Das Vilicher Kloster war einst geistliches und kulturelles Zentrum im Rechtsrheinischen. Der lothringische Adelsherr Megingoz und seine Frau Gerberga sollen im Jahre 978 nach dem Tod ihres Sohnes dessen Erbteil für den Bau eines Frauenkonvents auf ihrem Besitz in Vilich gestiftet haben. Adelheid, Tochter der Stifter, wandelte den Konvent in ein Benediktinerinnen-Kloster um und wurde dessen erste Äbtissin. Sie starb im Jahre 1015 und wurde in Vilich beigesetzt. Bald machte die Kunde von Wunderheilungen an ihrem Grab die Runde, Wallfahrer pilgerten in Strömen nach Vilich. So baute man schon ab 1020 die Stiftskirche in eine dreischiffige Basilika um. Da in den frühmittelalterlichen Kriegswirren die Reliquien der (übrigens erst im vergangenen Jahrhundert heilig gesprochenen) Adelheid abhanden gekommen waren, hatten sich die Wallfahrer allerdings schon bald mehr und mehr dem Adelheidisbrunnen in Pützchen (s. auch Pützchens Markt) zugewandt.

Ehemalige Stiftskirche in der Vilicher Adelheidisstraße

Zerstörung und (teilweiser) Wiederaufbau kennzeichnen die weitere Geschichte des Kirchenbaus, zuletzt nach dem 30-jährigen Krieg. Der imposante Westturm von Sankt Peter, bis heute das weithin sichtbare Wahrzeichen des Ortes, wurde kurz vor 1700 fertig gestellt.

Unter der Äbtissin Caroline von Satzenhofen wurde die Stiftskirche St. Peter in der Zeit von 1763 bis 1767 umfassend renoviert, offenbar ermöglicht durch eine Stiftung ihrer Mutter. Architekt für die Erneuerungsarbeiten war der Baumeister Johann Georg Leydel. Nach Abschluss der Arbeiten wurde dieser dann für Carolines Geliebten tätig und baute für ihn von 1767 bis 1772 das Schloss Miel.

Adresse

 
Stiftskirche in Vilich
  • St. Peter, Schillerstr. 20, 53225 Bonn, Telefon.: 0228 / 466108

siehe auch

Weblinks und Quellen