Die historische Gemeinde Beuel

Nachdem zu Napoleonischer Zeit die „Mairie Vilich“ (= Bürgermeisterei Vilich) per Dekret vom 14. November 1808 entstanden war, lag in Vilich bis 1896 der Schwerpunkt der damaligen Gemeinde, die die Orte Vilich, Vilich-Müldorf, Vilich-Rheindorf, Schwarz-Rheindorf, Geislar, Combahn, Limperich, Küdinghoven, Ramersdorf, Pützchen, Bechlinghoven sowie (Ober- und Nieder-) Holtorf umfasste, was auch die 13 Sterne im heutigen Beueler Wappen erklärt.
Im historischen Ort Vilich wirkten auch die ersten vier Bürgermeister – mit Leonhard Stroof zu Beginn. Erst der vierte Bürgermeister der Gemeinde Friedrich Breuer (Amtszeit von 1891 bis 1919) verlagerte im Jahr 1896 die Verwaltung von Vilich nach Beuel, das mit seiner industriellen Entwicklung dem ländlichen Vilich den Rang abgelaufen hatte.
Erst am 15. Dezember 1891 beschloss der damalige Gemeinderat die Verlegung der Gemeinde-Verwaltung nach Beuel [1]. Allerdings dauerte es noch bis zum Jahr 1921 bis die „Bürgermeisterei Vilich zu Beuel" in „Bürgermeisterei Beuel" umbenannt wurde.
Bürgermeisterei Vilich und Beuel

Das Stroof’sche Haus (auch Bürgermeister-Stroof-Haus) im heutigen Beueler Ortsteil Vilich (Adelheidisstr. 3) diente zunächst in den Jahren 1809 bis 1825 als Wohn- und Amtssitz des damaligen Bürgermeisters Leonhard Stroof (1757-1825), der sein Amt in seinem Wohnhaus führte. Er behielt das Bürgermeisteramt auch nachdem das Rheinland 1815 an Preußen gegangen war und blieb Bürgermeister der preußischen „Samtgemeinde“ bis zu seinem Tod im Jahre 1825. [2]
Auch nach dem Tod von Bürgermeister Stroof verblieb die Gemeindeverwaltung zunächst in Vilich. Auf Leonhard Stroof folgte Gabriel Pfingsten in den Jahren 1825 bis 1855, der jedoch seinen Amtssitz in den Schevasteshof (seit 1944 nicht mehr erhalten) in der Schillerstraße verlagerte. Anschließend war der Vilicher Eschenhof, ein Herrenhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, ab 1857 der Amtssitz des Vilicher Bürgermeisters Johann Ignaz Schnorrenberg.
Am 15. Dezember 1891 beschloss der damalige Gemeinderat sodann die Verlegung der Verwaltung nach Beuel in das neu erbaute Rathaus an der Ecke der heutigen Friedrich-Breuer-Straße und der Rathausstraße [3] (bevor auch dieses Gebäude im Jahre 1962 dem heutigen Beueler Rathaus weichen musste). Allerdings wurde erst im Jahr 1921 die „Bürgermeisterei Vilich zu Beuel" in „Bürgermeisterei Beuel" umbenannt. Am 26. Oktober 1921 verfügte der preußische Innenminister, dass die Gemeinde fortan nach dem Ort Beuel, dem Sitz der Verwaltung zu bezeichnen sei.
Geschichte


Beuel hat eine bis ins Mittelalter nachweisbare Ortsgeschichte und wird erstmals urkundlich im Jahre 1139 als "Buiela" erwähnt. Die Ortsteile sind geprägt von ihrer Geschichte, die wie im Fall des Vilicher Stifts bis ins frühe Mittelalter zurückreicht.
Seit dem 15. Jahrhundert war das Gebiet geteilt. Während die Orte Schwarzrheindorf und Vilich einen rechtsrheinischen Brückenkopf des Kurfürstentums Köln bildeten, gehörten andere Orte im Gebiet des heutigen Stadtbezirks (einst das Territorium der Grafen von Sayn, nach 1246 der Herren von Blankenberg bzw. von Löwenberg) zunächst zur Grafschaft und später zum Herzogtum Berg. Die Grenze verlief auf Höhe der heutigen Kennedy-Brücke.
Das heutige Beuel war lange Zeit ein geteiltes Gemeinwesen. Erst unter Napoleon wurde die churkölnischen und bergischen Teile des heutigen Stadtbezirks (mit Ausnahme von Oberkassel und Holzlar) zur Mairie Vilich zusammen gefasst. Nachdem zu Napoleonischer Zeit per Dekret vom 14. November 1808 die „Mairie Vilich“ aus den beiden Kirchspielen Vilich und Küdinghoven entstanden war, lag auch zu preußischer Zeit bis 1896 der Schwerpunkt der damaligen Gemeinde in Vilich. Das Gemeindegebiet umfasste die Ortschaften Vilich, Vilich-Müldorf, Vilich-Rheindorf, Schwarz-Rheindorf, Geislar, Combahn, Limperich, Küdinghoven, Ramersdorf, Pützchen, Bechlinghoven sowie (Ober- und Nieder-) Holtorf, was auch die 13 Sterne im Beueler Wappen erklärt.
Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Fischerdorf Beuel zunehmend ein Standort von Wäschereien, die sich hier z.T. schon im frühen 18. Jahrhundert angesiedelt hatten. Sie waren mit ihren Wäscherinnen die Keimzelle für die heutige rheinische Weiberfastnacht. Doch Beuel kann auch auf eine spannende Industriegeschichte zurückblicken. Zu den ersten Ansiedelungen zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählten etwa das Zementwerk in Oberkassel oder die Jutefabrik im Beueler Osten. Zunehmend wurden auch die ungeliebten Industriebetriebe aus Bonn ins "arme" rechtsrheinische Beuel umgesiedelt.
Im Jahr 1922 wurde die Bürgermeisterei Vilich in Bürgermeisterei Beuel umbenannt, nachdem bereits 1896 der Verwaltungssitz nach Beuel verlegt worden war. Weitere 30 Jahre dauerte es dann bis zur Stadterhebung von Beuel. Den Titel einer selbständigen Stadt durfte Beuel aber nur 17 Jahre lang führen, nämlich von 1952 bis 1969. Dann kam die Eingemeindung zur Stadt Bonn, gegen die man sich erfolglos wehrte.
siehe auch

- Beueler Bürgermeister
- Beueler Wappen
- Beuel
- Denkmal- und Geschichtsverein Bonn-Rechtsrheinisch
- Rathaus Beuel
- Stadterhebung von Beuel
Weblinks und Quellen
Einzelnachweise:
- ↑ Ebba Hagenberg-Miliu, Beueler Bürgermeister Friedrich Breuer - Ein innovativer Macher, der aneckte, in ga.de vom 6. August 2024
- ↑ vgl. dazu Pia Stender: „Bürgermeister-Stroof-Haus in Vilich”. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-101633-20140828-2 (Abgerufen: 18. April 2025)
- ↑ Ebba Hagenberg-Miliu, Beueler Bürgermeister Friedrich Breuer - Ein innovativer Macher, der aneckte, in ga.de vom 6. August 2024