Jüdischer Friedhof in Schwarzrheindorf

Der jüdische Friedhof in Schwarzrheindorf wurde wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert eingerichtet.

Alter jüdischer Friedhof in Schwarzrheindorf

Er befindet sich auf der Beueler Rheinseite in der Nähe der Nordbrücke. Eine schmale Steintreppe führt zu der etwa 7600 Quadratmeter großen Begräbnisstätte, die als eine der ältesten und größten im Rheinland gilt.

Der Begräbnisplatz wurde 1818 von der jüdischen Gemeinde in Bonn erworben und ist sowohl von dieser als auch von der Gemeinde in Beuel genutzt worden. Im Jahr 1898 wurde die Friedhofsfläche geteilt, die nördliche Parzelle ging zur Synagogengemeinde Vilich, der südliche Teil blieb im Besitz der Bonner jüdischen Gemeinde.

Grabmale

 
Informationstafel am alten jüdischen Friedhof in Beuel

Zwischen großen Pappeln befinden sich die bis heute erhaltenen mehr als 440 Grabsteine aus dem 17. bis 20. Jahrhundert. Eine große Tafel am Eingang informiert über die Geschichte und bekannte jüdische Persönlichkeiten, die hier bestattet wurden.

Der älteste Grabstein von Gemeindevorsteher Schabtai bar David stammt aus dem Jahr 1623 und ist fast eingesunken.

Viele für Bonn bedeutende Persönlichkeiten wurden hier bestattet, wie der Mitgründer der ehemaligen Buchhandlung Bouvier, Max Cohen, dessen Großvater Simcha Benjamin Cohen, der letzte kurkölnischer Landesrabbiner, der kurfürstliche Leibarzt Dr. Moses Wolff, Rachel Zuntz, die Gründerin der Kaffeerösterei A. Zuntz sel. Wwe oder die Bankiers Jonas und Heinrich Cahn. Auch Anselm und Leopold Ungar, Mitstreiter von Carl Schurz und Gottfried Kinkel in den Revolutionsjahren 1848/ 49 sind hier begraben worden. Anselm Ungar (1804-1887) gehörte zu den Führern des Demokratischen Vereins in Bonn.

Literatur

siehe auch