Witterschlick

Witterschlick (mit Volmershoven/ Heidgen) ist ein Ortsteil der Gemeinde Alfter im Rhein-Sieg-Kreis.
Die heutige katholische Kirche Sankt Lambertus am Dorfplatz entstand in den Jahren von 1875 bis 1877 als neugotisches Kirchengebäude mit hoch aufragendem Turm und wurde im Zweiten Weltkrieg (1944) bis auf den Glockenturm zerstört. Im Jahr 1954 wurde zunächst ein kleineres Langhaus an den Glockenturm angebaut, das 1968 um einen rechteckigen Chorraum erweitert wurde.
Der Tonabbau in Witterschlick und Volmershoven reicht bis in das Jahr 1880 zurück. Besonders als zum Ende des 19. Jahrhunderts am Ort wertvolle Blautonvorkommen gefunden und erschlossen wurden, hat sich Witterschlick zu einem Industrieort mit dem Schwerpunkt der Rohstoffgewinnung und der Tonverarbeitung entwickelt. Bereits um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert wurde in Witterschlick ein Keramikfliesenwerk eröffnet, die Servais-Werke, die heute nach mehreren Fusionen als Deutsche Steinzeug Cremer & Breuer AG firmieren.
Der Bahnhof Witterschlick wurde im Jahr 1903 eröffnet wurde. Mehr als 20 Jahre hatten sich der Bürgermeister und der Witterschlicker Rat mit Bittgesuchen bei der Eisenbahndirektion in Cöln für die Errichtung eines eigenen Bahnhofs eingesetzt. Über Jahrzehnte war der Bahnhof dann auch Umschlagort für Ton aus der Umgebung und für keramische Erzeugnisse der Firma Servais – heute Deutsche Steinzeug. Der Bahnhof dient heute noch als Haltestelle der Regionalbahn. Seit 2004 steht das Bahnhofsgebäude im privaten Eigentum.
Aus der Ortsgeschichte

Der Ort wurde im Jahr 965 erstmals urkundlich erwähnt und im Jahr 1180 bestätigte Kaiser Friedrich I. dem Erzbischof Philipp zu Köln einen Landtausch mit dem Bischof Rudolf von Lüttich, bei dem auch „Wenterslikke“ bzw. „Wintirslikke“ mit der Kirche genannt wird. Vermutlich hatte der Bischof von Lüttich schon zuvor die Herrschaft über den Ort. Die alte romanische Kirche von Witterschlick aus dem 12. Jahrhundert wurde 1875 abgebrochen und ersetzt. Aus ihr ist noch der romanische Taufstein in der heutigen Kirche erhalten.
Witterschlick gehörte bis zum Jahr 1345 zum Gebiet des Herzogs von Jülich, später bis 1795 zum Kurfürstentum Köln. Unter französischer Herrschaft in den Jahren 1795 bis 1815 wurde der Ort Teil der Mairie Oedekoven im Landkanton Bonn. Im Jahr 1815 kamen die Rheinlande und damit auch Witterschlick zum Königreich Preußen mit damals gut 500 Einwohner, die überwiegend von der Land- und Forstwirtschaft lebten.
Seit der kommunalen Gebietsreform im Jahre 1969 gehört Witterschlick mit Volmershoven und Heidgen zur zur Gemeinde Alfter.
Informationen

Zahlreiche Informationen zu Alfter und seinen Ortsteilen finden sich im Wiki-Artikel zur Gemeinde Alfter, auch zum Bahnhof Witterschlick (mit Stellwerkmuseum) oder zur Tongrube Witterschlick.
Die heutigen Ortsteile von Alfter sind: Alfter (mit Birrekoven und Olsdorf), Gielsdorf, Impekoven, Oedekoven (mit Nettekoven und Ramelshoven) und Witterschlick (mit Volmershoven und Heidgen).
Das Gemeindegebiet reicht von den Hängen der Ville bis in die Ebenen im Übergang zur Stadt Bonn.
- vgl. dazu: alfter.de/ortsteilportraets
- Eine Liste der Baudenkmäler in Alfter findet sich auf de.wikipedia.org.
Kulturerlebnisweg
Im Jahr 2008 wurde der Kulturerlebnisweg Witterschlick eingeweiht. Ausgangspunkt ist Haus Kessenich und Ziel die Kapelle "Klausenhäuschen".
siehe auch
