Sibylle Mertens-Schaaffhausen
Sibylle Mertens-Schaaffhausen (* 29. Januar 1797 in Köln † 22. Oktober 1857 in Rom), auch Rheingräfin genannt, war Archäologin, Historikerin, Numismatikerin, Musikerin, Mäzenatin, Kunstsammlerin und Mitbegründerin des Kölner Dombauvereins. Ihr Vater, der Bankier Abraham Schaaffhausen, war seinerzeit einer der reichsten Männer des Rheinlands. Verheiratet war sie mit dem Bonner Kaufmann Ludwig „Louis“ Mertens, den sie im Alter von 19 Jahren heiratete, mit 31 Jahren war sie die Mutter von sechs Kindern.
Die Bonner Villen von Sibylle Mertens-Schaaffhausen in der Wilhelmstraße und auf Gut Auerhof in Plittersdorf - heute Haus Carstanjen - waren Anfang des 19. Jahrhunderts Treffpunkte für die Gesellschaft aus Bonn und dem Umland. Eine Sommerresidenz gab es auf dem Petersberg, wo heute das Hotel Steigenberger steht.
Zu ihrem Freundeskreis zählten Annette von Droste-Hülshoff, die Autorin Anna Jameson, Adele Schopenhauer (die Schwester des Philosophen Arthur Schopenhauer), Goethes Schwiegertochter Ottilie oder die demokratisch engagierte italienische Witwe Laurina Spinola. Mit Adele Schopenhauer führte sie ab 1826 über 20 Jahre hinweg eine Lebensgemeinschaft. An diese Freundin erinnert ein von ihr gestifteter und italienisch beschrifteter Grabstein auf dem Alten Friedhof in Bonn.
Nach dem Tod ihres älteren Ehemannes in 1842 kam es zu Auseinandersetzungen um das Erbe, an deren Ende Sibylle Mertens-Schaaffhausen gezwungen war, große Teile Familienvermögens zu veräußern, bevor sie aus gesundheitlichen Gründen nach Italien übersiedelte. Noch kurz vor ihrem Tod verkaufte sie am 2. Mai 1857 Gut Sülz in Oberdollendorf mit den dazugehörigen Ländereien und Weingärten an den jüdischen Kaufmann David Cahn.
Die „Rheingräfin“ verstarb am 22. Oktober 1857 in Rom. Sie wurde auf dem Friedhof „Campo Santo Teutonico“, dem Friedhof der Deutschen und der Flamen, neben dem Petersdom in Rom bestattet und hinterließ neben ihren 6 Kindern auch 21 Enkel.
Ihre Korrespondenz hatte sie schon zu Lebzeiten der Universität Bonn vermacht. Ihre umfangreiche Kunst- und Münzsammlung, die archäologischen Funde und die wertvolle Bibliothek ließen ihre Kinder nach ihrem Tod versteigern.
Weblinks und Quellen
- Fabbri, Francesca, Sibylle Mertens-Schaaffhausen, in: Internetportal Rheinische Geschichte, abgerufen unter: https://rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/sibylle-mertens-schaaffhausen/DE-2086/lido/65e706849c1845.63339519 (abgerufen am 04.04.2026)
- Rainer Selmann, Rheinspaziert - Betrachtungen vom Ufer aus, (36) Beziehungen im Schaumburger Hof, in: Schnüss 5/ 2024, S. 8