Die Apollinariskirche liegt oberhalb der Stadt Remagen auf dem Apollinarisberg, einer Anhöhe etwa 40 m oberhalb des Rheins. Sie wird umgeben von den ehemaligen Klostergebäuden und dem Klostergarten mit einem beeindruckenden Blick auf die Rheinlandschaft.

  • Adresse: Apollinariskirche Remagen, Apollinarisberg 4, 53424 Remagen

Bauwerk

Die Wallfahrtskirche St. Apollinaris, erbaut nach den Plänen des Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner, ist ein bedeutender Kirchenneubau des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Das Bauwerk wurde überwiegend aus Sandstein errichtet, wobei die zwei Westtürme und die Maßwerkbrüstungen aus Guss-Stahl bestehen, während die zwei Osttürme aus Stein gefertigt sind. Die Kirche entstand im neugotischen Stil, nachdem die mittelalterliche Vorgängerkirche St. Martin wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

Die Grundsteinlegung erfolgte 1839, der Rohbau wurde 1843 abgeschlossen. Im Jahr 1857 wurde die Kirche fertiggestellt und geweiht. Das Kircheninnere wurde im Laufe der Zeit vollständig mit Wandmalereien (hauptsächlich in Freskotechnik) ausgestattet.

Zwirner hatte den neugotischen Bau für die Ausmalung konzipiert, die von Mitgliedern der Künstlergruppe der „Nazarener“ der Düsseldorfer Malerschule ausgeführt wurde. Drei Bildzyklen zeigen das Leben Jesu, das Leben Mariens und die Taten des heiligen Apollinaris als Bischof von Ravenna. Geschaffen wurden sie von Ernst Deger, Carl und Andreas Müller sowie Franz Ittenbach in den Jahren 1843 bis 1853, ein großes Gemeinschaftswerk, mit dem ihre Idealvorstellung vom Gesamtkunstwerk verwirklicht werden konnte. Jeweils im Sommerhalbjahr wurde an den umfangreichen Zyklen in 69 Bildern mit etwa 580 Figuren gearbeitet.

Geschichte

Eine erste Kirche wurde hier vermutlich schon im 9. Jahrhundert gebaut. Um das Jahr 1110 errichteten Benediktiner der Abtei Michaelsberg in Siegburg mit Unterstützung der Bevölkerung eine Propstei in Remagen.

Bereits seit dem Hochmittelalter werden auf dem Apollinarisberg in Remagen die Reliquien des heiligen Apollinaris verehrt. Die hier zunächst vollständig aufbewahrte Reliquie des Heiligen durchlebte allerdings im Laufe der Jahrhunderte eine bewegte Geschichte. 1382 raubte Herzog Wilhelm I. einen Teil, der in die Kirche St. Lambertus in Düsseldorf verbracht wurde, während sich das Haupt des Heiligen in einem Steinsarkophag aus dem 14. Jahrhundert in der Krypta der Remagener Kirche befindet.

Vom 25. März 1857 bis zum 31. Dezember 2006 betreuten Franziskaner die Wallfahrt auf dem Apollinarisberg, die seit dieser Zeit in jedem Jahr als zweiwöchige Apollinariswallfahrt im Juli und August stattfindet.

Am Fuß des Berges wurden 1892 christliche Gräber aus der Römerzeit entdeckt.

Klosterlandschaft

In der ehemaligen Klosterlandschaft rund um die Apollinariskirche existieren noch zahlreiche und zum Teil Jahrhunderte alte Kulturzeugnisse, darunter der Klostergarten, der Kreuzweg, die St. Franziskus-Statue, die Grabstätte der Familie von Fürstenberg oder die Apollinaris-Eiche.