Nibelungengrotte Bonn
Etwa auf der Höhe von Palais Schaumburg und Villa Hammerschmidt und in der Nähe der sechsten Station des Planetenlehrpfads, die Jupiter gewidmet ist, finden sich am Rheinufer in Bonn die Überreste der Nibelungengrotte aus dem Jahr 1888. Sie befand sich im südöstlichen Teil des Gartens der Villa Hammerschmidt.
Bereits 1862/63 beauftragte der Kaufmann Albrecht Troost den Baumeister August Dieckhoff mit dem Bau der Villa. Leopold Koenig, der „Zuckerkönig“, kaufte dann 1867 das Anwesen und ließ die Villa im klassizistischen Stil ausbauen, bevor diese im Jahr 1899 in das Eigentum des Geheimen Kommerzienrates Rudolf Hammerschmidt überging.
Leopold Koenig ließ die Ufermauern mit einer Nibelungengrotte schmücken, die von dem Hamburger Gartendirektor Rudolph Jürgens geschaffen wurde. Dieser griff seinerzeit das Werk "Rheingold" von Richard Wagner auf, mit den drei Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde, die das Rheingold bewachen, während der Zwerg Alberich darauf wartet, das Gold zu stehlen. Die Figuren wurden bereits 1951 im Auftrag von Bundespräsident Theodor Heuss entfernt, während die Grotte selbst erhalten geblieben ist.
Ebenfalls erhalten geblieben ist nicht weit entfernt, am Treppenaufgang zur Tempelstraße, ein Fries mit der Darstellung von „Vater Rhein“ aus dem 19. Jahrhundert, ebenfalls mit einer Rheingold-Szene aus der Oper von Richard Wagner.
Weblinks und Quellen
- Rainer Selmann, Rheinspaziert - Betrachtungen vom Ufer aus, in: Schnüss 2/ 2021, S. 12