Aloisiuskolleg Bad Godesberg
Das Aloisiuskolleg (AKO) ist ein koedukatives, altsprachliches, privates Gymnasium im Bonner Stadtteil Bad Godesberg.
Zur Anlage gehören neben der ehemalige Internatsvilla Stella Rheni, das sogenannte Jägerhaus (ehemals Remise) und das dazugehörige rund 3,8 Hektar große Gelände. Es entstanden aber auch weitere Kolleggebäude und zu Beginn der 1980-er Jahre die heutige Kirche der Schule. Eine schulische Sternwarte mit einer Glasfaserkuppel auf dem Schuldach wurde im Sommer 1990 eingeweiht.
Geschichte
Mit der Aufhebung der Jesuitengesetze waren die Jesuiten im Jahr 1920 aus Sittard in den Niederlanden nach Deutschland zurückgekehrt und führten das Kolleg in Bad Godesberg zunächst in den Räumen und mit Schülern der katholischen Godesberger Knabenschule „Hubertinum“ an der Augustastraße, wo heute die Friedrich-List-Berufsschule steht.
Im Jahr 1921 ging daraus das Aloisiuskolleg (Ako) hervor und ab 1927 wurde der heutige Standort an der Elisabethstraße in der ehemaligen Villa „Stella Rheni“ der Familie von der Heydt bezogen. Im Jahr 1938 von den Nazis als christliches Gymnasium verboten, baute der Orden ab 1946 das Kolleg weiter aus, dessen Ruf dann ab 2010 durch die Aufdeckung jahrzehntelanger Missbrauchsfälle am Kolleg elementar beschädigt wurde.
Nach Presseberichten in 2023 zog sich der Jesuiten-Orden in 2024, gut 100 Jahre nach Kollegsgründung, aus dem Bad Godesberger Aloisiuskolleg zurück.
Im Juli 2024 verließen die beiden letzten Jesuiten-Patres das Bad Godesberger Gymnasium. Damit ging eine mehr als 100-jährige Geschichte zu Ende. An Stelle des Jesuitenordens trat die Ignatianische Schulträger Aloisiuskolleg Bonn gGmbH (ISAB) der Ignatianischen Schulstiftung, die Immobilien stellt der Orden weiter zur Verfügung.
Kirche
Die Kirche des AKO wurde in Form eines Oktogons Anfang der 1980-er Jahre an Stelle einer Vorgängerkirche errichtet.
Sie entstand nach den Plänen des Architekten Winfried Landsberg in Hanglage und besteht aus einer Oberkirche und einer als Krypta bezeichneten Unterkirche. Die Kollegskirche ist in braunen Ziegeln gehalten mit Basaltlavaplatten in den Winkeln sowie braun beschichteten Aluminiumplatten am Dach und dem 19 m hohen Glockenturm.
Literatur
- Dr. Ebba Hagenberg-Miliu (Hrsg.), Unheiliger Berg: Das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten und die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals, 2014
siehe auch
Weblinks und Quellen
- aloisiuskolleg.de
- General-Anzeiger vom 27. Februar 2023: Missbrauch am Aloisiuskolleg - Jesuiten geben auf Gedenktafel Unrecht zu
- General-Anzeiger vom 20. Juni 2023: Nach mehr als 100 Jahren - Jesuiten verlassen das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg
- General-Anzeiger vom 18. Juni 2024: Jesuiten verlassen das Bad Godesberger Aloisiuskolleg
- Wikipedia-Eintrag