Zum Inhalt springen

HICOG-Siedlungen

Aus Bonn.wiki
Hochhaus der HICOG-Siedlung in Alt-Tannenbusch

HICOG-Siedlungen sind von 1949 bis 1952 in Deutschland gebaute Wohnanlagen für die Angehörigen der US-amerikanischen Hochkommission unter Leitung des Hohen Kommissars („High Commissioner of Germany“ = HICOG).

Neben der Amerikanischen Siedlung in Plittersdorf entstanden zwei weitere HICOG-Siedlungen in Tannenbusch (im Siedlungsbereich Alt-Tannenbusch) und unterhalb von Muffendorf (heute Ortsteil Pennenfeld, Röntgenstraße).

Treibende Kraft nach dem Zweiten Weltkrieg war auch in Bonn der US-aerikanische Hohe Kommissar John McCloy, der - nach mühsamer Grundstücksbeschaffung - zu Beginn der 1950-er Jahre die sieben Baublöcke des HICOG-Komplexes am Mehlemer Rheinufer in der Deichmanns Aue, sowie drei Wohnsiedlungen für amerikanische (in Plittersdorf und Pennenfeld/ Muffendorf) und deutsche Mitarbeiter (in Tannenbusch) errichten ließ. Nach ihm ist in Bonn das John-J.-McCloy-Ufer am Rhein benannt.

Bauwerke und Geschichte

Stimson Memorial Chapel in Plittersdorf

Durch ihre Architektur grenzen sich die Gebäude klar von der im Dritten Reich üblichen Baukultur ab. Obwohl sie unter Denkmalschutz gestellt worden sind, wurden in den zurückliegenden Jahren mehrere HICOG-Gebäude abgerissen. Eines der bekanntesten erhaltenen denkmalgeschützten Gebäude ist die Stimson-Memorial Chapel in der ehemaligen amerikanischen Siedlung in Plittersdorf an der Kennedy-Allee 150 (benannt nach dem 1950 verstorbenen Kriegs- und Außenminister der USA Henry Lewis Stimson).

Hochhaus in der HICOG-Siedlung in Pennenfeld

In Bonn entstanden unter maßgeblicher Planung des Architekten Sep Ruf Anfang der 1950-iger neben der HICOG-Siedlung in Plittersdorf, die Siedlungen in Pennenfeld, Muffendorf und in Tannenbusch, mit eigener Versorgungsinfrastruktur. Innerhalb der Siedlung Tannenbusch war das markanteste Bauvorhaben das Hochhaus-Gebäude "Im Tannenbusch 3", das erste Hochhaus, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Bonn gebaut wurde.

Die gelungene Architektur von Sep Ruf kommt auch im Viertel zwischen Röntgenstraße, Hans-Böckler-Allee und Zanderstraße im Stadtteil Pennenfeld zum Ausdruck. Die Siedlung ist durch immer wieder sich neu öffnende Blickachsen geprägt, bei denen die Natur als gestaltendes Element von Anfang an mit eingeplant wurde. Auch das knapp vierzig Meter hohe, elfgeschossige Hochhaus an der Röntgenstraße besticht mit lichter und offener Bauweise. Es war eines der ersten Wohnhochhäuser der Bundesrepublik. Insgesamt 72 Apartments von jeweils 42 Quadratmeter Größe fanden hier Platz.

Viel Platz - beinahe wie "auf dem Land" - gibt es auch in der HICOG-Siedlung im Stadtteil Muffendorf, was nicht zuletzt der Weitsicht des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern zu verdanken ist. Heute sorgen die sorgsam gepflanzten Kastanien, Pappeln und Buchen für Privatheit und verdecken den Blick auf andere Gebäude - wobei sich hier insgesamt 416 Wohnungen das Areal teilen.

Einige Bürgerinitiativen lehnen heutige Nachverdichtungspläne der Stadt in den Siedlungen ab. [1]

Jubiläum 2026

In der HiCOG-Siedlung in Pennenfeld

Eine Veranstaltungsreihe fand im April 2026 anlässlich des Baubeginns der HICOG-Siedlungen in Bonn vor 75 Jahren statt. Im Februar 1951 wurde am Rheinufer nördlich von Plittersdorf mit der Errichtung einer Wohnsiedlung für die Angestellten der amerikanischen Botschaft begonnen. Diese erste HICOG-Siedlung ist in Bonn heute unter dem Namen Amerikanische Siedlung bekannt. Am 19. April erfolgte zudem der erste Spatenstich der HICOG-Wohnsiedlung Tannenbusch. Wenige Tage danach begann auch der Bau der HICOG-Siedlung Muffendorf (auf einer heute zum Stadtteil Pennenfeld gehörigen Fläche), überwiegend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der aus Frankfurt nach Bonn übergesiedelten amerikanischen Zivilverwaltungsbehörde HICOG („High Commissioner of Germany“). Erste Wohnungen waren bereits im November 1951 bezugsfertig. Insgesamt wurden so im Laufe von weniger als einem Jahr mehr als 1.300 Wohnungen errichtet. Alle drei HICOG-Siedlungen stehen heute unter Denkmalschutz.

siehe auch

Häuser in der ehemaligen amerikanischen Siedlung in Plittersdorf
Häuser der HiCOG-Siedlung in Bonn-Tannenbusch

Bilder aus den Anfangsjahren

Einzelnachweise

  1. Quelle: Petra Reuter: Hicog in Bad Godesberg: Neuer Architekturführer zeigt amerikanische Siedlung, general-anzeiger-bonn.de, 9. Dezember 2019

GA-Artikel