Stadthalle Bad Godesberg
Die Stadthalle Bad Godesberg wurde 1955 als Veranstaltungshalle errichtet. Am 15. Juli 1955 wurde im Kurpark Richtfest gefeiert und am 15. Dezember wurde die Stadthalle in Gegenwart von Bundespräsident Theodor Heuss eingeweiht.

Sie entstand auf dem Grundstück des abgerissenen Volksgartensaals nach Plänen der Architekten Wilhelm und Dirk Denninger als Stahlskelettbau und bietet zwei große Säle, Konferenzräume und ein Restaurant.
Bekannt wurde sie u.a. wegen des Godesberger Programms der SPD, das im Jahr 1959 dort verabschiedet wurde.
Im Laufe der Jahrzehnte gab es zahlreiche Veränderungen und Erweiterungen der Stadthalle. In den 1960-er Jahren kamen der sog.Karajanflügel und der Trinkpavillon hinzu. Die Parksäle I und II entstanden Ende der 1970-er Jahre, gefolgt von der Erweiterung der Regiegalerie im großen Saal Ende der 1980-er Jahre und dem Parksaal III sowie dem Brunnensaal in 1990.
Seit dem 27. Mai 2020 ist die Stadthalle wegen Einsturzgefahr gesperrt und soll saniert werden.
Ende Mai 2020 sprach die Stadt aufgrund mangelnder Standfestigkeit des Großen Saals ein Betretungsverbot für die Stadthalle aus. Mittlerweile sind Teile des Gebäudes wieder geöffnet. Im Zuge der Sanierung des Gebäudeensembles muss die Standsicherheit wieder hergestellt werden.
- vgl. dazu: Informationen auf bonn.de
Die Sicherung des Großen Saals hat im Januar 2026 begonnen, der erste Schritt zur Sanierung des denkmal-geschützten Gebäudekomplexes. Die Stadthalle soll ein zeitgemäßes Tagungs- und Veranstaltungszentrum mit angegliedertem Restaurant werden. Dafür muss der Gebäudekomplex im Kurpark umfassend modernisiert und instandgesetzt werden. Für die anstehende politische Entscheidung über die weiteren Schritte soll eine belastbare Kostenschätzung vorgelegt werden. Bislang sind für das Bauprojekt rund 60 Millionen Euro im städtischen Haushalt vorgesehen.
- Adresse: Koblenzer Straße 80, 53177 Bonn
Geschichte
Die Veranstaltungshalle am Rande des Godesberger Stadtparks und in Nähe der Rigal’schen Wiese hat in den rund 70 Jahren seit ihrer Eröffung (1956) ein gutes Stück Zeit- und Kulturgeschichte erlebt und geschrieben. Der Hallenbau mit seiner eher sachlichen Architektur sollte der damals noch selbstständigen Stadt Bad Godesberg – durchaus in Konkurrenz zur benachbarten Bundeshauptstadt Bonn – mehr Gewicht als Kongress-Standort verleihen.
Nach dem Richtfest am 15. Juli 1955 entstand der Stahlskelettbau auf dem Grundstück des abgerissenen Volksgartensaals nach Plänen der Architekten Wilhelm und Dirk Denninger aus Bonn und war ein halbes Jahr später einsatzbereit. Als am 15. Dezember 1955 die Stadthalle in Bad Godesberg eingeweiht wurde, waren neben Bundespräsident Theodor Heuss auch Bundesarbeitsminister Anton Storch und Vizekanzler Franz Blücher zugegen. Rund 700 Gäste erlebten den Premierenabend mit der Nordwestdeutschen Philharmonie und einem Solisten der Kölner Oper.
Seither war die Stadthalle Ort vieler Veranstaltungen, Kongresse und Tagungen. Eine Gäste- und Veranstaltungsliste, falls vorhanden, würde jedenfalls die Geschichte der Bundesrepublik sowie jener, die diese Geschichte gestaltet haben, ziemlich umfangreich widerspiegeln.
Erinnert sei nur an den außerordentlichen Parteitag der SPD (1959), dessen in der Stadthalle beschlossenes „Godesberger Programm“ bis heute für die umfassendste programmatische Neuausrichtung der Sozialdemokraten steht.
Bis zu ihrer Sperrung war die mehrfach erweiterte und technisch aufgerüstete Stadthalle, die der Stadt Bonn gehört und die von einem Pächter geführt wurde, nicht nur bei den Godesbergern beliebt. Hier fanden Kongresse, Messen und Foren von überregionaler Bedeutung statt, aber auch vergnügliche Veranstaltungen wie Bälle und Karnevalssitzungen. Es gibt mehrere Säle unterschiedlicher Größenordnung (der Große Saal fasste bis zu 1.200 Personen) sowie Restaurant, Bierstube und Kegelbahn. Einmal im Jahr, im Frühjahr, fand in der Stadthalle die Leistungsschau des Godesberger Handels und Gewerbes, die „Godema“, statt.
Als Ort zahlreicher Versammlungen von bundespolitischer Bedeutung und als Wegstein der bundesrepublikanischen Geschichte wurde die Stadthalle trotz einiger baulicher Veränderungen 2012 unter Denkmalschutz gestellt. Acht Jahre später wurde der gesamte Komplex wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt. Schon bei den Rohbauarbeiten und weiterhin bei einer Sanierung in den 1990er-Jahren wurden Fehler beim Einbringen der Spannstähle im großen Saal gemacht, urteilte ein Gutachter, und die Tragfähigkeit damit inakzeptabel eingeschränkt.
Weg der Demokratie
im Jahr 2019 wurde die Godesberger Stadthalle in den Weg der Demokratie integriert.
Die Stadthalle war seit 1955 ein wichtiges Kongresszentrum. 1959 beschloss die SPD hier das „Godesberger Programm“.