Mit dem Trajekt zwischen Bonn und Oberkassel verband die Rheinische Eisenbahngesellschaft ihre rechts- und linksrheinischen Bahnstrecken. Die ehemalige Rhein-Überquerung der Eisenbahn per Fähre bestand von etwa 1879 bis 1914.

Eine Fährponte mit Wagen und Lokomotive am Bonner Rheinufer um 1900. - Foto: Stadtarchiv Bonn

Die Gleise verliefen in etwa vom heutigen Helmut-Schmidt-Platz, dem früheren Trajektknoten, am Posttower vorbei bis zum Rhein und fanden ihre Fortsetzung am linken Rheinufer in Höhe Oberkassel südlich der heutigen Konrad-Adenauer-Brücke. Im Spitzenjahr 1873 wurden 93107 Eisenbahnwagen und 274 Lokomotiven übergesetzt.

Auf Beueler Seite werden die alten Trassen unterhalb der Südbrücke bei Niedrigwasser und einem Pegelstand von etwa 80 Zentimetern wieder sichtbar. Die ehemalige Eisenbahn-Fährverbindung verlief von hier einst schräg über den Rhein. Auf Oberkasseler Seite waren die Seile verankert und endeten auf der anderen Rheinseite in Spannhäusern. Weil die Lokomotiven zu schwer für die Flussüberquerung waren, drückten sie die Waggons auf die Fähren mit dem eingebauten Gleis und blieben am Ufer zurück.