnten, ging die Anzahl der Entleihungen in dieser Zeit bis auf 1,21 Millionen im Jahr 2015 zurück.

Mit einem Festakt wurde am 22. August 2015 die neue Zentralbibliothek im Haus der Bildung wiedereröffnet. Im Jahr 2017 gab es knapp 1,5 Millionen Entleihungen.

Die Zweigstelle in der Gesamtschule Beuel wurde im Sommer 2015 im Zuge der Umsetzung eines neuen Bibliothekskonzeptes geschlossen.

Seit 2016 betreibt die Stadt Bonn erstmals drei Stadtteilbibliotheken im Ehrenamtsmodell. Seitdem werden Ausleihbetrieb und Veranstaltungsarbeit in den Stadtteilbibliotheken Endenich und Dottendorf sowie in der Integrierten Stadtteilbibliothek Auerberg – als Ersatz für die kurz zuvor geschlossene Stadtteilbibliothek Rheindorf – ehrenamtlich organisiert.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Quelle: Stadtbibliothek: Eine wechselhafte Geschichte – Bücherei im Rathaus am Markt eröffnete vor genau 75 Jahren, in: Rhein-Zeitung, Ausgabe k (Kreis Ahrweiler) vom 8. Februar 2018, S. 20
  2. Quelle: Jahresbericht 2019 der Stadtbibliothek Bonn von November 2020, S. 35-36
  3. Quelle des Begriffs: bonn.de/stadtbibliothek: Orte. Öffnungszeiten (abgerufen 15.8.2021)