Bonn Hauptbahnhof

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Der Bonner Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof in der Bundesstadt Bonn an der linken Rheinstrecke; zugleich ist er östlicher Endpunkt der Voreifelbahn.

Eingangportal am Bonner Hauptbahnhof

Das Empfangsgebäude aus 1883 – 85 steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.

Es verfügt über ein DB Reisezentrum im Erdgeschoß.

Fahrpläne sind unter bahnhof.de/bonn-hbf/fahrplan abrufbar.

Aus der Geschichte

Der Bonner Hauptbahnhof liegt im Bonner Stadtkern („Am Hauptbahnhof“). Er wurde einst als „Reichsbahnhof“ errichtet und diente schon zu kaiserlichen Zeiten im 19. Jahrhundert dem Adel und seinen Söhnen und Töchtern als An- und Abreisestation, etwa zur Universität.

Ein erster Bahnhof in Bonn war bereits im Jahr 1844 entstanden und lag etwas weiter südlich an der Poppelsdorfer Allee. Er entstand im Zuge des Baus der linken Rheinstrecke zwischen Bonn und Köln und wurde seinerzeit durch die Bonn-Cölner-Eisenbahn eröffnet.

Am 1. März 1883 wurde dann der Grundstein für ein neues Empfangsgebäude gelegt, das nach einem Entwurf des Baumeisters Carl Schellen entstand und im Laufe der Zeit etliche Umbauten erfahren hat.

Fertiggestellt und eröffnet wurde der heutige Bonner Hauptbahnhof am 22. April 1885, errichtet im Stil der italienischen Renaissance, mit Fassaden aus gelbem Ziegelstein und aus roten Sandsteinen zur Gliederung der Fassade sowie einem Eingangsportal, das eher an einen antiken Triumphbogen erinnert. Am südlichen Ende des Gebäudes gab es Wartesäle für die erste und zweite Klasse, ferner das „Fürstenzimmer“ mit einem separaten Zugang für hohe Gäste oder in Bonn studierende Prinzen. Wartesäle für die dritte und vierte Klasse befanden sich in einiger Entfernung im Nordflügel.

Einen Vorplatz vor dem 1883 erbauten Bahnhof gab es nicht. Parallel verlief die Bahnhofstraße (heute: Am Hauptbahnhof) die von einer Reihe von Kastanienbäumen gesäumt wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs entstanden, im Bereich der ehemaligen Bastion, Gebäude in Blockrandbebauung mit Läden, Wohnungen und einem Hotel.

Im Zweiten Weltkrieg war der Hauptbahnhof das Ziel alliierter Bombenangriffe, wobei die die beiden Blöcke um die Poststraße verschont blieben, die vom Mittelpavillon des Bahnhofes zum Münsterplatz führte.

In der noch jungen Bundesrepublik wurde der Hauptbahnhof dann zur Bühne für die ersten Staatsvisiten. Regelrecht über Nacht wurde er zum „Regierungsbahnhof“, in dem für etliche Staatsgäste (als erster Gast der damalige äthiopische Kaiser Haile Selassi) ein roter Teppich auf dem Bahnsteig ausgerollt wurde.

 
U-Stadtbahn. - Foto: Hans-Dieter Weber.

Besonders in dem 1970-er Jahren hat sich dann durch den Bau der U-Bahn und der ehemaligen Südüberbauung das Bahnhofsumfeld stark verändert, bis hin zum „Bonner Loch“, das nach langen Debatten ab 2017 durch das Urban-Soul-Projekt überbaut wurde.

Ende der 1960er-Jahre war noch der Großteil der Bebauung gegenüber dem Bonner Hauptbahnhof erhalten. Diese Häuser an der Bahnhofstraße (heute: Am Hauptbahnhof) wurden im Zuge des Baus der U-Bahn abgerissen. Ein großer Teil der geräumten Fläche wurde später als Parkplatz genutzt. Der kleinere westliche Teil (das „Bonner Loch“) diente lange Zeit als unterirdischer Zugang zum Bahnhof und zur Stadtbahnhaltestelle. Über Treppenstufen wurde wieder die Poststraße erreicht.

Im Zuge des Stadtbahnbaus wurde die unterirdische Haltestelle „Bonn Hauptbahnhof“ zwischen 1967 und 1975 eingerichtet und am 23. März 1975 feierlich eröffnet.

Am 20. Oktober 1976 wurde zudem ein Fußgängertunnel zwischen dem Hauptbahnhof und der neuen Stadtbahnhaltestelle eröffnet, der zugleich auch als Durchgang von der Bonner Innenstadt in Richtung Quantiusstraße dient, und damit zugleich als Übergang zur Weststadt.

Wo sich einst das „Bonner Loch“ befand, wurde in neuerer Zeit mit dem Projekt "Urban Soul" der Eingangsbereich zur Bonner Innenstadt neu interpretiert, wobei an der Stelle der ehemaligen „Südüberbauung“ im Jahr 2019 zusätzlich das benachbarte Maximiliancenter entstand.

Bahnlinien

 
Am Bonner Hauptbahnhof

Der Bonner Hauptbahnhof hat IC-, EC-, ICE und Nachtzug-Verbindungen. Unter dem Bahnhof der Deutschen Bahn befindet sich eine Haltestelle der Stadtbahn in Bonn.

Bahnlinien, die am Bonner Hauptbahnhof verkehren:

Regional

RB 26, RB 30, RB 48, RE 5 (RRX), S23

Fernverkehr

IC/EC 30, IC/EC 31, IC/EC 32, IC 35, IC 37, IC 55, ICE 10, ICE 31, ICE 91, NJ 40421, NJ 421

ÖPNV am Hauptbahnhof

 
Zentraler Omnibusbahnhof in Bonn
 
ZOB in Bonn

ÖPNV-Linien am Zentralen Omnibusbahnhof vor dem Bonner Hauptbahnhof:

Straßenbahn

61, 62, 65

U-Stadtbahn

16, 18, 63, 66, 67, 68

Taglinien

529 537 540 550 551 600 601 602 603 604 605 606 607

608 609 610 611 640 800 845

Schnellbusse

540 SB60 SB69

Nachtlinien

N1 N2 N3 N4 N5 N6 N7 N8 N9 N10

Planungen

 
Am Bonner Hauptbahnhof

Pläne für die Straße "Am Hauptbahnhof" sehen neben einer notwendigen Sanierung eine Verlegung der Bahngleise vor, in Fahrtrichtung Thomas-Mann-Straße etwa drei Meter in Richtung Innenstadt, so dass die Bahnen dann direkt vor der Maximilian-Passage halten.

Nach mehr als zwei Jahren liegt der Planfeststellungsbeschluss für die Straße „Am Hauptbahnhof“ seit Ende 2024 vor. Seit die Bezirksregierung Köln das Planfeststellungsverfahren für den Umbau und die Modernisierung der Straße „Am Hauptbahnhof“ positiv beschieden hat, hat die Stadt Bonn Baurecht. Nach dem erfolgten Planfeststellungsbeschluss hat eine europaweite Ausschreibung für die Großbaumaßnahme zu erfolgen.

Nach einem Baustart würde die gesamte Maßnahme voraussichtlich zwei bis zweieinhalb Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Ein Beginn der Baumaßnahme konnte weder in 2025 noch in 2026 erreicht werden, da Planungen zu verschiedenen Baugewerken der Stadtwerke und zu den weiteren Bauphasen andauern.

siehe auch

 
Am Bonner Hauptbahnhof