Südüberbauung Bonn
Direkt vor dem Eingang des Hauptbahnhofs in Bonn verläuft die Straße „Am Hauptbahnhof“, die bis 2022 als Teil des City-Rings noch vom motorisierten Individualverkehr befahren werden konnte. Unmittelbar vor dem Bahnhof befand sich östlich der Poststraße das von 1976 bis 1978 errichtete Bauwerk der Südüberbauung.
Im Erdgeschoss befand sich eine Passage mit Läden, deren Pavillons sich um einen Lichthof gruppierten, der wiederum mit der Passage im Untergeschoss verbunden war. Markant war der langgezogene Eckerker an der mit eloxiertem Aluminium verkleideten und durch vertikale Pfosten gegliederten Fassade, der zum Platz vor dem Hauptbahnhof hin ausgerichtet war. Hier hatte ein Café seinen Platz gefunden, während das im Komplex ansässige Hotel Continental in Richtung Siebengebirge lag.
Die Südüberbauung wurde im Januar 2017 abgerissen. Mit der Entkernung des Gebäudes war bereits im Herbst 2016 gestartet worden. Die Arbeiten machten den Weg für das heutige Nachfolgeprojekt frei.
Wo sich einst ein Parkplatz und das „Bonner Loch“ befanden, wurde in neuerer Zeit mit dem Projekt "Urban Soul" (bis zum Jahr 2020 realisiert), der Eingangsbereich vom Hauptbahnhof zur Bonner Innenstadt neu interpretiert, und an der Stelle der ehemaligen „Südüberbauung“ entstand im Jahr 2019 das benachbarte Maximiliancenter.
Geschichte
Vorgesehen war einmal, den gesamten Bereich vor dem Hauptbahnhof vom heutigen ZOB bis zur Thomas-Mann-Straße vollständig zu überbauen. Eine freie Fläche oder ein Platz waren nicht vorgesehen. Tatsächlich lag im Westen des Bereichs zur Thomas-Mann-Straße hin, ein Parkplatz, daran anschließend das sogenannte „Bonner Loch“ mit mehreren Treppen zum unterirdischen Teil des Bahnhofs mit einer Passage und dem Durchgang zur Quantiusstraße. Im Norden wurde das Areal vor dem Hauptbahnhof - bis heute unverändert - von der Cassius-Bastei (fertiggestellt 1987/88) begrenzt.
Hinsichtlich der ehemaligen „Südüberbauung“ war es der Der Ten Brinke Group gelungen, die 38 Eigentümer des Gebäudes davon zu überzeugen, ihre jeweiligen Einheiten zu verkaufen. Daher konnte das bestehende Gebäude letztlich in 2017 abgerissen werden.