Andernach (awa)

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Nicht die Stadt Andernach kurz vor Koblenz ist gemeint, sondern das schon 1870 durch einen Beueler Apotheker namens Daniel Schmitt gegründete (und Ende 2008 überraschend stillgelegte) Unternehmen in Sachen Dachabdichtung, Dämmung usw. 1888 hatte August Wilhelm Andernach (awa) die Fabrik übernommen und als „Mittelrheinische Theerprodukten und Dachpappe-Fabrick A. W. Andernach“ beim Amtsgericht Bonn als Marke eintragen lassen; der awa-Dreizack wurde wenige Jahre später beim Kaiserlichen Patentamt als Warenzeichen eingetragen.

Der Betrieb florierte und expandierte: 1902 wurden in Calais (Frankreich) und Brüssel Niederlassungen gegründet, stolz zählte man selbst den ägyptischen Vizekönig zur Kundschaft. Das Unternehmen überstand Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise – und sogar einen Großbrand, der das Werk 1934 mehr oder weniger komplett vernichtete. Doch schon ein Jahr später konnte wieder produziert werden. Brände sollte es auch später immer wieder geben, doch hielt sich der Schaden meist in Grenzen. 1956 wurden auf Styropor basierende Dachdämmelemente entwickelt, 1982 die „Bonner Schindel“. 1988 wurde das Betriebsgelände in der Nähe des Beueler Bahnhofs auf 85 000 qm erweitert. Seit 2003 gehörte Andernach (Motto: „top drauf“) zur kanadischen IKO Group, die jedoch zum Jahresende 2008 die Produktion im Beueler Werk mit seinen zuletzt 76 Mitarbeitern komplett einstellte.