Festspielhaus

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Bezeichnung für eine projektierte Konzerthalle, ursprünglich geplant auf dem Areal der Beethovenhalle. Im April 2007 hatten dazu die drei Bonner Unternehmen Deutsche Telekom, Deutsche Post und Postbank eine „Objektgesellschaft“ gegründet. Diese sollte den damals auf gut 80 Millionen Euro veranschlagten Bau errichten und anschließend an eine Betreibergesellschaft, voraussichtlich eine Stiftung, übergeben, in der sich der Bund laut Zusage vom November 2007 mit 39 Millionen Euro einbringen wollte. Das neue Festspielhaus mit 1 400 Plätzen sollte die Beethovenstadt Bonn auf ein ähnliches internationales Niveau heben, wie es die Wagner-Stadt Bayreuth oder die Mozart-Stadt Salzburg schon vorzuweisen haben. Anfang 2009 wurden die Ergebnisse eines internationalen Architekturwettbewerbs der Öffentlichkeit vorgestellt, Baubeginn hätte 2010 und Einweihung etwa 2012 sein können. Die Initiative für ein neues Festspielhaus war 2002 vom Bonner Kulturrat ausgegangen, da die Beethovenhalle weder baulich noch akustisch den Anforderungen an eine moderne Konzerthalle entsprach. Doch da alle vier in die engere Auswahl gelangten Architektenentwürfe einen Abriss der alten Halle vorsahen, regte sich Widerstand bei nostalgischen Bürgern. Und so kam es, wie es kommen musste: Im Stadtrat wurde so lange diskutiert, über Alternativ-Standorte (z.B. Rheinaue) und eventuelle Folgekosten für die Kommune nachgedacht, bis den Mäzenen der Geduldsfaden riss. Als erste fühlte sich die Telekom nicht mehr an ihre Zusagen gebunden, gefolgt von der Postbank und schließlich von der Post. Das Projekt war 2015 endgültig kläglich gescheitert. Stattdessen wurde vom Stadtrat die Grundsanierung der Beethovenhalle als Mehrzweckbau beschlossen, weshalb die Halle seit Herbst 2016 geschlossen ist. Die Kosten wurden mit etwa 60 Millionen Euro kalkuliert, zudem sollte der Umbau rechtzeitig zum Beethoven-Jubiläum 2020 (250. Geburtstag) fertig sein. Im Frühjahr 2019 musste die Stadtverwaltung eingestehen, dass wegen des Baugrundes sowie Planungsfehlern die Kosten schon die 100-Millionen-Euro-Grenze überschritten hatten und dass die Sanierung frühestens 2022 abgeschlossen sei.