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Kurt Hillkowitz

Aus Bonn.wiki

Kurt Hillkowitz (geb. am 14. September 1907 Bonn,[1] gest. am 23. April 1997 in New York, USA), war ein deutscher mittellateinischer Philologe.

Er entstammte einer Bonner Gelehrtenfamilie; sein Vater, Gabriel Hillkowitz (1871–1925), wirkte als Chemiker an der Rheinischen Landwirtschaftskammer in Poppelsdorf und stammte aus Russisch-Litauen,[2] während die Mutter Regina Hillkowitz, geb. Freiberg (1862–1943) aus einer deutsch-jüdischen Familie stammte.[3] Er hatte mindestens zwei ältere Geschwister. Nach dem Besuch des Staatlichen Beethoven-Gymnasiums in Bonn (1917–1926) studierte Hillkowitz ab dem Sommersemester 1926 Geschichte und Philosophie an der Universität Berlin sowie parallel an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums mit dem Ziel rabbininer zu werden. Zum Wintersemester 1929/30 wechselte er an die Universität Bonn und wurde 1934 bei Wilhelm Levison mit einer Arbeit zur Kosmographie des Aethicus zum Dr. phil. promoviert. In seiner Arbeit stellt einen philologischen Vergleich zwischen der Kosmographie und anderen frühmittelalterlichen Werken dar, im Versuch, deren Quellen zu ergründen.[4] Aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung emigrierte Hillkowitz 1933 nach Palästina, wo er später in Haifa sowie in Pardes Hana lebte und Nechama Shrolovich ehelichte; die Ehe blieb kinderlos.[5] Seine Mutter und seine Schwester wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und wurden dort ermordet.[6] Nach dem zweiten Weltkrieg kehrte Hillkowitz nach Deutschland zurück und lebte zumindest zeitweilig in Köln. Über seine Tätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind nur wenige Nachrichten überliefert. 1973 legte er den zweiten Teil seiner Untersuchung zur Kosmographie vor, welche wie bereits die Dissertation rasch zum Standardwerk avancierte.[7] Er siedelte später nach New York über, wo er 1997 verstarb und auf dem Beth Moses Cemetery in West Babylon (Suffolk County, New York) beigesetzt wurde.

Schriften

  • Kurt Hillkowitz: Zur Kosmographie des Aethicus (= Kosmographie Teil I), Phil. Diss. Bonn, Köln 1934.
  • Kurt Hillkowitz: Zur Kosmographie des Aethicus (= Kosmographie Teil II), Frankfurt a.M. 1973.

Fußnoten

  1. Vgl. auch das Curriculum vitae seiner Dissertation von 1934.
  2. Vgl. den Lebenslauf in: Gabriel Hillkowitz: Beiträge zur Kenntnis des β-Brom-γ-Amidochinolins und des β,γ-Dibromchinolins, Phil. Diss., Bonn 1899, S. 46f.
  3. Hillkowitz, Regina Regine. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945, Bundesarchiv.
  4. Vgl. auch das Curriculum vitae seiner Dissertation von 1934.
  5. Kurt Hillkowitz, Eintrag in: The Zausmer Forest, abgerufen am 23. März 2026.
  6. Hillkowitz, Else; Hillkowitz, Regina Regine. In: Gedenkbuch Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945, Bundesarchiv.
  7. Auch kritische Rezensionen stellten hier die außerordentliche Quellenkenntnis und Belesenheit des Autors heraus; so Heinz Löwe: Rezension. Kurt Hillkowitz, Die Kosmographie des Aethicus, Teil 2. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 33 (1977), S. 266.