Das Hermann-Bleibtreu-Ufer führt am Bonner Bogen unmittelbar am Rhein entlang. Am rechtsrheinischen Ufer - gegenüber dem Rheinauenpark und dem Bundesviertel in Bonn - ist hier auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik ein neues Stadtquartier entstanden mit dem Kameha Grandhotel im Zentrum, entworfen von Architekt Karl Heinz Schommer, mit der historischen Rohmühle, der ehemalige Direktorenvilla und dem Wasserturm. Darum herum entstanden moderne Gastronomie-, Gewerbe- und Büroanlagen in unterschiedlicher Architektur.

Am Hermann-Bleibtreu-Ufer
Kameha Grand Hotel - Foto: H. D. Weber
Blick zur ehemaligen Direktorenvilla

Die Geschichte des Bonner Bogens begann bereits Mitte des 19 Jahrhunderts, als Hermann Bleibtreu (1821-1881) das Patent für deutschen Portlandzement anmeldete. Aufgrund seiner Initiative wurde das ehemalige Zement-Werk am heutigen „Hermann Bleibtreu - Ufer“ in den Jahren von 1856-1858 errichtet, nachdem sich der Bonner Bergwerks- und Hüttenverein, der 1853 als Aktiengesellschaft entstanden war, für den Bau einer Portland-Zementfabrik in Oberkassel entschlossen hatte. Die Familie baute auf der nahe gelegenen Ennert-Hardt Braunkohle ab, die für den Betrieb der Dampfmaschinen der Zementfabrik benötigt wurde. Und der Rohstoff Kalkstein konnte mit dem Schiff direkt an das Firmengelände heran transportiert werden. Nach Eröffnung der rechtsrheinischen Eisenbahnstrecke (1870) erhielt das Werk auch einen Anschluss an den Bahnhof Oberkassel.

Im Laufe der Zeit wurde das Areal um weitere Fertigungs- und Verwaltungsgebäude nach Norden hin erweitert. Für die Oberkasseler und Ramersdorfer Anwohner der Fabrik bedeutete dies eine weitere hohe Staub- und Lärmbelästigung. Im Jahr 1964 hatte das Werk 430 Beschäftigte, in den Folgejahren wurde die wirtschaftliche Lage allerdings schwieriger, bis das Beueler Zementwerk 1985 mit der Dykerhoff AG fusionierte, die das Werk kurze Zeit später Ende 1987 schließen ließ.

Einige der alten Gebäude wurden 1989 unter Denkmalschutz gestellt und in die städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme am Bonner Bogen integriert. In 1990 wurden die Silos und Türme gesprengt. Zum erhaltenen historische Gebäudeensemble gehören dagegen der Wasserturm, die ehemalige Direktorenvilla und die Rohmühle. 2002 begannen die Planungen unter dem Namen "BonnVisio - Innovationspark am Rhein" und im Januar 2004 wurde mit dem „Rheinwerk" der Grundstein am Bonner Bogen gelegt.

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