Helenenkapelle in Bonn

Die Helenenkapelle in Bonn aus der Mitte des 12. Jahrhunderts gilt als einzige erhaltene romanische Hauskapelle einer Stiftskurie im Rheinland. Als ehemalige Hauskapelle eines Stiftsherren wurde sie bis zur Säkularisation liturgisch genutzt. Unter der Leitung des Propstes gab es am Bonner Münster einst etwa 40 Kanoniker.
Der romanische Andachtsraum ist schwer zu finden, versteckt er sich doch im Obergeschoss eines Hauses der Straße Am Hof. Und von außen sichtbar ist er eigentlich nur durch eine Glasfront in der 2. Etage des Modehauses Sinn-Leffers.
Baugeschichtlich stammt die Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, wo sie vermutlich dem Propst des Cassius-Stiftes, Gerhard von Are, als private Hauskapelle diente. In der Apsis befinden sich Wandmalereien aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, die vor einigen Jahren restauriert worden sind.
Nach mehreren Renovierungen kam die Kapelle 1905 in den Besitz der Stadt Bonn, wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigt und schon 1949 wieder aufgebaut. 1961 wurde im Zuge von Renovierungen auch ein eigener Treppenaufgang zur Kapelle gebaut.
Die Kapelle ist heute komplett von anderen Gebäuden umgeben. Zugang zu der kleinen Kapelle erhält man über ein Treppenhaus in den Kolonnaden der Straße Am Hof.
- Adresse: Am Hof 32/34, 53111 Bonn
Darstellungen im Bonner Münster
Zur Herkunft der hl. Helena, geboren zwischen 248 und 250 nach Christus, gibt es unterschiedliche Legenden. Mit dem römischen Offizier Flavius Konstantius Chlorus, der später Kaiser wurde, bekam sie einen Sohn, der sich nach dem Tod seines Vaters im Jahr 306 zum Kaiser Konstantin ausrufen ließ. Helena starb um das Jahr 330.
Im Bonner Münster zeugen bis heute zahlreiche Darstellungen von Helenas Wirken, darunter eine Bronzefigur aus dem Jahr 1630, die Helena mit einem Diadem zeigt, das von Nägeln gesäumt wird. Auch am „Stadtpatronenaltar“ des Münsters von 1704 ist Helena zu sehen, links und rechts neben ihr stehen die Stadtheiligen Cassius und Florentius.