Die Vorarbeiten und die Verhandlungen mit dem Landkreis Bonn waren am 1. März 1952 soweit gediehen, dass beim Innenminister die Verleihung der Stadtrechte beantragt werden konnte. Die Gemeinde Beuel besaß aber noch kein Wappen und so hatte sich der Hauptausschuss in seiner Sitzung am 15. Oktober 1951 mit der Frage des Wappens beschäftigt. Einige Künstler mit Kenntnis in Wappenkunde wurden beauftragt, Entwürfe für das Beueler Wappen vorzulegen. Einer der Entwürfe des verstorbenen Dozenten der Pädagogischen Akademie in Bonn, Theodor Pape, wurde bei diesem Wettbewerb angenommen. Der ausgewählte Entwurf zeigt ein künstlerisch und heraldisch einwandfreies Wappen.[1]

Beueler Wappen am Heimatmuseum

Auf www.bonn.de heißt es dazu:

"Das Wappen zeigt in gelbem Feld ein auf blauen Wellen schaukelndes Fährschiff mit einem weißen Wimpel im Mast, im Schildhaupt 13 blaue Sterne. Die Stadtfarben der Stadt Beuel sind nach den Grundfarben des Wappenschildes blau-gelb."

Der Eingabe an das Innenministerium lag auch noch eine ausführliche Begründung des Professor Dr. Neu, Beuel, bei (Auszug):

Der von dem Hauptausschuß gebilligte Entwurf eines Wappens, das Beuel im Anschluß an seine Stadtwerdung führen soll, zeigt ein Fährschiff und dreizehn Sterne, die einen  Hinweis auf die Zusammensetzung der Gemeinde aus dreizehn Orten bilden. Wenn man als Wappenbild ein Fährschiff nahm, so hat man damit der neuen Stadt ein Zeichen zugedacht, das an eine Einrichtung erinnert, die in ihrer geschichtlichen Vergangenheit eine große Rolle spielte. In diesem Zusammenhang mag es von Interesse sein, daß im April 1929 der bekannte Heraldiker Professor Dr. Felix Hauptmann bereits in meiner Gegenwart dem damaligen Bürgermeister Dr. Schöttler unter Überreichung eines Entwurfes den Vorschlag machte, in das Beueler Wappen ein Fährschiff aufzunehmen, wobei in der rechten oberen Ecke das kurkölnische Kreuz daran erinnern sollte, daß die alte Fähre ein kurkölnisches Regal war.

Die Gemeinde setzte sich zusammen aus 13 ehemals selbständigen Ortschaften, die als Orte heute noch weitgehend ein starkes Eigenleben führen. Es erschien richtig, diesen Ursprung der neuen Stadt aus der Zusammenfassung dieser Orte zum Ausdruck zu bringen, Nach den Erwähnungen der verschiedensten Art griff man zu dem heraldisch einwandfreien Motiv der Sterne, die in ihrer Zahl die Vereinigung des neuen Stadtgebildes aus den verschiedenen Orten symbolisieren. Diese Lösung erwies sich als diejenige, die den ästhetischen Ansprüchen, die zu stellen waren, in bester Weise gerecht wurde.

Dazu kommt noch als Gesichtspunkt, der für die Wahl des Fährschiffes spricht, daß nach Ausweis der geschichtlichen Untersuchung, die Felix Hauptmann über die Bonn-Beueler Fähre anstellte, die Fährberechtigten im Mittelalter vor allem Leute vom rechten Rheinufer, also aus dem Gebiet der heutigen Gemeinde Beuel, waren.

Der Entwurf des Herrn Dozenten Pape wird allen Anforderungen, die man an eine gute Heraldik stellen kann und muß, in vollstem Maße gerecht. Es kann somit kein Zweifel daran bestehen, daß die neue Stadt mit diesem Wappenbild in dieser Ausführung ein wirklich sinnvolles, originelles und schönes Zeichen in ihr Stadtsiegel aufnehmen kann. [1]

Ehe der Staat das Recht zur Führung eines Wappens ausspricht, hört er den Gutachter des Kultusministeriums - und nun hatte Beuel Pech! Die 13 Sterne im Wappen, die für die Beueler Bürger so eindeutig waren, missfielen dem Gutachter. Er empfand sie als Angleichung an die amerikanische Flagge. Unter Einschaltung übergeordneter Persönlichkeiten gelang es glücklicherweise dem Verwaltungschef, das sinnreiche Wappen erfolgreich zu verteidigen.[1]

Am 24. August 1952 wurde der damaligen Gemeinde Beuel das Recht verliehen, die Bezeichnung "Stadt" zu führen. Vom gleichen Tage an wurde das Stadtwappen geführt.

Die dreizehn Sterne stehen für die ehemals selbständigen Gemeinden aus denen Beuel entstanden ist.

Quellennachweis

  1. 1,0 1,1 1,2 Stadtverwaltung Beuel. Unsere Stadt Beuel: Zerstörung und Wiederaufbau 1945 - 1955. Beuel: W. Knauth; 1956. Seite 208-213

siehe auch