Wilhelm Levison (* 27.5.1876 in Düsseldorf + 17.1.1947 in Durham/ England) kam als Sohn Hermann Levisons und seiner Frau Josephine, geborene Goldschmidt zur Welt. Seine jüdische Familie väterlicherseits war seit dem 17. Jahrhundert in Siegburg ansässig. In Bonn lehrte Wilhelm Levison lange Jahre als Professor für Geschichte an der Universität Bonn.

Der junge Levison kam 1894 nach Bonn und studierte hier zunächst Geschichte und Klassische Philologie. Neben seiner späteren Lehrtätigkeit wirkte er an der „Monumenta Germaniae Historica“ (historische Denkmäler Deutschlands) maßgeblich mit. Im 1903 kehrte er nach Bonn zurück und habilitierte sich hier. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er 1935 jedoch aus der wissenschaftlichen Tätigkeit ausgegrenzt und als Hochschullehrer zwangspensioniert.

Die Entscheidung, ins Exil zu gehen, fiel nach dem Novemberpogrom 1938. Den letzten Ausschlag gaben das Verbot, öffentliche Bibliotheken zu benutzen, der unmittelbare Terror durch das Auftreten der Gestapo und Hetzplakate. Im April 1939 konnte er nach England emigrieren.

In Bonn wurde nach ihm die Wilhelm-Levison-Straße benannt.

Am 12. September 2024 wurden zwei Stolpersteine für Prof. Dr. Wilhelm Levison und seine Ehefrau Dr. Elsa Levison, geb. Freundlich, vor dem ehemaligen Wohnhaus des Paares in der Kaiserstraße 105 in Bonn verlegt. Die damalige Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner hielt ein Grußwort und Prof. Dr. Matthias Becher gedachte Wilhelm Levisons aus der Perspektive seines akademischen Werdegangs.