Namen-Jesu-Kirche

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Die Namen-Jesu-Kirche in der Bonngasse verdankt ihren Namen dem Orden, dem sie zugedacht wurde: dem Jesuiten-Orden (Societas Jesu – Gesellschaft Jesu). Das in der so genannten „Jesuitengotik“ gebaute Gotteshaus wird, obgleich von durchaus imponierenden Ausmaßen, in der eher engen Gasse auch gerne Mal übersehen; um die Türme zu erkennen, muss der Betrachter den Kopf ganz schön weit nach hinten legen. Dennoch wäre es fast schon sträflich, die Kirche einfach „links liegen zu lassen“.

Kurfürst Maximilian Heinrich hatte den seit 1594 in Bonn ansässigen Jesuiten die Mittel für die Kirche zur Verfügung gestellt, die 1668 bis 1717 nach Plänen von Jakob de Candrea erbaut und durch Kurfürst Joseph Clemens geweiht wurde. Die im II. Weltkrieg entstandenen Schäden wurden behoben und ursprüngliche Ausmalungen wieder hergestellt. Zeitweise diente die Namen-Jesu-Kirche als katholische Universitätskirche.

Es ist die Mischung aus unterschiedlichen Stilelementen (Türme mit romanischen Doppelfenstern, gotische Fenster, barockes Innendekor), die das Gotteshaus (Eigentümer: das Land NRW) so sehenswert machen. Aus den Anfängen sind nur noch Teile des Gestühls und die Kanzel erhalten. Fassade und Türme der Kirche sind seit Sommer 2006 hinter Planen verschwunden, da die marode äußere Bausubstanz dringend der Renovierung bedarf.

Die Münstergemeinde hat 2007 den Nutzungsvertrag mit dem Land gekündigt (und eine Entweihung der Kirche nicht ausgeschlossen), da kein pastoraler Bedarf mehr bestehe. Doch dem durchaus realistischen Schicksal, etwa als exotische Discothek zu enden, ist der prächtige Bau zum Glück entronnen: Im November 2008 wurde verkündet, dass die Alt-Katholiken einen Nutzungsvertrag mit dem Land geschlossen haben und das Gotteshaus als Bischofskirche des Bistums Deutschland nutzen werden.

Adresse

  • Bonngasse 6-8, 53111 Bonn