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Arche Lütz

Aus Bonn.wiki

Das Naturschutzgebiet „Arche Lütz“ liegt in Königswinter-Oberpleis. Auf 4,2 Hektar Fläche wurde hier früher Ton gewonnen. Seit 1989 entwickelt sich ein Refugium für zahlreiche seltene Pflanzen- und Tierarten des Siebengebirges.

Seit altersher führte durch die Lütz der Weg von Oberpleis über Wahlfeld nach Siegburg. Weg und Bach waren einst die Grenzen zwischen den Ländereien der Herren von Niederbach, dem Bonner Stift St. Cassius und der Propstei Oberpleis. Durch den Bach führte eine Furt und darüber der Lützelsteg. Und die Weiher am Ort erinnern an die ehemaligen Tongruben in der Lütz, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, wobei erst nach der Jahrhundertwende und dem Bau der Pleistalbahn („Rhein-Sieg-Eisenbahn“) in größerem Umfang Ton abgebaut wurde, was etwa bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts dauerte.

Die 1967 von Ford erworbene ehemalige Tongrube am Lützbach diente dann dem Autohersteller bis 1985 als Galvanikschlamm- und Industrieabfalldeponie, bevor diese für sechs Millionen Mark durch das Automobilwerk saniert und renaturiert wurde.

Mit der Arche Lütz ist hier inzwischen eine artenreiche Naturoase entstanden. Dr. Til Macke, Enkel von August Macke, gründete sie 1989 als privates Schutzgebiet, um den See Lütz und umliegende Lebensräume zu bewahren. Seit 2023 führt die NABU-Stiftung sein Engagement fort. Auf einer Fläche von 4,2 Hektar gibt es hier unweit des Oberpleiser Zentrums eine Oase mit seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Der zwei Hektar große See wird von unterschiedlichen Bäumen wie Birken, Eichen, Erlen und alten Weiden gesäumt, in denen Singvögel, der Mäusebussard und verschiedene Spechtarten brüten. Das Gebiet durchfließt der natürliche Verlauf des Lützbachs. Im See geschaffenen Inseln bieten Lebensraum für Wasservögel. Am Westufer des Sees wurde eine Wildblumenwiese angelegt, in der eine Vielzahl von Insektenarten sowie verschiedene Schmetterlinge heimisch sind.

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