Rhein

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Bonn: Blick zur Kennedy-Brücke. - Foto: Hans-Dieter Weber.
Auf dem Rhein mit Blick zum Rolandsbogen - unten rechts im Rhein die Insel Nonnenwerth
Foto: Hans-Dieter Weber.
Blick zum ehemaligen Bundesviertel in Bonn

Bonn liegt am Rhein – wer hätte das gedacht? Dabei ist der Rhein, der bei Stromkilometer 643 das Bonner Stadtgebiet erreicht, für Ortsunkundige zumindest von der Bonner oder Godesberger Innenstadt aus gar nicht so einfach zu finden. Ein neues Touristen-Leitsystem soll seit ein paar Jahren da endlich Abhilfe schaffen.

Dabei ist alles so einfach: Ohne Rhein hätten vermutlich die Römer ihre castra bonnensia nie gebaut, ohne Rhein hätten die Kurfürsten ihre Schlösser ebenso vermutlich woanders errichten lassen. Nein: Bonn liegt wirklich am Rhein, am „Schicksalsstrom der deutschen Nation“, am heute noch wohl meist befahrenen (was Passagiere und Fracht betrifft) Fluss Europas, wenn nicht der Welt.

Ohne Rhein keine Rheinschifffahrt, ohne Rhein keine Rheinpromenade, keine Rheinaue, keinen Rhein in Flammen, ja nicht einmal eine R(h)einkultur, keine Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität und kein Rheinisches Landesmuseum. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Und doch bildet der Rhein auch Grenzen, zur Schäl Sick, beispielsweise, der angeblich falschen Rheinseite, auf der sich ein waschechter (und das sind natürlich ausschließlich linksrheinische) Bonner nie im Leben freiwillig niederlassen würde. Ein geographisches Hindernis, das nur mühsam über verstopfte Brücken und überfüllte Fähren überwunden werden kann.

Blick zum Siebengebirge. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Der Fluss hat zwar Menschen aus vielen Ländern und Waren vieler Nationen nach Bonn getragen und von hier aus weiter befördert, aber er hat auch Hochwasser und Eisgänge und damit verheerende Überschwemmungen mit sich gebracht, in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gleich zwei der Kategorie „Jahrhundert-Hochwasser“. Seit ewigen Zeiten versucht der Mensch, den Fluss zu bändigen, baut auch heute noch Dämme und Sperren – zum eigenen Nutzen, doch damit auch möglicherweise zum Schaden der Orte, die das Pech haben, weiter stromabwärts zu liegen. Der Rhein ist schwer zu bändigen – und doch überwiegt sein positiver Einfluss bei weitem seine weniger erfreulichen Begleiterscheinungen.

"Bundeshäuschen" am Rhein in Bonn-Oberkassel

Auch die Wasserqualität hat in den letzten Jahren merklich zugenommen, aus der einstigen europäischen Kloake wurde dank internationaler Vereinbarungen wieder ein erstaunlich sauberer Fluss, in dem immer mehr Fischarten – inklusive Aal und Lachs – sich wieder wohl fühlen.

Doch den Rhein kann man auch statistisch erfassen: Sein (und damit Bonns) tiefster Punkt liegt an der Siegmündung bei 45,6 Metern über Meeresniveau (NN) und damit fast 150 Meter unter Bonns höchstem Bodenpunkt, nämlich dem Paffelsberg im Ennert mit 194,8 Metern über NN. Linksrheinisch hat Bonn fast doppelt soviel Rheinufer (von Mehlem bis Grau-Rheindorf) als rechtsrheinisch (von Oberkassel bis Schwarz-Rheindorf).

Kribben

Johannes Nepomuk - Denkmal am Beueler Rheinufer

Die beliebtesten, leider aber auch nicht ungefährlichen Badeplätze am Rhein liegen zwischen so genannten Kribben (anderswo auch Buhnen genannt). Das sind Stein- bzw. Kiesvorsprünge, die im rechten Winkel zur Fließrichtung aufgeschüttet sind, um für genügend Wassertiefe in der eigentlichen Fahrrinne für die Rheinschifffahrt zu sorgen. Bei Niedrigwasser ragen sie über die Wasseroberfläche hinaus, bei höherem Pegelstand verschwinden sie unter Wasser. Zwischen diesen Begrenzungsflächen ist das Wasser in Ufernähe ziemlich geschützt. Doch bilden sich gerade am Ende dieser Steinbarrieren starke Strömungen und Verwirbelungen. Der Rhein fließt normalerweise mit einer Geschwindigkeit von etwa sechs Kilometern pro Stunde, bei Hochwasser sind es bis zu zwölf. Für Schwimmer kann neben den Strudeln die Sogwirkung der Schiffsschrauben zum Problem werden, und das auch dann, wenn das Schiff längst vorbeigezogen ist – vor allem in der Nähe von Kribben.

Mediografie

Foto: Hans-Dieter Weber.

Rheinbrücken

Drei Brücken führen in Bonn über den Rhein: im Norden die Friedrich-Ebert-Brücke (auch Nordbrücke), im Süden die Konrad-Adenauer-Brücke (auch Südbrücke) und in der Mitte die Kennedybrücke.

Rheinufer

Fontänen, Wasserspiele, Sitzgelegenheiten, Gastronomie - das Bonner Rheinufer soll noch mehr zum Verweilen, Flanieren und Sporttreiben einladen. Nach erfolgtem Ratsbeschluss soll mit den vorbereitenden Baumaßnahmen im ersten Bauabschnitt zwischen Josefstraße und Alter Zoll noch in 2023 begonnen werden, in 2025 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

siehe auch

Moby Dick nahe Rüngsdorf im Mai 2023
RheinLogen in Bonn

Weblinks und Quellen