Franzjosef Schneider
„Ich wurde am 8. April von meiner Mutter geboren und am 13. April von meinem Vater", stellte Franzjosef Schneider, Honnefer Original, Karnevalist und Heimatdichter (1888-1972), selbst einmal fest. Auf dem Standesamt war sein Geburtstag nicht am 8. April sondern erst am 13. April 1888 registriert worden.
Im Jahr 1922 veröffentlichte er sein Erstlingswerk zur „Jahrtausendfeier“ der Stadt, das auf der Vorderseite die Abbildung eines Maiglöckchens und als Titel dessen mundartliche Bezeichnung Et Freudeblömche trug, was fortan der Beiname des stadtbekannten Heimatdichters wurde, mit seiner Liebe zur rheinischen Mundart, der „Mottesproch“ und zum Leben der einfachen Leute. Beruflich war er über mehr als drei Jahrzehnte Mitarbeiter der Honnefer Volkszeitung. Als dem 83-jährigen das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde, fand sich dort ein entsprechender Artikel auf Seite 7 der Samstagsausgabe vom 21. August 1971.
- vgl. dazu: Ausgabe auf zeitpunkt.nrw/download/pdf
Anlässlich des 1100-jährigen Jubiläums von Bad Honnef hat der Heimat- und Geschichtsverein Herrschaft Löwenburg das Buch „Franzjosef Schneider – Et Freudeblömche – Briefe von Hause“ herausgegeben, das dem bekannten Mundartdichter und „Chronisten“ Bad Honnefs ein weiteres Denkmal setzen sollte. Die „Briefe von Hause“ konnten in den 1950-er Jahren abonniert werden. Schneider hat in ihnen Ereignisse und Erzählungen aus dem Ortsgeschehen aufgeschrieben und hinterließ damit zugleich Einblicke in das Leben des „alten Honnef“. Auf 160 Seiten finden sich etwa Geschichten vom Omelebus, vom Bischofshof, vom Druveläse oder über das Nachtijallewäldche.
Seine letzte Ruhestätte fand der Heimatdichter nach seinem Tod am 10. Dezember 1972 auf dem Neuen Friedhof seiner Heimatstadt.
Im Süden der Stadt Bad Honnef ist in Selhof die Franzjosef-Schneider-Straße nach ihm benannt.
Aus Anlaß des 25. Todestags von Franzjosef Schneider wurde in Bad Honnef an der Ecke Steinstraße/ Bahnhofstraße im Jahr 1998 eine Statue enthüllt, die der Bildhauer Gerd Hardy aus Brohler Vulkangestein gehauen hatte. Die lebensgroße Figur zeigt Schneider, der in der rechten Hand ein Buch trägt, in der anderen Hand hält er auf dem Rücken ein Blumensträußchen.