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Vicus Bonnensis

Aus Bonn.wiki
Infotafel zum Legionslager an der Präsentationsfläche Didinkirica in Bonn-Castell

Irgendwann um das Jahr 50 Jahre nach Christus reichte das Legionslager im heutigen Bonner Norden den Römern nicht mehr aus. Eine zweite Siedlung entstand südlich des Militärlagers castra Bonnensia in Höhe des heutigen Bundeshausviertels im heutigen Stadtteils Gronau mit römischen Reihenhaus- und Fachwerkhaussiedlungen, ausgebauten Tempelanlagen, Badegebäuden und Ziegelbrennöfen.

Das „zivile römische Bonn“ besaß vermutlich um die 10.000 Bewohner (zusätzlich zu den 7000 Legionären im Lager) und erlebte zwischen dem 2. und 3. Jahrhundert seine Blütezeit. Die erhöhte Lage an dieser Stelle ermöglichte einen offenen Blick auf den Rhein. Zudem wird angenommen, dass ein natürlicher Graben als Zugangsweg zu einem Hafen diente. Die Siedlung mit Wohn- und Handwerkerhäusern diente zur Versorgung der Soldaten im römischen Legionslager mit Töpferei, Schmiede und Bronzegießerei sowie einem Tempel und einem Gräberfeld.

Zahlreiche Reste der alten römischen Siedlung wurden auch im Zuge der Bauarbeiten für das WCCB auf dem 3,7 Hektar großen Areal im ehemaligen Regierungsviertel entdeckt, darunter eine römische Therme. Filigrale Glasgefäße, Tonscherben und Goldschmuck werden heute im Rheinischen Landesmuseum aufbewahrt.

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