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Insel Nonnenwerth

Aus Bonn.wiki
Blick vom Drachenfels auf die Insel Nonnenwerth im Rhein

Die Insel Nonnenwerth (früher auch: Rolandswerth) ist eine Rheininsel zwischen Rolandswerth auf der linken und Bad Honnef auf der rechten Rheinseite bei Stromkilometer 642) gegenüber der Insel Grafenwerth.

Geschichte

Seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts beherbergte die Insel im Rhein mit Unterbrechungen ein Kloster, das von Benediktinerinnen um 1112 gegründet und 1854 von Franziskanerinnen übernommen wurde.

Im 18. Jahrhundert wurde das Klostergebäude im barocken Stil durch Nikolaus Lauxen neu errichtet, einschließlich der im Jahr 1775 geweihten Clemenskapelle.

Im Zuge der Säkularisation erfolgte die Enteignung des Klosters, das ab 1815 zum Königreich Preußen gehörte und im Jahr 1821 an den früheren Rentmeister Caspar Anton Sommer versteigert wurde. Der von ihm eröffnete Gasthof verfügte immerhin über 50 Zimmer sowie Fest- und Speisesäle. Sommer ließ auch umfangreiche Gartenanlagen und am Südrand der Insel einen Buchenwald anlegen. Einige berühmte Gäste stiegen hier ab, darunter der Komponist Franz Liszt, der mit Gräfin Marie d’Agoult hier die Sommermonate der Jahre 1841 bis 1843 verbrachte, woran die zu seinem 30. Geburtstag 1841 gepflanzte „Liszt-Platane“ erinnert.

Nach der Übernahme in 1854 gründeten die Franziskanerinnen das Kloster St. Clemens und bauten eine Bildungsanstalt auf. Aus dem anfänglichen Mädchenpensionat ging später das allgemeinbildende Franziskus-Gymnasium hervor.

Nach der Privatisierung der Insel in 2020 wurden das Kloster im Jahr 2021 und die Schule im Jahr 2022 geschlossen.

Am 15. Juli 2022 musste das private Franziskus Gymnasium Nonnenwerth seine Pforten für immer schließen.

Besonders in Erinnerung ist bei vielen ehemaligen Schülern die Anfahrt mit der Fähre geblieben, sowohl vom linken als auch vom rechten Rheinufer.

Rolandssage

Blick zur Insel Nonnenwerth im Rhein

Die Rolandssage verbindet Nonnenwerth mit dem Rolandsbogen, dem einzigen Überrest der Burg Rolandseck, von dem man auf die Insel herunterblickt. Die Burg entstand ebenfalls in 1112 und diente damals der Grenzbefestigung.

Ritter Roland (Namensgeber der Burg) soll hier an gebrochenem Herzen gestorben sein. Er hatte seine Braut Hildegunde bei einem Kriegszug zurücklassen müssen. Als die falsche Nachricht von seinem Tod bei ihr eintraf, zog sich diese als Nonne ins nahe Kloster Nonnenwerth zurück. Als Roland später zurückkehrte und davon erfuhr, zog er sich auf den Burgfels des heutigen Rolandsbogens zurück, wo er auf das Kloster auf der Insel Nonnenwerth herabschauen konnte.