Paul Löbe – mit vollen Namen Paul Gustav Emil Löbe - wurde am 14. Dezember 1875 geboren. Er war der letzte demokratische Reichstagspräsident der Weimarer Republik und eröffnete am 7. September 1949 als Alterspräsident die erste Sitzung des Deutschen Bundestags.

Mit 18 Jahren trat der gelernte Schriftsetzer 1893 in die SPD ein. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er Redakteur der Breslauer Volkswacht, später war er (bis 1919) Chefredakteur der Zeitung.

Ab 1919 gehörte er der verfassungsgebenden Nationalversammlung an und war von 1920 bis 1933 Mitglied des Reichstags. Bereits 1920 wurde er mit großer Mehrheit zum Reichstagspräsidenten gewählt und hatte dieses Amt mit einer kurzen Unterbrechung zwölf Jahre lang inne (von 1920 bis 1924 und von 1925 bis 1932).

Nachdem die SPD im Juni 1933 verboten worden war, wurde Löbe verhaftet und im Konzentrationslager Breslau-Dürrgoy inhaftiert. Im Jahr 1944 wurde er aufgrund seiner Verbindungen zum Widerstand um Goerdeler und Leuschner nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 erneut inhaftiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Löbe maßgeblich am Wiederaufbau der SPD beteiligt. Ende der 1940-er Jahre war er zudem Mitglied des Parlamentarischen Rats. Im Jahr 1949 eröffnete er als Alterspräsident die erste Sitzung des Deutschen Bundestages. Bis 1953 blieb er Mitglied des Bundestags und setzte sich besonders für die Wiedervereinigung Deutschlands und den europäischen Gedanken ein.

Löbe verstarb am 3. August 1967 im Alter von 91 Jahren in Bonn.

Im Stadtbezirk Bad Godesberg ist die Löbestraße im Zentrum nach ihm benannt. Sie verläuft zwischen dem Bahnhof Bad Godesberg und dem Stadtpark.